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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Archiv für Juli, 2015

Alberto Giacometti im bretonischen Landerneau

2015, Juli 31.

Spiel mit Masse, Linien und Farbe

Petra Kammann

hat sich einen Eindruck von der Giacometti-Retrospektive vor Ort verschafft

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Die Giacometti-Ausstellung in der Leclerc-Kulturstiftung in Landerneau in einem ehemaligen Kapuzinerkloster, Foto: Petra Kammann

18 km südwestlich von Brest, im bretonischen Finistère, schlummert der idyllische Ort Landerneau mit seiner bewohnten Brücke über der Trichtermündung des Flusses Elorn. Hier gründete in Nähe des einstigen Kapuzinerklosters aus dem 17. Jahrhundert 1949 Edouard Leclerc (1926 – 2012) die erfolgreiche Supermarktkette Leclerc. Seit im Juli 2012 das frisch renovierte Kapuzinerkloster mit der Kunststiftung Hélène & Edouard Leclerc (FHEL, Fonds Hélène et Edouard Leclerc pour la culture) seine Pforten für das Publikum öffnete, weil Leclerc überzeugt vom Bedürfnis der Bretonen nach Kultur war („Les Bretons ont un réel désir de culture. Ils se déplacent volontiers pour l’art comme ils le font pour la musique“), wurde es zu einem neuen Mekka für Kunstliebhaber. Im letzten Jahr hatte der Fonds Hélène & Edouard Leclerc erneut mit seiner Miró-Ausstellung „Joan Miró, Harlekin Feuerwerker“, in der ganze 470 Werke des spanischen Malers, Grafikers und Bildhauers gezeigt wurden, von sich reden gemacht. In diesem Sommer zieht der Schweizer Bildhauer Alberto Giacometti (1901-1966) die Besucher an … Weiterlesen

Friaul – Julisch Venetien (1)

2015, Juli 30.

Dolce Vita in Oberitalien

Von Elke Backert

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Restaurants – Eßtisch-Idyll

Friaul Esstisch-Idyll

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Salute! Wein gehört in Italien dazu, auch in Friaul – Julisch Venetien Weiterlesen

Steinbildhauerin Anna Kubach-Wilmsen auf dem Campus Riedberg der Frankfurter Goethe-Universität (5)

2015, Juli 28.

Die Land Art-Stelenreihe der Steinbildhauerin Anna Kubach-Wilmsen ist vollendet – die Arbeit trägt den Titel „Steinfuge“ und führt hin zum „Wissenschaftsgarten“ der Goethe-Universität auf dem Campus Riedberg. Dort – und auch vor dem nahe gelegenen Otto-Stern-Zentrum – erwarten uns die Steinernen Bücher der Künstlerin.

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Die feingeschliffenen Stelenköpfe „verwandeln“ sich je nach Lichteinfall und Betrachtungsrichtung – die für Momente sonnenbeschienene „Steinfuge“ weist vor dramatisch heraufziehenden tiefdunklen Schauerwolken den Blick in die sommerliche Landschaft am Riedberg

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Steinfuge, 2014, Granit, 38 Stelen konkav – konvex, 5700 x 140 x 40 cm Weiterlesen

Kornelius Wilkens: „Mythen Räume Visionen“ im Kunstforum Mainturm

2015, Juli 27.

Von Brigitta Amalia Gonser
Kunstwissenschaftlerin, Kuratorin

Das Kunstforum Mainturm in Flörsheim am Main zeigt die retrospektive Ausstellung von Kornelius Wilkens „Mythen Räume Visionen“, die mit Malerei und Objekten der letzten fünfundzwanzig Jahre Kontinuitäten in seinem Werk verfolgt.

Der narrative Diskurs des Künstlers Kornelius Wilkens offenbart in visionären, miteinander verwobenen Räumen eine mythische Sicht der Wirklichkeit. „Der Mythos ist die Matrix des Weltbildes – [er] erstellt ein Bild von der Welt und umstellt die Welt mit Bildern“ erläutert Norbert Bolz in seiner kurzen Geschichte des Scheins.¹

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ImAltenNachNeuem,1998, Acryl, Tusche auf Leinwand, 160 x 200 cm

Mythen haben im Zeitalter des New Age, der Wendezeit, Hochkonjunktur, besonders in Massenmedien finden sich mythologische Konstruktionen. Die Alltagsmythen sind emotional hoch besetzt und erklären dem Einzelnen die Welt und ermöglichen Antworten auf die komplizierten Lebensfragen einer postmodernen Gesellschaft. Der Franzose Roland Barthes hat diese Alltagsmythen analysiert, indem er in seiner strukturalistischen Methode der Semiologie nach Ferdinand de Saussure zwischen Sinn und Form der Aussage unterscheidet. Während der Verbraucher des Mythos dessen Bedeutung als ein System von Fakten auffasst und den Mythos als unentwirrbares reales und zugleich irreales Ganzes auf sich wirken lässt. Dabei zeigt es sich, dass jeder Gegenstand zum Mythos werden kann. Was Kornelius Wilkens kreativ aufgreift Weiterlesen

Benefiz-Konzert mit Johannes Kiem im Kunstverein Familie Montez

2015, Juli 24.

Es war ein denkwürdiger 18. Juli 2015, ein Samstag: Fleissige Hände hatten den einen der beiden Gewölberäume unter der Honsellbrücke, der neuen Heimstatt des Frankfurter Kunstvereins Familie Montez, in einen Konzertsaal verwandelt. Gepolsterte, mit dunkelrotem Stoff bezogene Stühle standen im Halbkreis um einen auf Hochglanz polierten Flügel der Marke Steinway & Sons. Mehrere mit Honigwaben veredelte Lampen strahlten ein warmes Licht aus, getrocknete Gräser und Sträucherzweige drapierten den Raum. Die festliche Szenerie spielte vor der Kulisse der imposanten Ausstellung des Salon Hansa, zu Gast aus Berlin. Wer hier eintrat, traute kaum mehr seinen Augen.

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Der Kunstverein wird zum Konzertsaal: Foto Copyright Ultimafilm, Frankfurt am Main

Ein Benefiz-Konzert zugunsten des Kunstvereins Familie Montez war angesagt, unter der Schirmherrschaft des Frankfurter Kunstkenners und Kunstförderers Konrad von Bethmann. Dessen Engagement ermöglichte die festliche Ausstattung dieses Abends. Das königliche Instrument bediente kein anderer als Johannes Kiem, ein für seine Konzerte der besonderen Art weit über Frankfurt hinaus bekannter Pianist. Weiterlesen

Luxemburg – eine Festungs- und Museenstadt

2015, Juli 22.

Wer Kinder frühzeitig mit Freude und Spaß an Museen heranführen möchte, könnte nach Luxemburg reisen. Jung und Alt werden gleichermaßen begeistert sein

Von Elke Backert

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Der rote Löwe mit dem doppelten Schwanz, das luxemburgische Wappen

Die weltoffene Stadt Luxemburg im gleichnamigen Großherzogtum, auf französisch Grand-Duché de Luxembourg, auf luxemburgisch Groussherzogtum Lëtzebuerg, übrigens das letzte von ehemals neun, empfängt fröhlich ihre Gäste aller Nationen. Neben Luxemburgisch, einer Mischung aus Deutsch und Französisch, die mancher, liest er das geschriebene Wort, leicht übersetzen kann, sprechen die rund 100.000 Einwohner Deutsch, Französisch und Englisch. Was wohl auch daher rührt, dass hier auf kleinem Raum 150 Nationalitäten anzutreffen sind. Allein gleich viele Ausländer wie Einwohner arbeiten in der Stadt. Sogar die Zeitung, etwa das „Luxemburger Wort“, ist auf Deutsch geschrieben, nur Todesanzeigen auf Luxemburgisch. Die Straßenschilder sind jedoch meist zweisprachig, französisch und luxemburgisch. Der deutsche Besucher schlägt sich also perfekt durch Weiterlesen

Thomas Hengelbrocks Kuba-Engagement beim Rheingau Musik Festival 2015

2015, Juli 20.

Viva Cuba libre

Von Petra Kammann

Denkt man an Kuba, hat man häufig Havannas morbiden Charme vor Augen: mit den verrosteten Chevys, Lincolns und Buicks, den verfallenen, aber belebten Straßenzügen oder den Malecón mit den weißen Sandstränden und das von Palmen gesäumte türkisfarbene karibische Meer, die Salsa tanzenden spicy girls und zigarrenrauchenden Habaneros, die dem einstigen Idol Fidel Castro nacheifern. Und wenn es um Musik geht, dann assoziiert man wohl eher die feurigen Rhythmen, die unter freiem Himmel gespielt werden, oder den von Wim Wenders filmisch geadelten Buena Vista Social Club. Davon scheint die Klassische Musik weit entfernt zu sein.

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Morbider Charme der kubanischen Haupstadt Havanna; Foto: Rheingau Musik Festival © Anna Melkonyan

Nicht so für den Dirigenten Thomas Hengelbrock, der sich auch eher über das Spielen in historisch informierter Aufführungspraxis in das Ohr etlicher Konzertliebhaber eingespielt hat, der seit den 1990er Jahren mit europäischen Musikern aus über 20 Ländern in seinem Balthasar-Neumann-Ensemble arbeitet und sich vor allem mit Barock-Musik auf Originalinstrumenten ein internationales Renommee erarbeitet hat. Doch fiel er auch immer schon durch seine interpretatorische Experimentierfreude, innovative Musikvermittlung und Lust an der Ausgrabung vergessener Meisterwerke auf. So treffen sich vom 17. bis 28. August 2015 unter seiner Regie 60 junge Musiker aus Kuba und Europa zu einem zweiwöchigen Akademieprojekt im Rheingau Weiterlesen

„Film und Games. Ein Wechselspiel“ im Deutschen Filmmuseum Frankfurt

2015, Juli 19.

Mehr als ein Wechselspiel – Film und Games

Von Winfred Kaminski

Am 30. Juni 2015 wurde im Deutschen Filmmuseum eine in ihrer Art erstmalige Ausstellung eröffnet: „Film und Games. Ein Wechselspiel“. Diese Sonderausstellung läuft bis zum 31.Januar 2016.

Plakat Film und Games

↑ Plakat zur Ausstellung; Deutsches Filmuseum: Film und Games / Assassin’s Creed: Revelations (Ubisoft, 2011)
Blick in die Ausstellung, Quelle: Deutsches Filminstitut, Foto Coyright: Uwe Dettmar

Blick in die Ausstellung

Es werden darin Filme und Videospiele aus vielen Ländern präsentiert. Unter anderem sind Ausschnitte aus 44 Filmen (1928-2012) und aus 72 Videospielen (1975-2014) zu sehen und zu erleben. Die 20 Projektionsflächen gestatten ausgezeichnete Einblicke in diese Welten aus Bildern und Bewegungen und die sieben Spielstationen erlauben es, digitales Spielen zu erfahren Weiterlesen

“kunstansichten” 2015 in Offenbach (3)

2015, Juli 17.

Zu einer festen Grösse in der Kunst- und Kulturszene Rhein-Main haben sich die Offenbacher “kunstansichten” entwickelt, zu einem “Festival der Kunst”, wie es der Magistrat der Stadt Offenbach am Main als Veranstalter selbstbewusst formulierte. Über die Momentaufnahme eines Eröffnungsabends und hernach lediglich zweier halber Ausstellungstage hinaus soll hier wenigstens ein Ausschnitt aus dem breitgefächerten künstlerischen Angebot festgehalten werden, der zugleich Appetit auf ein künftiges „Mehr“ wecken soll.

In den beiden vorangegangenen Folgen stellten wir Positionen einiger Kunstschaffender in den “Zollamt Studios”, im Atelierhaus B 71 in der Bettinastrasse, in der Ateliergemeinschaft Rathenaustrasse und im Kunstverein Offenbach im KOMM-Center vor. Weiter geht es zum

Atelierhaus Luise 63

Ein besonderes Augenmerk wird man auf die Kunstschaffenden der „Luise 63“ zu richten haben: Unter dem Titel „9/6“ stellten zu den „kunstansichten“ drei begabte Stamm- und sechs Gastkünstlerinnen und -künstler sehr beachtliche Arbeiten aus: Fiona Balbach, Felix Becker, Freht Berger, Marlene Friese, Florian Friesenhahn, Tillmann Hanel, Maria Mpliatis, Moritz Schlegelmilch und Martin Stoya.

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Felix Becker, ohne Titel (der Strom), 2013, Öl auf Leinwand, 140 x 200 cm; Foto: Felix Becker
Freht Berger, Die große Party, 2015, Öl auf Leinwand, 200 x 300 cm; Foto: Freht Berger

Freht Berger, die große Party, 2015, oel auf LW, 200 x 300 cm-600 Weiterlesen

RAY Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain

2015, Juli 15.

RAY 2015 – Neuproduktionen in der Landeshauptstadt Wiesbaden
„Me in Me“ von Ming Wong im Nassauischen Kunstverein
„Nichtraum – Die Sache mit dem Licht“ von Nicole Ahland im Landesmuseum

Wiesbaden glänzt mit prallem Ausstellungsangebot

In einer außergewöhnlichen Zusammenarbeit feiert die Region Rhein-Main in diesem Sommer das Medium Fotografie: Die Schau „RAY 2015 – Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain“ präsentiert unter dem Leitthema „IMAGINE REALITY“ herausragende Positionen der zeitgenössischen Fotografie an insgesamt zwölf Standorten in Frankfurt und der Region. Mehr RAY war nie! Mit zwei Partnerprojekten beteiligt sich auch Wiesbaden an der Fotografie-Triennale, die heuer nach 2012 zum zweiten Mal das Herz von Freunden künstlerischer Fotografie höher schlagen lässt. Dabei warten in Kooperation mit RAY 2015 sowohl das Museum Wiesbaden als auch der Nassauische Kunstverein mit Neuproduktionen auf

Von Hans-Bernd Heier

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Ming Wong „Me in Me“, 2013, Three channel video installation; Filmstill: Masumi Kawamura, Courtesy the artist, Vitamin Creative Space, Guangzhou and carlier I gebauer, Berlin; Commissioned by Shiseido

Im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden sind noch bis zum 2. August 2015 Film- und Fotografie-Projekte von Ming Wong zu sehen. Im Zentrum steht die beeindruckende großformatige Dreikanal-Videoinstallation „Me in Me“ Weiterlesen