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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

“Blickachsen 10″ in Bad Homburg und Rhein-Main (1)

Nicht nur Venedig hat alle zwei Jahre seine Kunst-Biennale – um die diesjährige scheint es übrigens schon bald nach deren Eröffnung ziemlich ruhig in den Medien geworden zu sein (FeuilletonFrankfurt wird demnächst in einigen Folgen berichten). Denn auch Bad Homburg mitsamt einem Teil des Rhein-Main-Gebiets hat seine Biennale, eine für Skulpturen: die alle zwei Jahre veranstalteten „Blickachsen“, deren zehnte Ausgabe jetzt am vergangenen Sonntag eröffnet wurde. Die grosse Skulpturenschau dauert bis Anfang Oktober 2015 – Zeit genug also, wieder in mehreren Folgen eine Reihe ausgewählter Werke vorzustellen.

Präsentiert werden – an den neun Standorten Bad Homburg, Burg Eppstein, Darmstadt, Eschborn, Frankfurt am Main, Hessenpark, Kastell Saalburg,  Kloster Eberbach und Kronberg – über 90 Arbeiten von über 30 bereits renommierten wie auch noch nicht so sehr bekannten Künstlerinnen und Künstlern. Veranstalter ist wieder die Stiftung Blickachsen mit deren Gründer, Kurator und geschäftsführendem Gesellschafter Christian K. Scheffel, der Magistrat der Stadt Bad Homburg, die dortige Kur- und Kongress-Gesellschaft sowie die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen. Partner ist in diesem Jahr das Middelheimmuseum in Antwerpen, ein Freilichtmuseum für moderne und zeitgenössische Kunst.

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↑ Presserundgang: (v.l.) Michael Korwisi, Oberbürgermeister von Bad Homburg, Christian K. Scheffel, Sara Weyns, Direktorin des Middelheimmuseums, und deren Co-Kurator Lieven Segers

↓ Pressekonferenz: Stefan Quandt, Blickachsen-Förderer und Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Blickachsen (seit kurzem übrigens auch Vorstandsvorsitzender des Fördervereins Freunde des MMK!), Oberbürgermeister Michael Korwisi und Kulturdezernentin Beate Fleige

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Schon seit Tagen und Wochen vor der Eröffnung werkelte es an den verschiedenen Ausstellungsorten, hier im und am Kurpark Bad Homburg:

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Auf diesem Sockel wird Peter Rogiers „Wild Boys & Girls“ stehen; am Park fährt gerade die „Flag“ von Caroline Coolen auf dem Tieflader vorbei.

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Und auf dem von Leo Copers errichteten grossen Friedhof im Kurpark mit dem klangvollen Namen „IROM ETRA ORP TSE MUROCED TE ECLUD“ liegt bereits das Städel Museum begraben. Sie können den Titel nicht entziffern? Ganz einfach: es ist lateinisch, spiegelverkehrt und heisst „Dulce et decorum est pro arte mori“ – Süss und ehrenvoll ist es, für die Kunst zu sterben. Eine Persiflage auf den Satz „Dulce et decorum est pro patria mori“ – Süss und ehrenvoll ist es, für das Vaterland zu sterben – aus den „Carmina“ des römischen Dichters Quintus Horatius Flaccus (65-8 v.Chr.), kurz Horaz. Eine vom Nationalismus des 19. und 20. Jahrhunderts aufgegriffene dümmliche Verherrlichung des „Heldentods“, von Wilfred Owens (1893-1918) zitiert in seinem berühmten wie bitter aufschreienden Gedicht „Dulce et decorum est“ über das Verrecken eines Soldaten beim Gaseinsatz im ersten Weltkrieg.

Sie sehen, liebe Leserinnen und Leser, es gibt Dramatischen wie Spannendes an Kunst  zu entdecken bei den „Blickachsen 10“ – und FeuilletonFrankfurt wird Ihnen berichten: Bleiben Sie also „dran“!

Fotos: FeuilletonFrankfurt

→ “Blickachsen 10″ in Bad Homburg und Rhein-Main (3)

→ “Blickachsen 9″ in Bad Homburg und Rhein-Main (Folgen 1 – 12)
→ Blickachsen 7 – Skulpturen im Kurpark und Schlosspark Bad Homburg

→ Kaiser, Kuren und Kasino: Bad Homburg vor der Höhe rühmt sich zu Recht als internationales Mode- und Fürstenbad

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