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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Philipp Demandt Direktor auch der Schirn Kunsthalle Frankfurt

Philipp Demandt, bis Ende September 2016 Leiter der Alten Nationalgalerie in Berlin und ab 1. Oktober Direktor des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung, übernimmt zum genannten Datum erwartungsgemäss auch die Direktion der Schirn Kunsthalle Frankfurt und folgt damit in allen drei Positionen Max Hollein, seit Juni dieses Jahres Direktor der Fine Arts Museums of San Francisco. Einen entsprechenden förmlichen Beschluss fasste jetzt die Gesellschafterversammlung der städtischen Schirn Kunsthalle GmbH, bestehend aus den Mitgliedern des Magistrats der Stadt Frankfurt am Main. Sie folgte damit dem gemeinsamen Vorschlag von Oberbürgermeister Peter Feldmann als Vorsitzendem des Aufsichtsrats der Kulturinstitution und der Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, Ina Hartwig.

„Philipp Demandt ist ein grosser Gewinn für die Kulturstadt Frankfurt. Seine umfangreichen Erfahrungen als Ausstellungsmacher und Kulturmanager prädestinieren ihn in hervorragender Weise für die Leitung der drei Häuser. Ich bin überzeugt, dass er mit zukunftsweisenden Ideen viele innovative künstlerische Vorhaben umsetzen und die grossen Erfolge von Schirn, Städel und Liebieghaus fortsetzen wird“, erklärte Oberbürgermeister Peter Feldmann. Und Kulturdezernentin Ina Hartwig betonte: „Die Bestellung von Philipp Demandt als Direktor der Schirn Kunsthalle Frankfurt in Verbindung mit der Führung von Städel Museum und Liebieghaus Skulpturensammlung ist eine äusserst erfreuliche Lösung. Ich bin mir sicher, dass wir mit dem renommierten Kunsthistoriker Philipp Demandt und dem ebenso innovativen wie erfahrenen Team aufregende Ausstellungsformate erwarten können. Die Schirn Kunsthalle zeigt mit ihren publikumswirksamen Präsentationen ein unverwechselbares Profil und hat sich als eines der führenden zeitgenössischen Ausstellungshäuser positioniert. Sie korrespondiert auf eine hervorragende Weise mit den Sammlungsschwerpunkten des traditionsreichen Städel zu Alten Meistern und Werken der klassischen Moderne.“

Frankfurt/Main 23.09.2016 Magistrat bestellt neuen GeschŠftsfŸhrer der Schirn Kunsthalle Frankfurt v.l.n.r. : Inka DršgemŸller ( stellv. Direktorin der Schirn ), Peter Feldmann ( OberbŸrgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender der Schirn ), Dr. Philipp Demandt ( Direktor der Schirn ), Dr. Ina Hartwig ( Kulturdezernentin )

„Familienfoto“: (v.l.) Inka Drögemüller (stellvertretende Direktorin/Geschäftsführerin der Schirn Kunsthalle, Oberbürgermeister Peter Feldmann (Vorsitzender des Aufsichtsrats der Schirn Kunsthalle GmbH), Philipp Demandt (Direktor und Geschäftsführer der Schirn Kunsthalle), Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft; Foto: Presse- und Informationsamt Frankfurt am Main, © Alex Kraus

„Über die Entscheidung und das entgegengebrachte Vertrauen des Magistrats freue ich mich sehr. Die Schirn ist eine der taktgebenden Kunstinstitutionen Frankfurts und eines der wichtigsten Ausstellungshäuser Europas. Ihre Leitung ab dem 1. Oktober zu übernehmen, ist nicht nur eine grosse Freude und eine herausfordernde Aufgabe, sondern auch eine Chance, mit anspruchsvollen Konzepten und aussergewöhnlichen Ideen die kulturelle Landschaft Frankfurts und darüber hinaus zu gestalten“, erklärte Philipp Demandt.

Zur Stellvertretenden Direktorin wurde die bisherige interimistische Geschäftsführerin der Schirn Kunsthalle, Inka Drögemüller, berufen, die seit 2001 an zentraler Stelle für die Institution arbeitet. Sie war zuletzt zuständig für die Bereiche Marketing/Kommunikation und internationale Ausstellungskooperation.

Für Philipp Demandt bedeutet der Wechsel von der Spree an den Main nicht zuletzt einen beachtlichen Schritt innerhalb der Museumshierarchie Deutschlands: In der komplizierten Berliner Kultur- und Museumsstruktur leitet Professor Michael Eissenhauer (in Hessen wohlbekannt als ehemaliger Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel) als Generaldirektor die „Staatlichen Museen zu Berlin“, ein Bereich der Stiftung Preussischer Kulturbesitz unter der Präsidentschaft von Professor Hermann Parzinger. Eissenhauer wiederum untersteht als ein Bereich neben anderen der Komplex „Nationalgalerie“ unter der Direktion von Udo Kittelmann (in Frankfurt bestens bekannt als ehemaliger Chef des MMK). Kittelmann (dessen Vertrag kürzlich bis 2020 verlängert wurde) verantwortet neben dem Museum Berggruen und der Sammlung Scharf-Gerstenberg vor allem den Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, die Neue Nationalgalerie und eben die Alte Nationalgalerie, deren Chefposition Demandt jetzt verlässt.

Der 45-jährige promovierte Kunsthistoriker Demandt wurde nach einer Ausstellungsassistenz im Bröhan-Museum 2004 Dezernent bei der Kulturstiftung der Länder. Zu seinen Aufgaben zählten die Beratung und Unterstützung deutscher Kultureinrichtungen beim Erwerb und der Finanzierung von Kunstwerken von der Vor- und Frühgeschichte bis zum 19. Jahrhundert sowie bei Ausstellungsvorhaben. Von 2007 bis 2010 war er zudem Mitkurator der Ausstellung „Luise. Leben und Mythos der Königin“ der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg.

Darüber hinaus konzipierte und leitete er die von der Kulturstiftung der Länder herausgegebene Zeitschrift „Arsprototo“ sowie deren wissenschaftliche Publikationsreihe „Patrimonia“ und veröffentlichte zahlreiche Artikel zur Kunst- und Kulturgeschichte in führenden Tageszeitungen. 2012 wurde Demandt zum Leiter der Alten Nationalgalerie in Berlin ernannt. Hier hat er unter anderem mit einer umfassenden Neukonzeption der Schausammlung sowie mit ebenso innovativen wie erfolgreichen Ausstellungen wie „Rembrandt Bugatti“, „Impressionismus/Expressionismus. Kunstwende“ oder zuletzt „Der Mönch ist zurück“ auf sich aufmerksam gemacht (Presse- und Informationsamt Frankfurt).

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