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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Archiv für Juli, 2017

Glanzvolles Abschieds-Konzert für Gesangsprofessorin Hedwig Fassbender

2017, Juli 31.

Familienfeier mit Studierenden und Alumni

Text und Fotos: Renate Feyerbacher

Was für ein „Klassenabend Plus / Abschiedskonzert“ haben Studierende und Absolventen am 12.Juli ihrer Professorin an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt (HfMDK) bereitet! Als ich die HfMDK betrat, erschrak ich. Das Foyer war brechend voll, viele hatten keine Karte auch ich nicht, ich hatte vergessen, sie zu bestellen. Hedwig Fassbender kam im langen schwarzen Kleid mit dunkelblauem Schultertuch, begrüßte Freunde, umarmte Studierende und Ehemalige, eilte umher, kümmerte sich um Kartensucher. Auch um mich. Die Atmosphäre war persönlich und herzlich.

Hedwig Fassbender am 12. Juli 2017 nach dem Konzert

Beeindruckende Opernkarriere

Hedwig Fassbender studierte zuerst Klavier und Schulmusik in Köln, dann Gesang an der Musikhochschule München und gewann noch während ihrer Studienzeit den Hugo-Wolf-Preis für Liedgesang in Wien und beim Mozartwettbewerb in Würzburg. Nach dem Studium hatte sie fünf Jahre lang feste Engagements an den Opernhäusern in Freiburg und Basel. Vor 30 Jahren löste sie sich aus den Verträgen, um freischaffend an internationalen Produktionen teilnehmen zu können. Sie war Gast an zahlreichen europäischen Opernhäusern.

Anfangs hatte sich Hedwig Fassbender den wichtigsten Partien des lyrischen Mezzosopran-Fachs gewidmet, Rollen wie Cherubino und Octavian zum Beispiel. Nach und nach kam der Wechsel ins dramatische Fach; und seit 1997 sang sie auch Partien des dramatischen Sopran- bzw. Charakterfachs: zum Beispiel als Judit (Herzog Blaubarts Burg), an der Mailänder Scala als Marie in Wozzeck und als Mère Marie (Dialogue des Carmélites) in Straßburg, Savonlinna und London. Ihre Interpretation der Isolde (Wagner „Tristan und Isolde“) am Staatstheater Saarbrücken 2000 machte Furore. Für die Rolle der Sieglinde in Wagners „Walküre“ („Der Ring des Nibelungen“) in Lüttich wurde sie zur ‚Sängerin des Jahres‘ nominiert.

Heute singt sie zum Beispiel die Küsterin in „Jenufa“ von Leoš Janácek, die Herodias in „Salome“ von Richard Strauss, Die Frau über 60 in „Der Goldene Drache“ von Peter Eötvös. In einer Kritik zur Frankfurter Aufführung 2014 hieß es: „Und eine Hedwig Fassbender mit weitem Registerzug zwischen großer Oper und scharfkantigem Sprechen. Die dramatischen Höhepunkte des Abends.“ Sie ist schlicht eine beeindruckende Sänger-Schauspielerin.

Zukünftige Projekte sind die Rolle der Mrs. Sedley in der Premiere „Peter Grimes“ von Benjamin Britten im Oktober an der Oper Frankfurt, im Januar 2018 die der „Sage Femme“ (Hebamme) im „Der Kreidekreis“ von Alexander von Zemlinsky an der Oper in Lyon. Und in Janáceks „Die Sache Makropoulos“ bereitet sie die Emilia Marty vor. Außerdem plant sie zusammen mit ihren beiden Töchtern–  Tänzerin die eine, Schauspielerin die andere, – ein gemeinsames Projekt. Sie ist voller Ideen, voller Elan.

 

Blick von oben auf alle Teilnehmer – Bühne

Eine exzellente Gesangspädagogin

Eine solche Bühnenerfahrung ist eine ideale Voraussetzung, um zukünftige Opernsänger zum Erfolg zu führen. Seit 1999 unterrichtet die Mezzosopranistin Hedwig Fassbender an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt, die sie Ende September verlassen wird. Sie war Dekanin, leitete ab 2001 zehn Jahre lang die Gesangsabteilung, die 2011 mit dem Hessischen Exzellenzpreis für Hochschule-Lehre ausgezeichnet wurde. Zu Recht, wenn man die Liste ihrer Studierenden und Absolventen anschaut, von denen einige Engagements in führenden Opernhäusern haben oder an Musikhochschulen unterrichten oder in Konzertsälen begeistern. Einige erhielten begehrte Preise.

16 Sängerinnen und Sänger sangen beim Abschiedskonzert. Auf dem Programm standen Arien aus Opern, Lieder – alte und moderne Kompositionen. Alle Interpreten hätten es verdient, vorgestellt zu werden. Die Qualität des Gesangs war gleichbleibend auf hohem Niveau. Drei ihrer Absolventen sind derzeit fest im Ensemble der Frankfurter Oper wie die Altistin Katharina Magiera, die 2008 ins neugegründete Opernstudio kam und ein Jahr später Ensemblemitglied wurde. Soeben gastierte sie bei den Salzburger Festspielen. Vermutlich fehlte sie an diesem Klassenabend plus genau aus diesem Grund.

Die Sopranistin Katheryna Kasper bestand 2012 ihr Konzertexamen, fand Aufnahme im Opernstudio und hat seit 2014 einen Festvertrag. (Links „Iwan Sussanin“, „An unserem Fluss“). Im gleichen Jahr gewann sie den internationalen Myriam-Helin-Wettbewerb in Helsinki. Die ukrainische Sängerin gastierte bereits bei den Bregenzer Festspielen, beim Edinburgh International Festival und an der Los Angeles Opera.

Kateryna Kasper und Björn Bürger

Pianist Otto Honeck ging am Abschiedsabend schnellen Schrittes ans Klavier und begann sofort temporeich mit dem Largo als factotum aus Giacchino Rossinis „Il Barbiere di Sivigla“. Kurz danach folgte Björn Börner, die Treppen zur Bühne hinauf stürmend und die Arie bereits trällernd. Ein grandioser Auftritt! Der in Darmstadt geborene, in Rodgau aufgewachsene Bariton Björn Bürger gewann 2012 den Ersten Preis beim Bundeswettbewerb Gesang, ein Jahr später den Ersten Preis beim Emmerich- Smola- und Anneliese-Rothenberger Wettbewerb.

Derzeit ist er für den „International Opera Award“ nominiert. Schon während seiner Studienzeit hatte der bald 32-jährige Sänger Auftritte in Genf, Bayreuth und Karlsruhe. Große Opernpartien sang er in Paris, Oslo, Glyndebourne, München und Brüssel. In der nächsten Spielzeit debütiert er an der Semperoper in Dresden. In Frankfurt ist Björn Bürger im November als Georg in der Uraufführung „Der Mieter“ von Arnulf Herrmann zu erleben. Er ist verheiratet mit Esther Dierkes, die 2015 ihr Examen bei Hedwig Fassbender absolvierte und sofort Aufnahme ins Opernstudio Stuttgart erfuhr. Ab der Spielzeit 2017 / 18 gehört sie fest zum Ensemble der Oper Stuttgart, die 2016 Opernhaus des Jahres war.

Alle 16 Teilnehmer mit Hedwig Fassbender nach dem Konzert

Wer nun vermutet, Hedwig Fassbender setze sich als Pädagogin zur Ruhe, der irrt. Vor drei Jahren entstand unter ihrer künstlerischen Leitung in Kooperation mit den „Jeunesses Musicales Deutschland“ ,gefördert von der Deutsche Bank Stiftung, das „Exzellenz-Labor Gesang“. Regelmäßig betreut sie die Opernstudios in Frankfurt und Zürich und ist als Gastdozentin auch an Opernstudios in Paris, Hannover und Moskau eingeladen. Soeben beendete sie einen internationalen Meisterkurs im Rahmen der Sommerakademie am Salzburger Mozarteum. Und einen Monat später widmet sie sich in der Musikakademie Schloss Weikersheim im Exzellenz-Labor Gesang der Oper.

Da sie mehrere Sprachen spricht wie Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und auch Repertoire in ungarischer, tschechischer und russischer Sprache unterrichtet, kann sie mit den Teilnehmern ihrer Kurse, die aus der ganzen Welt kommen, bestens kommunizieren. Ihre Studentinnen und Studenten schätzten ihre herzlich-persönliche Zuwendung sehr.

Sie wird weiterhin auf Opernbühnen stehen, Meisterkurse abhalten und coachen. Hedwig Fassbender hat sich in anderthalb Jahren zum zertifizierten systemischen Coach ausbilden lassen. Diese Tätigkeit wird sie ab Herbst auch wahrnehmen. Man kann nur sagen: „Chapeau“ für diese außergewöhnliche Künstlerin!

→„Der Goldene Drache“: Musiktheater von Péter Eötvös an der Oper Frankfurt

→ „Le Cantatrici Villane“ von Valentino Fioravanti an der Oper Frankfurt

→ „Martha oder der Markt zu Richmond“ von Friedrich von Flotow an der Oper Frankfurt

 

Schätze im Musée d‘ Arts in Nantes (2)

2017, Juli 29.

Einladung zu einer Zeitreise durch das Museum

Text und Fotos: Petra Kammann

Einladend die bewegliche Lichtplastik von Dominique Blais vor dem Museum ©D.Blais, „Sans titre“

Text und Fotos: Petra Kammann

Ende Juni eröffnete das ehemalige Musée des Beaux-Arts in Nantes, eines der größten französischen Kunstmuseen, nach einer mehrere Jahre andauernden Renovierung und Erweiterung unter dem neuen Namen Musée d’arts de Nantes seine Türen. Der im Herzen von Nantes gelegene typische Beaux-Arts-Palais aus dem 19. Jahrhundert und eine bereits im 17. Jahrhundert erbaute Kapelle, die nun miteinander verbunden wurden –, repräsentieren den tradierten Bürgerstolz der Stadtbewohner. Die wertvolle und erweiterte Sammlung ist nun sowohl  für die Bewohner wie für die Besucher der Stadt ein neuer Anziehungspunkt. Die auf das Gebäude fein abgestimmte Museografie der Sammlung wie auch das umfangreiche Educationprogramm sollen fortan auch für die demokratische Öffnung des Museums stehen.

Die Architektur ist inspiriert vom Ort, den Materialien und vom Licht. Der historische Teil ist in dem für Nantes so charakteristischen  Tuffstein gehalten und strahlt nun Helligkeit und Frische aus. Aufgang in die erste Etage des durch das Londoner Büro Stanton Williams renovierten Museums

„Kultur ist kein Luxus, es ist eine dringende Notwendigkeit und die Basis für alles“. Als die neue französische Kulturministerin Françoise Nyssen das renovierte und erweiterte Kunstmuseum in Nantes mit diesen Worten  eröffnete, stand dahinter ein ganzes Programm. Ihre Aussage bezog sich zweifellos auf das vorbildliche Beispiel der kunstaffinen Stadt, die ihrer Meinung nach nicht nur Strahlkraft besitzt, sondern auch Zusammenhalt stiftet: das soll es sowohl für die Besucher wie auch für die Nantaiser,  welche schon lange nicht mehr die Kunstwerke des einstigen Musée des Beaux Arts gesehen hatten. Es sollte eine Art Renaissance und Wiedererweckung der Wahrnehmung werden und der Beginn eines Gesprächs darüber, was die Dinge im Innersten zusammenhält. Denn nicht allein der Bau ist frisch. Die Kunstwerke  – darunter auch einige restaurierte – sind in neue thematische Zusammenhänge gestellt worden, was auch einem größeren Publikum den Zugang zu neuen wie zu den älteren Kunstwerken erleichtern wird.

Der Rundgang des 1801 von Napoleon gegründeten Museums, in dem schon früh gesammelt wurde, ist zunächst einmal chronologisch angelegt, wird an den verschiedensten Stellen immer wieder thematisch verknüpft und lässt Sprünge zu. Im Erdgeschoss des einstigen Palais können die Besucher die Meisterwerke vergangener Jahrhunderte, angefangen mit der italienischen Malerei aus dem 13. Jahrhundert, wiedersehen oder entdecken – je nach Ausgangslage.

↑ Die frühe italienische Kunst wird effektvoll auf blauem Hintergrund präsentiert, so dass der Betrachter thematische wie stilistische Eigenschaften und Parallelen erkennen kann

Hier wurde in einem Gang die flämische Malerei des Goldenen Zeitalters zusammenfassend präsentiert – mit der Entdeckung des Innenraums und der Landschaftsmalerei (darunter auch ein Jan Breughel) sowie Stilleben 

Etwa die Hälfte der im Erdgeschoss ausgestellten Kunstwerke stammen aus der Zeit bis ca. 1900, darunter einige künstlerische Leuchttürme aus der italienischen Renaissance wie Peruginos „Der Hl. Sebastian und der Hl. Franziskus“, Orazio Genitleschis „Diana, Göttin der Jagd“ aus dem 17. Jahrhundert, aus demselben Jahrhundert auch „Der Engel erscheint dem Hl. Joseph im Traum“ von Georges de La Tour, dem französischen Maler des Clair-obscur, dann das geheimnisvolle „Portrait der Madame de Senonnes“ von Jean-Auguste-Dominique Ingres und Jean-Antoine Watteaus „L‘ Arlequin empéreur dans la lune“ aus dem 18. Jahrhundert.

Klar strukturiert und gegliedert für die Säle sind jeweils die italienische, flämische und niederländische und französische Schule zwischen dem 13. und 18. Jahrhundert. Für die großformatigen Werke des 17. Jahrhundert, etwa denen von Rubens, ist viel Umraum geschaffen. Ein weiterer neuer Saal ist den antikisierierenden Statuen der „Musée-école“ von Clisson, einem italianisierten Ort in der Nähe von Nantes, gewidmet.

Ein Saal mit den kopierten antiken Skulpturen

In der Kunst des 19. Jahrhunderts, die vorzugsweise in der ersten Etage präsentiert wird, wurde die damals trendige Kunst aus Paris vom Museum gesammelt wie die Vertreter der Schule von Barbizon, aber auch großformatige Genreszenen. Nach und nach setzte man sich in der Sammlung kritisch mit dem Akademismus auseinander, zunächst mit dem eskapistischen Orientalismus wie bei Delacroix und Gustave Doré. Heute wird Jean-Auguste-Dominique Ingres Werk „Madame de Sennonnes“ von 1814 im Museum einem zeitgenössischen Werk von Sigmar Polke gegenübergestellt.

Im ersten Stock dann sind im Wesentlichen Werke zwischen dem 19. und dem beginnenden 20. Jahrhundert bis zur klassischen Moderne wie etwa Delacroix, Courbets „Cribleuses de blé“ („Die Kornsieberinnen“), Ingres zu erleben. Mit Claude Monets gelbgrünlichen „Nymphéas à Giverny“ („Seerosen aus Giverny“) , Kandinskys „Schwarzer Raster“ , den Photographien der surrealistischen Nantaiser Künstlerin Claude Cahun und mit Chaissac ist der Beginn der Moderne unübersehbar.

Monet, der dem Museum in Nantes 1922 bereits eines seiner Tableaus vermacht hatte, verweist mit seiner die Konturen auflösenden Malerei unaufhaltsam auf die neue Ausdruckskunst. Das betraf auch die Bildhauerei. Und so erscheint die Einrichtung eines Monet-Rodin-Saals sehr schlüssig. Und es war sicher ein geschickter Schachzug der Nantaisaer Museumsleiterin Sophie Lévy, dem Rodin-Museum in Paris einen konstruktiven Vorschlag zu machen. Dort lagerte nämlich im Depot das unrestaurierte  Gipsmodell der eindrucksvollen Skulptur „Les trois ombres“ („Die drei Schatten“) von Auguste Rodin (1840 – 1917).

Das Museum in Nantes schlug nun im Rahmen der Restaurierungsmaßnahmen vor, auch dieses für die Moderne so bedeutende Werk sorgfältig wieder aufzuarbeiten, geknüpft an die Bedingung, dass es dann auch für einen längeren Zeitraum in Nantes bleiben könne. „Die drei Schatten“ stellen die verdammten Seelen am Eingang der Hölle dar. Diese Szene aus dem „Inferno“ von Dantes „Göttlicher Komödie“ hatte den Bildhauer besonders fasziniert.

Imposant in Szene gesetzt: „Les trois ombres“ am Eingang zur Hölle, von Auguste Rodin , Foto: Petra Kammann (©Musée d’Arts de Nantes) 

Das gewaltige, 2 Meter hohe und 800 kg schwere Gipsmodell wird nun hier den berühmten „Seerosen aus Giverny“ von Claude Monet (1840 – 1926) gegenübergestellt.  Denn die beiden Künstler verband eine bewegende persönliche wie auch künstlerische   Freundschaft. Beider Werke waren auch schon 1889 in Paris zusammen ausgestellt worden und seinerzeit gemeinsam gegen die gängige Meinung der Akademie von den Kritikern Oktave Mirbeau und Gustave Geffroye  verteidigt worden.

Einleuchtend erscheint daher nicht nur die Sichtbeziehung zwischen dem starken Bildhauer und dem impressionistischen Maler als Marksteine der Moderne, sondern auch der Dialog zweier verschiedener Genres miteinander, die dem Publikum nicht so vertraut sind. So stehen im Monet-Rodin-Saal dann auch Monets „Gondoles à Venise“ aus dem Jahre 1908 und die „Seerosen“ aus dem Jahre 1917 neben Rodins Büsten von Jules Salou, Jean-Paul Laurens, Victor Hugo und Gustave Geffroye ebenbürtig Seite an Seite.

Außerdem hat das Pariser Rodin-Museum wegen dieser konzeptionellen Verbindung beider Künstlerpioniere großzügigerweise neben dem Gipsmodell auch noch die Bronzeplastik „La mort d’Adonis“ („Tod des Adonis“) und den Gips „La main crispée“ („Die angespannte Hand“) aus dem Ensemble „Die Bürger von Calais“  dem Museum zur Verfügung gestellt.

Aber auch andere Nationalmuseen haben das Ihre dazu getan, um die hier aufgezeigte und ablesbare künstlerische Entwicklung zu unterstützen: der Louvre mit dem Selbstporträt von Nicolas Poussin und „Le jeune martyre“ von Paul Delaroche, dann das Musée d’Orsay mit Pierre Bonnards „Marine à Arcachon“ sowie mit Gemälden von Félix Valloton und Edouard Vuillard und weiterer Bilder von Manet.

Das Centre Pompidou stellte dem Museum für die nächsten drei Jahre Werke von Max Ernst, Francis Picabia und Jean Arp zur Verfügung, weil sich in Nantes im 20. Jahrhundert mit Yves Tanguy, André Masson, Claude Zaun, Wilfredo Kam oder auch Matta ein surrealistischer Schwerpunkt herausgebildet hat und dieser sich für die Ausstellung anbot. Die surrealistischen Werken werden denen von Jean Dubuffet und Gaston Choissac gegenübergestellt.

Die Strömungen des 20. Jahrhunderts, repräsentiert etwa durch Auguste Herbin und Georges Vantangerloo, sind gruppiert um ein Ensemble von 11 Kandinsky-Werken aus der Zeit seines Wirkens am Bauhaus zwischen 1922 und 1933. Es folgen in der großen Galerie die Werke der abstrakten Kunst nach 1945 mit einem sehr expressiv- dynamischen Bild von Pierre Soulages, Werken von Roger Bissière, Hans Hartung und einiger Op-Art-Künstler wie Victor Vasarély sowie François Morellet.

Blick in den Saal der Kunst nach 1945, der Luft und Licht atmet

Im zweiten Stock und im sogenannten Cube, dem Neubau, geht es dann unmittelbar in die Jetztzeit und in die damit verbundene zeitgenössische Kunst mit den neuen Realisten, den Künstlern der Arte Povera und den Pionieren der Videokunst. Seit 2011 hat das Museum insgesamt 185 meist hochkarätige neue Arbeiten erworben, wie zum Beispiel Duane Hansons realistisches Environment „Fleamarket-Lady“ was deutlich zeigt, dass den Nantaisern besonders an der Teilhabe der Zeitgenossenschaft liegt, die den Anschluss an die internationale Kunstszene nicht verschlafen hat.

Bill Violas eindrucksvolles Video „Nantes Triptych“– eine archetypische Allegorie von Geburt und Tod – ist bis zum 18. März 2018 in der Chapelle de l’Oratoire zu sehen

Die komplett renovierte Kapelle aus dem 17. Jahrhundert, die seit 1952 unter Denkmalschutz steht und die einst dem Gebet gewidmet war, ist vollständig den zeitgenössischen Videoinstallationen vorbehalten und löst nun andere Nachdenklichkeit aus. Dort ist bis 2018 das Video „Nantes Triptych“ des amerikanischen Künstlers Bill Viola zu sehen ist.

Da sind in der dunklen Kapelle drei Bildschirme parallel geschaltet, auf denen man unmittelbar und simultan die Szenen von Geburt und Tod verfolgen kann: den Prozess einer realen Geburt zur Linken, eines Menschen unter Wasser schnorchelnden Mannes in der Mitte und dem allmählichen Tod einer alten Frau – für den New Yorker Künstler eine Allegorie des Lebenszyklus‘, von der Geburt, zur Wiedergeburt bis hin zum Tod  – einsichtig für jedermann.

→ Das Musée d’Arts de Nantes und eine filgrane Installation von Susanne Fritscher

→ Die Passage Pommeraye: Ein magisch-nostalgischer Ort in Nantes
→ Tolle Tage – „La folle Journée 2016“ in Nantes

→ Nantes – Reise in die innovative Stadt“>Voyage à Nantes – Reise in die innovative Stadt

Laura J. Padgett: somehow real

2017, Juli 27.

Eine Kooperation der Marielies-Hess-Stiftung mit dem Museum Giersch der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Hier die Laudatio von Brigitta Amalia Gonser

Preisverleihung im Museum Giersch – v.l.n.r.: Manfred Großkinsky, Direktor des Museum Giersch der Goethe-Universität, Saxofonist Ralf Frohnhöfer, Professor Michael Crone, Marielies Hess-Stiftung; Fotos: Erhard Metz

Als Marielies-Hess-Kunstpreisträgerin 2017 präsentiert die herausragende Frankfurter Fotografie- und Film-Künstlerin Laura J. Padgett unter dem Motto „somehow real“ in der für ihr Werk repräsentativen retrospektiven Ausstellung ihr spezifisches Thema der sensiblen Rolle der Wahrnehmung in der ästhetischen Realitätsspiegelung  des öffentlichen und privaten Lebensraumes.

Ihre Fotografien und Filme sind vielschichtige Beobachtungen unserer Alltagswelt. Als Meisterin der Linse integriert sie Architektur und Kunstgeschichte in ihre eigenständigen zeitgenössischen Kunstwerke, die zwischen Nüchternheit und Traum oszillieren.

Zu sehen sind Farbfotografien aus fünf formal unterschiedlichen aber stets malerisch narrativen Zyklen der letzten fünfzehn Jahre: vom Entréebild „What does it mean when you say you have been there?“ über die ambivalenten „Diptychen“ und die atmosphärischen Libanonfotografien in „Confined Space“ zur fotografischen Interpretation des Universums Peter Zumthors in „Architektur denken“ und zu ihren fotografischen Betrachtungen über Vergänglichkeit, Beständigkeit und abstrakte Schönheit der spektakulären baulichen Erweiterung des Städels in „Raum über Zeit“. Sie alle erzählen vielschichtige und simultane Geschichten, die vom Betrachter dechiffriert werden müssen.

Dabei fotografierte Laura J. Padgett bis 2012 weitgehend analog und erst danach digital.

Laura J. Padgetts breit angelegtes Œuvre umfasst seit den 1990er Jahren so unterschiedliche Genres wie Architekturfotografie, Stillleben und Urban Street Photography. Die Grenzen sind aber fließend. Sie arbeitet in Zyklen und liebt die Narration. Begleiten Sie mich also auf einem virtuellen Rundgang zu den einzelnen repräsentativen Stationen dieser Ausstellung im Museum Giersch der Goethe-Universität.

Werkzentral ist der Zyklus ihrer ambivalenten Diptychen, in denen Laura J. Padgett stets zwei analoge Fotografien mit sehr unterschiedlichen Sujets zu Doppelbildern verschränkt, so dass jeweils Außen- und Innenräume divergierender Provenienz miteinander konfrontiert werden. Somit steht der Betrachter vor einem beunruhigenden Geheimnis, das er entschlüsseln möchte. Wobei Wahrnehmungsprozesse aktiviert werden, bei denen Identität und Diversität, Raum und Zeit, Licht und Reflexion, Illusion und Realität eine Rolle spielen. Darin liegt die Qualität dieser poetischen Bildpaare. Sie erzählen zugleich von An- und Abwesenheit der Dinge oder Personen, von der Wahrnehmung und der Erinnerung.

„Wolke“, 2005, C-Prints, Diasec, 2-tlg., 50 x33 cm, 50 x 74 cm, aus: „Diptychen“.

© Laura J. Padgett

 Manchmal setzt Laura J. Padgett unter ihre Fotografien gezielt kurze Phrasen oder Slogans, die in kompakter Form eine dialektisch ergänzende Aussage zur Bildgeschichte vermitteln. Diese Textelemente evozieren zusätzliche visuelle Vorstellungen und sind nicht als Bilduntertitel gedacht. Dabei versucht der Betrachter Bild und Text in Einklang zu bringen.

Architektur und Spurensuche spielen auch im Zyklus „Confined Space” eine Rolle, mit dem Laura J. Padgett 2011 begonnen und den sie 2013 und 2015 weitergeführt hat. In diese Zeit fallen drei Aufenthalte in den Libanon, vor allem in Beirut, die es ihr ermöglichten, nach und nach tiefer in die libanesische Gesellschaft einzutauchen und mit ihren Fotografien auf die Umgebung und auf die Spannungen, die auf dem Land lasteten, zu reagieren.

 

Another kind of vacuum, 2013/2015, Lichtechter Pigmentdruck, Photo Rag, Ultra Smooth, 80 x 60 x 3 cm, aus: “Confined Space”. © Laura J. Padgett

Diese atmosphärischen Libanonfotografien sind keine Momentaufnahmen, sondern Aufnahmen von Zuständen und Sachlagen. Sie zeigen die Verletzungen und die Gefährdung einer ehemals als „Paris des Ostens“ genannten Kulturmetropole, die nachhaltigen Folgen von Bürgerkrieg, von Aufbau und Wiederaufbau, das Leben in Provisorien und fügen sich zu einer komplexen Geschichte, die einen spezifischen Eindruck vom Ort und seinen Menschen vermittelt.

Besondere Aufmerksamkeit widmet Laura J. Padgett der Architektur des 21. Jahrhunderts mit der ihr innewohnenden vermeintlichen Trennung zwischen privatem und öffentlichem Raum. So faszinierte sie im Zyklus „Architektur denken“ die besondere bauliche Situation von Peter Zumthors neuem Wohn- und Atelierhaus, in dem sich Erinnerungen, Stimmungen und Sehnsüchte verdichten.

Blüten, 10. Juli 2005/2017, Dye Transfer Print, semi-glossy Barytkarton, 54,5 x 36,5 cm, aus: „Architektur denken“. © Laura J. Padgett

Das auf ihn selbst zugeschnittene Haus verkörpert nicht nur Peter Zumthors Entwurfsstrategien und Raumkonzepte; es drücken sich darin ebenso unmittelbar bewusste oder unbewusste Wünsche, Sehnsüchte und Gefühle aus.

Sieben der dazu kongenialen Fotografien von Laura J. Padgett werden hier zum ersten Mal in einer Ausstellung gezeigt. Dabei werden Relationen zwischen dem Außen und dem Innen, Spiegelungen, Transparenz und Schatten taktil wahrnehmbar. Scheinbar befestigte Betonmauern aber auch Fenster, in denen sich die Umwelt spiegelt, hindern den Betrachter am Eindringen. Doch dann öffnen sich dezent schmale Einblicke ins Private.

Der im Juli 2005 dazu entstandene Zyklus von analogen Fotografien wurde zwischen 2006 und 2010 bisher nur in Peter Zumthors Essaysammlung „Architektur denken“ sowie in seiner Monografie 2014 veröffentlicht.

Das Städel Museum in Frankfurt am Main diente Laura J. Padgett als Muse für ihre fotografischen Betrachtungen über Vergänglichkeit, Beständigkeit und abstrakte Schönheit in ihrem Zyklus „Raum über Zeit“. Zwei Jahre lang, von Januar 2010 bis Januar 2012, fotografierte sie die spektakuläre bauliche Erweiterung des Museums und Renovierung des Altbaus durch das Frankfurter Architekturbüro schneider+schumacher.

 

„Oberlicht im II. OG Städel Mainflügel“, Februar 2011, aus: „Raum über Zeit“ © Laura J. Padgett

Dabei ging es der Künstlerin als Malerin und Filmemacherin primär nicht um Dokumentation, sondern um das Sammeln von Momenten, die wie scheinbare Fragmente zu etwas neuem zusammengefügt werden: sensible Beobachtungen von Flüchtigkeit, von greifbarer Materialität und Licht. Der Wechsel zwischen Innen und Außen, die Wahl des Unscheinbaren, aber auch die Wahl einer seltenen Perspektive, einer ungewöhnlichen Sichtweise auf das Objekt macht ihre Arbeiten interessant und faszinierend.

 

„Deckenbewehrungsmatten“, August 2010, aus: „Raum über Zeit“. © Laura J. Padgett

Die in dieser Zeit entstandenen analogen Fotografien gewähren daher Einblick in Raum und Zeit und in die Poesie der Wahrnehmung, ohne jemals die konkrete Realität des untersuchten Objekts aus dem Blick zu verlieren.

Im Frühjahr 2012 wurden achtzig davon als Buch mit dem Titel „Raum über Zeit“ im Kehrer-Verlag veröffentlicht. Außerdem erwarb die Kunstsammlung der DZ BANK eine erlesene Auswahl dieser Fotografien. Exemplarisch werden mit dem Plakatmotiv sieben der Arbeiten in dieser Ausstellung so zum ersten Mal gezeigt.

Als Pendant zu ihren Fotografien werden in der Ausstellung „somehow real“ auch zwei repräsentative Digitalvideos der talentierten Film-Künstlerin Laura J. Padgett als Endlosschleifen gezeigt: „ambient noise“, von 2004, eine indirekte Hommage an den Film „Wavelength“ von Michael Snow, an das Erlebnis Kino und unsere Beziehung zur Innen- und Außenwelt sowie der speziell für diese Ausstellung produzierte Found-Footage-Film „Solitaire“, von 2017. Dieser beleuchtet zwischen privatem und öffentlichem Raum angesiedelte, sich auflösende soziale und kulturelle Grenzbereiche der sechziger Jahre, die sich durch die filmische Umsetzung als fundamental erweisen. Ausgehend von gezielter Recherche im Archiv des Hessischen Rundfunks besteht er hauptsächlich aus Dokumentarfilm-Material der Zeit.

„Dem Prozess des Fotografierens geht immer das tiefe Verständnis meiner Erfahrungen voraus“, sagt Laura J. Padgett und fügt hinzu: “Was mich immer interessiert, ist die Art und Weise, wie sich das Humane im Alltäglichen offenbart. Es ist diese vermeintlich beiläufige oder anonyme Geschichte, die tatsächlich unsere Welt ausmacht.“

Dabei konzentriert sie sich auf Überlagerung und Dichte. Sie schaut lange hin und fotografiert oft Dinge, die es nicht ewig geben kann: Spuren.

Folgen Sie diesen Spuren in der Ausstellung „somehow real“ und beglückwünschen Sie mit mir die Künstlerin Laura J. Padgett dafür.

Laura J. Padgett; Bildnachweis: die Künstlerin

Laura J. Padgett, 1958 in Cambridge, Massachussetts, USA geboren, weist ein außergewöhnliches künstlerisches Profil auf.

Sie studierte von 1976 bis 1980 zuerst Malerei und Film am Pratt Institute in New York, dann nach ihrer Umsiedlung 1981 nach Europa ab 1983 bis 1985 Film und Fotografie an der Frankfurter Städelschule bei Peter Kubelka und Herbert Schwöbel sowie von 1991 bis 1994 Kunstgeschichte und Ästhetik an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main.

Als Dozentin lehrt sie seit 1990 an mehreren Hochschulen Fotografie, Film, Kunstgeschichte und Kunsttheorie. Seit 2010 unterrichtet sie an der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden.

Sie ist in öffentlichen Sammlungen vertreten und hat seit den neunziger Jahren in Deutschland, Frankreich, Schweiz, Österreich, Italien, Türkei und Zypern in Museen und Galerien einzeln ausgestellt. Außerdem war sie als Artist in Residence in England, der Schweiz, in Libanon aber auch auf Schloss Balmoral in Bad Ems.

Laura J. Padgett lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

Ein Künstlergespräch zwischen Laura J. Padgett, der Kuratorin und den geladenen Gästen, wird am So. den 13. August 2017 um 11 Uhr in der Ausstellung „somehow real“ im Museum Giersch der Goethe-Universität stattfinden. Ebenda hält am 27. August 2017 um 15 Uhr Laura J. Padgett einen Workshop zur Fotografie als Prozess. Außerdem gibt es auch zwei Führungen der Kuratorin am 26. August um 15 Uhr und am 27. August 2017 um 11 Uhr.

→ Laura J. Padgett erhält den Kunstpreis 2017 der Marielies Hess-Stiftung

Sonneninsel Usedom: Wo der letzte deutsche Kaiser zur Sommerfrische weilte

2017, Juli 22.

Drei Kaiserbäder, ein Weinberg, ein Wasserschloss, Bäderarchitektur, Wald, Seen, Sandstrand und rundherum Meer – was will der Urlauber mehr?

Text und Fotos: Elke Backert 

Bei der Sanierung von St. Petri in Benz, 1229 erstmals erwähnt, wurde die mittelalterliche Bausubstanz Feldstein wieder freigelegt. Der obere Turm und die Innenausstattung mit feiner gemalter Kassetten-Decke stammen aus dem 18./19. Jahrhundert.

Ich halte es nicht mit den Journalisten, denen man witzelnd nachsagt, sie guckten eine Kirche nur von außen an. Ich gehe hinein. Das mache ich auch in Benz auf der pommerschen Insel Usedom und erlebe einen alten Herrn Pastor, der zu Erstklässlern spricht. Auf kindgerechte Weise will er ihnen die Geschichte des Ortes und ihrer berühmten Kirche nahebringen. Immerhin hat sie der weltbekannte deutsch-amerikanische Maler Lyonel Feininger (1871-1956) variationsreich, mal in Öl, mal in lichten Aquarellfarben, für die Nachwelt festgehalten.

56 km lang ist der Feininger-Rundweg

Der Pastor erzählt sehr lebendig und endet mit einer tollen Geschichte, die die Zweitklässler aufhorchen lässt. Er habe eine alte Urkunde im Kirchturm gefunden, die merkwürdige, nicht entzifferbare Schriftzeichen enthält. Ein befreundeter Chinese aber habe eines der Zauberzeichen entschlüsseln können. Es stünden da drei große B, BBB, und der Chinese kannte auch ihre Bedeutung. Ein Benzer Brause-Baum wüchse im Kirchgarten.

 

Erdholländers Ex-Pastor Martin Bartels vor der Holländerwindmühle

„Habt ihr schon mal einen Brausebaum gesehen?“ – „Nein“, schreien die Kleinen. – „Doch“, entgegnet der Pastor, „den gucken wir uns jetzt mal an.“ Die Kinder stürmen hinaus. Tatsächlich hängen da an einem Baum gelbe Limonaden-Flaschen, und rote, die „reifen“, liegen schon im Gras. Jubelnde Kinder sind dem Pastor gewiss.

Der gebürtige Amerikaner Feininger hielt sich gern im beschaulichen Achterland, dem Hinterland der Insel, auf. Auf seinem Fahrrad Marke Cleveland-Ohio mit Holzfelgen und Gummibereifung fuhr er jedes Jahr Zigtausende Kilometer. Wo es ihm gefiel, warf er das Rad in den Graben und skizzierte die Landschaft, einen Weg, die Benzer Holländerwindmühle von 1830, die bis 1972 in Betrieb war, oder eben die Kirche St. Petri.

1912 schrieb Feininger aus Benz, übersetzt etwa: „Ich befinde mich inmitten der Motive, die ich mag und die mich inspirieren.“ Die Zeichnung des Benzer Erdholländers, die erste bildliche Darstellung des Kulturdenkmals, besitzt heute die Familie Rockefeller.

Das und noch viel mehr erfährt der Besucher in der schmucken Reet gedeckten Galerie gleich neben St. Petri. Für das Achterland sind Rohr- oder Schilfdächer, also Reet gedeckte Häuser, typisch, während in den drei „Kaiserbädern“ der Pommerschen Bucht, Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin, die Bäderarchitektur vorherrscht, eine gelungene Summierung aller Stilepochen von der Antike bis zum Jugendstil, die im 19. Jahrhundert und in der Zeit bis zum Ersten Weltkrieg an der Küste entstand: Loggien, Brüstungen, Veranden, Erker, Türmchen oder Säulen.

Der Galerist Johannes Albers ist stolz auf sein kleines Feininger-Kabinett mit Kunstdrucken und einem originalen Brief, den der in Deutschland verfemte Feininger 1937 aus der Emigration in den Vereinigten Staaten schreibt: „Was wird aus all’ unseren Künstlerfreunden im nunmehrigen ’Naziland’???“

Das Feininger-Rad im Kunst-Kabinett

Auch des Malers Rad von 1897 wird im Kunst-Kabinett aufbewahrt. Albers, der „unsere kleine Strohdach-Hütte“ seit 1955 betreibt, dem Jahr, in dem Feininger die Benzer Kirche malte, erklärt gern den Inhalt eines Bildes. Ein Kunstdruck vom „Rathaus in Swinemünde“ hängt gleich zweimal an der Wand, einmal mit polnischem Titel, einmal auf deutsch. In dem Gemälde gehe es, satirisch überhöht, um die feinen Damen, hochgewachsen und in schicker Garderobe, die im Kaiserbad Swinemünde promenieren und ihre kleinen rundlichen Männer dominieren. Die Herren haben das dicke Geld für den Schick ihrer Damen. „Das wirklich erste Kaiserbad“, ergänzt Albers, „war nämlich Swinemünde.“ Dessen Zeit als Seebad begann 1820. Die „3 Kaiserbäder“ der Insel Usedom, Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin, übernahmen den publikumswirksamen Namen. Nicht ohne Grund, denn Wilhelm II., der letzte deutsche Kaiser, wählte sie als Sommerfrische.

Bei soviel Feininger ist es kein Wunder, dass die Insel dem Promi einen Rad-Rundweg widmet, 56 Kilometer lang und gekennzeichnet durch Weg-Beschilderung, aber auch durch Bronzeplatten im Erdboden vor den jeweiligen Objekten. 40 Orte, an denen man über 80 seiner Gemälde nachvollziehen kann.

Der Kunstdruck der Benzer Kirche mit den Maßen ist in der Galerie zu erwerben. Da sich die Galerie durch hervorragende Akustik auszeichnet, darf das Usedomer Musikfestival jedes Jahr im September die Räume für Konzerte nutzen.

Das legendäre Seeschlösschen

1924 spazierte aber auch kein Geringerer als Thomas Mann gemeinsam mit seiner Ehefrau Katia und den Kindern über die Promenade und feilte im Bansiner „Haus Seeblick“ am letzten Kapitel seines Jahrhundertromans „Der Zauberberg“.

Mellenthin ist der Ort, wo das gleichnamige Wasserschloss aus dem Jahre 1575 als Hotel und Restaurant dient und immer ausgebucht scheint. Weil die Portionen für Riesen gemacht sind? Inzwischen hat es eine Brauerei und eine Kaffeerösterei eröffnet. Zwei Euro „Brückenzoll“ kostet es, sich dem Schloss zu nähern. Die werden aber beim Verzehr angerechnet.

Einen Tisch vorbestellen sollten Fischfreunde, wollen sie im „Waterblick“ in Loddin essen. Hier haben sie einen schönen Blick über das Achterwasser auf die Halbinsel Görmitz, und sie treffen bei Peter Noack auf den nördlichsten Weinberg Deutschlands mit 99 Rebstöcken. Die Pflege des zwölf Jahre alten pommerschen Weingartens und Erzeugung des tiefroten Cabernet-Sauvignon „Loddiner Abendrot“ überlässt Herr Noack lieber einem Winzer von der Nahe, denn „wir Pommern sollten Kartoffeln buddeln, von Wein haben wir keine Ahnung, das ist zu komplex.“

Das Achterwasser, das zusammen mit dem Peenestrom die eigenwillig geformte Insel vom Festland trennt, lernt man bestens bei einem Segeltörn mit der „Weißen Düne“ kennen. Auf der Fahrt von Neppermin nach Karlshagen muss der Segelschoner die Wolgaster Klappbrücke durchqueren, die sich nur zu festen Zeiten öffnet. Ein aufregendes Erlebnis, zumal bei einem Abendtörn und glutrotem Sonnenuntergang.

Der größte Teil der Insel ist zusammen mit der nahen polnischen Insel Wollin seit 1966 Landschaftsschutzgebiet und als Naturpark mit einer Eule beschildert, ein Refugium für Fauna und Flora. Hier zählt man die größte Seeadler-Population Deutschlands. Am besten seien sie von der Zecheriner Brücke aus, möglichst am frühen Morgen, zu sichten. Fernglas vorausgesetzt, damit man sie nicht etwa mit der Lachmöwe verwechsele. Der lärmende Autoverkehr Richtung Anklam störe sie nicht.

Usedoms Wasserschloss Mellenthin

Dort, im Usedomer Winkel, kann man sich auch gleich die zum technischen Denkmal erklärte Eisenbahn-Hubbrücke von Karnin ansehen. Ein Meisterwerk, 1876 als 360 Meter lange Fünfbogenbrücke für die Eisenbahnstrecke Ducherow-Swinemünde erbaut. Für Schiffsdurchfahrten gab es eine Drehbrücke. Steigende Zugzahlen erforderten einen Neubau der Brückenöffnung. Dabei entschied man sich für eine Hubbrücke, die nach dem Fahrstuhlprinzip des Schiffshebewerks Niederfinow arbeitet. Ende 1933 nahm man die Brücke in Betrieb, die eine Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern zuließ. Am 23. April 1945 sprengte die Wehrmacht die Pfeiler der Überbauten und fuhr die „Tröge“ nach oben, um die vorrückende Rote Armee aufzuhalten.

Eine der schönsten Lindenalleen – es sollen 337 achtzig- bis 100jährige Bäume sein – führt ins 130-Seelen-Dorf Krummin, das sich wegen seines winzigen Jachthafens in der Krumminer Wiek „Klein Nizza“ nennt. Von dort blickt man zur Halbinsel Gnitz. Das Mittelstück der gotischen 750 Jahre alten Backsteinkirche, der ältesten Usedoms, ist der letzte erhaltene Teil eines Zisterzienserinnen-Klosters. Ausruhen bei hausgemachtem Kuchen und Hausmannskost lässt sich in der „Naschkatze“, dem ersten und einzigen Sitz-, Steh- und Liegecafé Usedoms. Gesine, Peter und die Katze bieten mit ihren Ferienwohnungen auch Platz zum Schlafen.

Man kann aber auch ganz allein im Sommer wie im Winter einen Strandspaziergang am weißen Dünenstrand bis nach Polen machen oder den Weg entlang der Promenade erradeln.

Picknick-Zeit – auch im Museum, im Frankfurter MAK

2017, Juli 19.

Summer in the city – Eine Reise durch verschiedene Zeiten und Räume einer Esskultur im Freien

Petra Kammann hat sich die Schau „Picknick-Zeit“ im Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt angesehen 

 

Balázs Vesszösi, Gündem Gözpinar, Déjeuner sur l’herbe 2.0, Foto: Anja Jahn, © Museum Angewandte Kunst

In Anspielung auf Edouard Manets berühmtes Gemälde „Déjeuner sur l’herbe“ von 1863 prangt einladend gleich am Eingang des Museums eine gesprayte Version des Originals. Damals galt Manets Bild als das erste provokative Kunst-Event. Es wurde von den Juroren des Pariser Salons abgelehnt, da dort nur „anständige“ Tableaus hängen sollten. Doch die Freude an der neu empfundenen Freizügigkeit war unaufhaltsam und machte Furore. Heute hängt das Bild im Pariser Musée d’Orsay und zieht die Touristen an. Und getafelt wird nach wie vor mit großer Lust im Grünen.

In der Schau „Picknick-Zeit“ erzählen bis zum 17. September 2017 auf über 1.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche zahlreiche Objekte, Installationen, Fotografien und Filme sowie die verschiedensten Picknick-Utensilien vom Variantenreichtum der beliebten Kulturpraxis Picknick in den verschiedensten Ecken der Welt. Denn der Kult ums entspannte Speisen im Freien zieht sich rund um den Globus und machte nicht erst im 19. Jahrhundert Geschichte; schon die alten Griechen schätzten das Mahl unter freiem Himmel.

Auch in anderen Kulturen reicht diese Tradition viele Jahrhunderte weiter zurück bis ins 8. Jahrhundert zum Beispiel bei den Japanern. Sie schufen feinste Lack-Utensilien und eigene Sake-Fläschchen für das höfische Kirschblütenfest, das im Freien gefeiert wurde. Die älteste Darstellung eines Picknicks in der Schau ist eine sizilianische Jagddarstellung in einem antiken Mosaik aus dem 4. Jahrhundert, bei dem Männer, auf einem Stibadion (eine Art Bett) lagernd, rund um einen Rost genüsslich ein Hähnchen grillen.

→ Picknickkoffer für 4 Personen von Barret’s & Sons, London, 1900, Korpus aus Leder, Textil, Geschirr aus Porzellan und Metall emailliert, Glas, Bast. Sammlung Axel Plambeck, Zürich, Foto: Uwe Dettmar, © Museum Angewandte Kunst

Spätestens mit der Erfindung des Picknickkorbs im England des 18. Jahrhunderts ging es zunächst ganz royal und auch snobbish zu. Und das sogar bis heute. Man denke nur an die britischen Kultorte Goodwood, Ascot, Epsom, Henley, auf denen das Picknickvergnügen mit sportlichen Ereignissen verbunden ist oder an Glyndebourne, in Südengland,  wo seit der Gründung 1934 eine Opernaufführung fester Bestandteil des Essgelages ist.

Porzellangeschirr, Silberbesteck und mundgeblasene Champagnerflöten lassen dabei keine Wünsche offen. Und in Frankreich etwa wurden für Auto- und Motorradfahrten ins Grüne eigens elegant-stabile Lederkoffer von Louis Vuitton entwickelt. Bei den Briten wurde absurderweise sogar auch im Krimkrieg zum gesellschaftlichen Ereignis Champagner serviert, bevor das Picknick durch die Industrialisierung der Städte und dank der zunehmenden Mobilität breiter Gesellschaftsschichten zum Gemeingut wurde.

Da erwies sich etwa leichtes Aluminiumgeschirr als überaus praktisch, wenn es zum Beispiel zum Bergwandern in die Schweiz ging. Mit der Demokratisierung ging auch die Produktion von Kunststoffgeschirr einher. Wunderbare Beispiele sind hier aus den skandinavischen Ländern zu sehen. Denn für die Mahlzeiten im Freien wurden spezielle Utensilien entwickelt. So stehen Designprodukte aus Kunststoff für pragmatischen Komfort. Speziell erdachte Tische und Stühle, Kleidung, Fächer und Schirme ergänzen die Auswahl der Ausstellungsexponate.

In einer eigens für die „Picknick-Zeit“ angefertigten Serie von Karikaturen spießt der Maler, Cartoonist und Illustrator Hans Traxler, dem ein kleines Häuschen in der Ausstellung gewidmet ist, die kleinen Absurditäten des britischen Picknicks mit spitzer Feder auf: Die Briten lassen sich sogar die Mahlzeiten nicht am, sondern im! Swimmingpool servieren … Und aus Frankfurt steuerte der Ruderclub Germania, der an der Regatta in Henley teilgenommen hat, sogar ein Rennruderboot bei .

Mit einem solchen Rennruderboot des Ruderclubs Germania waren die Frankfurter bei der Royal Henley Regatta auch dabei… Foto: Petra Kammann

Ob beim High Society Event in der feinen britischen Gesellschaft oder der fröhlichen Landpartie: das ungezwungene Picknicken in der Natur erweist sich stets als gemeinschaftsstiftend; so zieht sich die Lust an der spielerischen Freiheit quer durch die gesellschaftlichen Schichten und wirkt entspannend. Auch heute erfreut es sich großer Beliebtheit. Und in den westlichen Metropolen zeichnet sich ein Trend zum Revival des arrangierten Picknicks ab, sei es beim stilvollen „Dîner en Blanc“, wo alle Gäste weißgekleidet kommen, oder bei schlichten und fröhlichen Ausflügen mit Kind, Kegel und Klappgrill ins Grüne.

Unterschiedliches ist ausgestellt: Picknick in den Bergen (Jean Troillet und Nicole Niquille beim Vorbereiten eines Fondues auf der K2-Expedition, Pakistan, 1985, © Alpines Museum der Schweiz, Bern) und bei der Henley Royal Regatta, mit dem Foto von Julian Gregor, 2016, Museumsansicht, Foto: Petra Kammann

Die Frankfurter Fotografin Barbara Klemm hat in den letzten 40 Jahren weltweit zahlreiche Picknick-Szenen aufgenommen, die erstmals in dieser Ausstellung dem Publikum gezeigt werden. Auf Reisen, die sie auf ihren FAZ-Reportagen etwa nach Kapstadt, China, in die Ukraine oder den Iran führten, bannte sie die Szenen dieses geselligen Beisammenseins poetisch auf ihre schwarzweißen Rollfilme.

In China ging es 1985 noch sehr schlicht zu… (Peking, China, 1985, © Barbara Klemm). Die Fotografin steuerte insgesamt 35 Schwarz-Weiß-Fotografien mit Picknick-Szenen aus verschiedenen Ländern bei. 

Aber auch andere künstlerische Aktionen lassen sich in der variationsreichen Schau im Museum für Angewandte Kunst ausmachen wie in dem groß angelegten partizipativen Kunstprojekt BIGNIK der Riklin-Brüder, die seit 2012  in der einstigen Textilregion Appenzell AR-St. Gallen-Bodensee mit Hilfe der Bevölkerung eine überdimensionale Picknickdecke für die ganze Region herstellen.

Nähwerkstatt der BIGNIK-Aktion der Aktionskünstler Frank und Patrik Riklin: Auf der Rampe beim Bahnhof Goldstatt werden die gesammelten Decken auf eine Größe gebracht, damit sie anschließend zu einer Riesen-Picknickdecke ausgelegt werden. Foto der Museumsansicht: Petra Kammann

Oder das „Déjeuner sous l’herbe“ des Eat Art-Künstlers und Nouveau Réaliste Daniel Spoerri. Er hatte im Jahre 1983 hundert Personen aus der Pariser Kunstszene zu einem Picknick-Bankett in den Park des Schlosses Montcel in Jouy-en-Josas an eine eine 40 Meter lange Tafel geladen, zu der Geschirr und Besteck mitgebracht werden sollten. Nach dem Tafeln im Freien ließ er die Überreste dieses Events vor Ort vergraben (daher „sous l’herbe“). Erst 2010 wurden Teile von Spoerris Aktion als erstes zeitgenössisches Kunstwerk von Archäologen wieder ausgegraben. Ein vom Künstler angefertigter Bronzeabguss der Ausgrabungsobjekte ist in der Ausstellung ebenso zu bestaunen wie eine Fotodokumentation von BIGNIK.

Auch historisch ist die variationsreiche Ausstellung interessant und lehrreich. So steht  in einer Ecke das Tor vom Stacheldrahtzaun des Eisernen Vorhangs sowie ein halber Trabi, der, stehen gelassen bei der Flucht am 19. August 1989 nach Österreich, an ein Ereignis im ungarischen Sopron erinnert, nämlich an das „Paneuropäische Picknick“, an dem  die ersten DDR-Bürger den Zaun, der sie vom Westen abtrennte, überwanden – weil niemand sie mehr aufhielt und auf sie schoss!

Die Spanne des Dargestellten ist äußerst breit. Sie verweist sowohl auf ungewöhnliche Aspekte der Picknick-Kultur wie auf den Frankfurter Wäldchestag oder auf die einmalige Sperrung des Ruhrschnellwegs im Jahre 2010, als die Metropole Ruhr auf diese Weise zum Kulturhauptstadtevent zusammenfand wie auch auf Traditionen in anderen Erdteilen. Da wirft die Ausstellung einen Blick auf den Totentag in Mexiko, wo in einem mehrtägigen Fest auf den Friedhöfen zwischen tanzenden Skeletten gepicknickt wird.

Fondueland Gstaad, Riesen-Caquelon, Installation in der Ausstellung Picknick-Zeit, 2017, Foto: Anja Jahn, © Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main

Und wenn dann am 1. August 2017  die Schweiz ihren 726. Geburtstag feiert, lädt das Schweizer Generalkonsulat in Frankfurt am Main in Kooperation mit dem Museum für Angewandte Kunst und Gstaad Saanenland Tourismus zu einem gemeinsamen Picknick in den Museumspark ein, wo auch das Riesen-Caquelon unübersehbar ist. Da werden dann im Metzlerpark kulinarische Besonderheiten aus der Schweiz wie Biokäse-Raclette aus der Region Gstaad oder Schweizer Wein, Bier oder helvetische Limo aus Milchserum zum Selbstkostenpreis angeboten.

Ob man sich am Main dann wie in den Alpen fühlt, wird man sehen oder besser hören, wenn nämlich das Alphorn-Duo Alpcologne zu jeder vollen Stunde und zu jeder halben Stunde ertönt.

Als besonderes Geschenk an Frankfurt ist der Eintritt in das Museum während der Öffnungszeit von 10 Uhr bis 18 Uhr für alle Besucherinnen und Besucher frei.

Im Rahmenprogramm der Schau „Picknick-Zeit“ und in Kooperation mit dem Deutschen Filmmuseum lädt das Museum Angewandte Kunst im August zu einer thematischen Filmreihe ein. In den fünf ausgewählten Filmen spielt das Picknick eine Schlüsselrolle: Sie zeigen die Lust und Sinnlichkeit, die kollektive Vergnügtheit oder aber das komische Misslingen der Mahlzeit in der Natur. Neben zwei Klassikern von Jean Renoir führen die Filme nach England Anfang des 19. Jahrhunderts, folgen dem geheimnisvollen Ausflug australischer Schülerinnen Anfang des 20. Jahrhunderts oder zeigen den Konflikt des französischen Bürgertums mit dem Leben in freier Natur im Mai 1968.

Den Auftakt der Reihe bildet am 2. August um 18 Uhr der impressionistische Film „Eine Landpartie“ von Jean Renoir aus dem Jahr 1936. Eine junge Frau aus Paris erlebt bei einem Tagesausflug aufs Land ihre erste Liebe. Renoir gelang es eindrucksvoll, die literarische Vorlage von Guy de Maupassants mit viel Liebe zum Detail nachzugestalten. 

Veranstaltungsort ist das Deutsche Filmmuseum.