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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Archiv für Mai, 2015

Marielies-Hess-Kunstpreis 2015 an Manfred Stumpf

2015, Mai 31.

Ausstellung „Hosianna“ im Dommuseum Frankfurt

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Manfred Stumpf zur Preisverleihung im Dommuseum Frankfurt, Foto: Erhard Metz

Von Brigitta Amalia Gonser
Kunstwissenschaftlerin
Fotografien der Werke: Alexander Paul Englert

Manfred Stumpf widmet sein gesamtes Werk der kritisch reflektierten ästhetischen Auseinandersetzung mit christlicher Ikonographie und archetypischen Symbolen. Dabei betrachtet Stumpf Religion als ganzheitliche Form der Kunst. Damit gehört er eher zu den Ausnahmen im zeitgenössischen Kunstbetrieb, der sich weniger mit religiösen Fragen oder Sujets auseinandersetzt, als vielmehr die Sache der Kunst selbst vorantreibt.

Bisher schuf er im öffentlichen musealen Umfeld mit seinem „Contempler on Tour“ einen Raum religiöser Kontemplation mit seiner Ikone „Einzug in Jerusalem“ in dem Container, der zwischen 1987 und 1996 in zehn Jahren mit zwölf Stationen auf Wanderschaft in die Museen der Welt ging Weiterlesen

Röhren und andere Werke des Künstlerduos Winter/Hoerbelt in der Galerie Heike Strelow und im Kunstverein Familie Montez

2015, Mai 29.

Niemand „guckt“ gern „in die Röhre“. Welch schöne Redewendungen kennt die deutsche – gerade im deutschen Kunstbetrieb leider oft vernachlässigte, ja missachtete – Sprache. „In die Röhre gucken“? Will sagen leer ausgehen, erfolglos sein, nicht zum Zuge kommen, das Nachsehen haben. Die Wendung kommt – wir folgen dem Duden – wohl aus der Jägersprache: Der beutegierige Jagdhund guckt in den engen Zugang zum Dachsbau (Röhre), kann aber nicht hineinkriechen und das Tier erwischen.

Nun aber, in die Röhren des Künstlerduos Winter/Hoerbelt guckt man gerne.

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Man kann übrigens nicht nur hineingucken, in diese Röhren, sondern, wenn sie gross genug sind, auch bequem darin liegen, auf überbreiten, hellbeigen, weichen Polstern inklusive Kopfrollen, wirklich komfortabel, auch zu viert und, warum nicht, zu sechst/sext (pardon!). Im Frankfurter Kunstverein Familie Montez sind zwei solcher Röhren als Grossinstallation errichtet und bis zum 14. Juni 2015 zu sehen oder besser gesagt liegend zu erleben. Zum Chambre séparée wird Montez-Chef Mirek Macke die Halle allerdings nicht machen Weiterlesen

Starke Stücke im Schauspiel Frankfurt (8)

2015, Mai 26.

Spielzeit 2014 / 2015 – eine Auswahl

Von Renate Feyerbacher
Fotos: Birgit Hupfeld/Schauspiel Frankfurt (10) und Renate Feyerbacher (2)

ANNE
Die Blechtrommel
Dantons Tod
Macbeth – Ein Bastard von Dave St-Pierre und William Shakespeare
Endstation Sehnsucht

Knapp 125.000 Besucher kamen in der Saison 2014/2015 bis Ende März 2015 ins Schauspiel Frankfurt. Das bedeutet eine Auslastung von durchschnittlich 90 Prozent – eine neue Rekordmarke. Im Juli geht diese Spielzeit – die sechste von Intendant Oliver Reese – zu Ende, der (ab 1. August 2017) die Leitung des Berliner Ensembles übernimmt als Nachfolger von Claus Peymann.

Thementage „Leben mit Auschwitz – Danach“

Über Leben“ ist das Motto der Spielzeit. So stand der Februar 2015 ganz im Zeichen der Thementage über Auschwitz, über den Holocaust. Vor 70 Jahren wurden die Überlebenden in den Konzentrations- und Vernichtungslagern Auschwitz, Bergen-Belsen, Dachau, Theresienstadt, Buchenwald, Ravensbrück, Sachsenhausen, Mauthausen, um die grössten zu nennen, und den vielen kleineren Konzentrations- und Durchgangslagern in Deutschland, Österreich, Polen, Niederlande, Frankreich, Tschechien, Lettland, Litauen, Estland befreit. Michel Friedman, Anwalt, Fernsehmoderator, Publizist und Philosoph, begleitete einige Veranstaltungen und liess sich von Oliver Reese zu Auschwitz befragen, wo mehrere seiner Familienmitglieder umkamen. Unter den Zeitzeugen, die an diesen Thementagen redeten, war auch Trude Simonsohn. Die 94jährige gibt jungen Menschen den Rat: „Lernt, ‚Nein‘ zu sagen. Das ist nicht immer einfach, aber es geht nur in der Demokratie. In der Diktatur geht es dann nicht mehr.“

„ANNE“

Zum 70. Todestag von Anne Frank hat Martina Droste, Leiterin des „Jungen Schauspiels“, das Projekt „Anne“ entwickelt nach Tagebuchtexten von Anne Frank und Motiven aus dem Stück „Anne“ von Jessica Durlacher und Leon de Winter.

Die in Frankfurt am Main geborene Anne Frank schrieb von 1942 – „die feierliche Einweihung meines Tagebuchs beginnt am 20. Juni 1942“, wenige Tage zuvor war sie 13 Jahre alt geworden – bis 1. August 1944 im niederländischen Exil ein Tagebuch. Die Familie war 1933 aus Frankfurt nach Amsterdam geflohen. Als die Deutschen die Niederlande okkupierten und ihre Massnahmen gegenüber der jüdischen Bevölkerung verschärften, konnte sich die Familie Frank, Mutter, Vater, Schwester Margot, Anne und Freunde in einem Hinterhaus verstecken.

Es sind acht Untergetauchte auf engstem Raum. Spannungen bleiben nicht aus. Sehr offen schreibt Anne über das, was ein junges Mädchen in der Pubertät bewegt. Das tut sie in der Form von Briefen an die „Liebe“, die „Beste Kitty“, eine fiktive Freundin. Sie notiert, wie sie mit dem lieben Peter über Sexualität redet, beklagt, dass sie nicht richtig aufgeklärt ist. Peter übernimmt die Aufgabe. „Glaubst du, dass Vater und Mutter es gutheißen würden, dass ich auf einer Couch sitze und einen Jungen küsse?“ (17. April 1944). Sie fühlt sich beobachtet, eingeengt, zu oft kritisiert von den Erwachsenen. „Das halte ich nicht aus, wenn so auf mich aufgepasst wird, dann werde ich erst schnippisch, dann traurig, und schliesslich drehe ich mein Herz wieder um, drehe das Schlechte nach außen, das Gute nach innen …“ (1. August 1944 – letzter Eintrag). Sie ist äusserst selbstkritisch. Sie träumt vom Leben danach, davon, was sie nach dem Krieg machen will. Sie schimpft manchmal auf die Erwachsenen und schildert den unangenehmen Zustand im Versteck. Aufmerksam kommentiert sie das politische Geschehen. Ihre Beobachtungsgabe und ihre Analysen sind erstaunlich.

Vater Otto Frank überlebte als Einziger der acht Untergetauchten.

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ANNE
Regie: Martina Droste; (↑) Jana Nieruch, Amir Homola Belamkadem, Jakob Zeisberger, Nina Mohs, Valentin Teufel, Peter Breidenich, Naomi Simeunovic, Marius Huth, Mahalia Slisch; Foto © Birgit Hupfeld Weiterlesen

Alicja Kwade: „Die bewegte Leere des Moments“ in der Schirn Kunsthalle Frankfurt

2015, Mai 24.

Wir machen keinen Hehl daraus: Das Phänomen dessen, was wir „Zeit“ nennen, und die Art, wie Kunstschaffende mit ihr umgehen, interessieren uns in besonderer Weise, Letzteres vor allem, wenn es nicht verkopft und verquert daherkommt, sondern emotional und sinnlich wahrnehm- und erfahrbar ist. Alicja Kwade ist dies mit ihrer Installation „Die bewegte Leere des Moments“ in der Rotunde der Schirn Kunsthalle Frankfurt in besonderer Weise gelungen, und nicht nur dies: Die Arbeit befasst sich mit der Zeit im Raum, denn Zeit und Raum sind, wie auch Nichtphysiker wissen, im vierdimensionalen Raum-Zeit-Kontinuum vereinigt.

Was nun aber ist Zeit? Eine unumkehrbare Abfolge von Geschehen? Ist heute das morgen von gestern, ist heute das gestern von morgen? Was war vor der Zeit, was folgt auf sie? Ist Zeit immerwährend? Künstlerinnen und Künstler sollen nicht Fragen beantworten, sondern die Betrachter ihrer Kunst veranlassen, Fragen zu stellen.

Was nun sehen wir in der Schirn-Rotunde, die – endlich! – wieder einmal mit einem Kunstwerk „bespielt“ wird?

Eine traditionelle Uhr, wie sie früher etwa in Bahnhöfen anzutreffen war, mit beidseitigem Zifferblatt, etwa einen halber Meter im Durchmesser, und ein Stein, dessen Durchmesser etwa 30 cm beträgt, kreisen im mittigen Abstand voneinander unentwegt unter der Kuppel der offenen, Tag und Nacht frei zugänglichen Rotunde, über die Köpfe der Betrachter hinweg. Ein zwiespältiges Gefühl stellt sich alsbald ein: Was ist, wenn das Seil, wenn die Kette reisst … Beklemmend auch der durch Lautsprecher vermittelte lautstarke „Klack“ der Sekunden. Unaufhaltsam. Jede gehörte und auf dem grossformatigen Zifferblatt beobachtete Sekunde ist mit der darauffolgenden unweigerlich vergangen, kehrt niemals wieder, nach allem, was wir heute wissen, vermuten beziehungsweise glauben.

Die Fenster der Rotunde sind mit Spiegelfolie verkleidet, Uhr und Stein erscheinen, sich ständig im Kreise drehend, dem Betrachter irrlichternd-vielfach.

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„Die bewegte Leere des Moments“: Unablässig rotieren in der Rotunde, angetrieben von einem Räderwerk in der Kuppelspitze, an Seil und Kette Uhr und Stein, rücken die Sekunden-, Minuten- und Stundenzeiger vor, tönt im Sekundentakt das bedrängend laute „Klack“ ans Ohr. Uhr und Stein spiegeln sich vielfach in den mit Folie verkleideten Fenstern; Installationsansichten, Fotos: FeuilletonFrankfurt Weiterlesen

Ottmar Hörls „Einheitsmännchen“ wird erwachsen

2015, Mai 22.

„Ampel“- / „Einheitsmännchen“ des Installationskünstlers wächst vor der Frankfurter Paulskirche zum stattlichen Mann

Kein Zweifel – diesen flott ausschreitenden Herrn in Grün kennen wir: In Wiesbaden kam er uns jüngst die Treppe aus der Hessischen Staatskanzlei herunter entgegen. Hundert und mehr Zwillings-, Drillings-, nein X-lingsbrüder brachte er damals mit, die meisten wie er in grellgrünem Outfit. Und ebenso wenig kann es an seinem künstlerischen Schöpfer Zweifel geben: nur ein Ottmar Hörl kommt dafür in Betracht.

Nun steht er also vor der ehrwürdigen Paulskirche, der von 38 cm auf nun rund dreieinhalb Meter Höhe gewachsene Ampel- und Einheitsmann. „Grenzen überwinden“ steht auf dem Sockel. Auf der Tafel an der Fassade der Paulskirche lesen wir in Versalien: „Zum fünfzigsten Jahrestag der Eröffnung des ersten deutschen Parlaments wurden diese Gedenktafeln von der Stadt Frankfurt a/M. gestiftet am 18. Mai 1898“.

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Was tut der grosse Grüne nun vor der Paulskirche? Er bereitet die Bürgerinnen und Bürger auf das Einheitsfest in Frankfurt am 2. bis 4. Oktober 2015 vor: 25 Jahre deutsche Einheit gilt es zu feiern. Gastgeber ist das Land Hessen, das derzeit und noch am Jahrestag 3. Oktober den Vorsitz im Bundesrat führt. Über alles weitere informiert der Beitrag „Hessische Landesregierung und Ottmar Hörl schicken bunte Botschafter der deutschen Einheit auf Deutschlandreise“.

© VG Bild-Kunst, Bonn, Foto: FeuilletonFrankfurt

Jubiläumsausstellung im Städel Museum Frankfurt „Monet und die Geburt des Impressionismus“

2015, Mai 20.

Subjektive Impressionen des modernen Lebens: Metropolengefühl und Landidylle

Die Impressionisten waren nicht allein die Maler von Licht und Farbe und einer romantischen Idylle, sondern genaue Beobachter einer Metropole in ungezügeltem Wachstum und Wandel. Mit ihren subjektiven Eindrücken („impressions“) hielten sie wie auch Claude Monet die wimmelnde Menge auf dem „Boulevard des Capucines“ fest. Sie zeigten das Leben, wie es in den Straßen vorüberzieht, das Leben der einfachen Leute, der neuen Freizeitgesellschaft und der Reichen, auf den Boulevards und auf den Rennplätzen … Die Jubiläumsausstellung im Städel „Monet und die Geburt des Impressionismus“ (noch bis 28. Juni 2015) weist auf interessante optische und gesellschaftliche Bezüge hin.

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(v.l.) Jules Andrieu (1838–1884), Ruins of the Paris Cummune, 1871. The Hôtel de Ville after Fire, 4th arrondissement, Paris, 1871, Albuminprint, 28,6 x 37,6 cm, Paris, Musée Carnavalet, Photo: Jules Andrieu / Musée Carnavalet / Roger-Viollet; Claude Monet (1840-1926), The Boulevard des Capucines, 1873-1874, oil on canvas, 80,3 x 60,3 cm, The Nelson-Atkins Museum of Art, Kansas City, Missouri, Photo: Jamison Miller © The Nelson Atkins Museum of Art, Kansas City, Missouri; Anonym (?), Montmartre, 1870, Albumen Print, 20,8 x 27,4 cm, The Art Institute of Chicago © Julian Levy Collection, Gift of Jean Levy and the Estate of Julien Levy, The Art Institute of Chicago

Von Petra Kammann

Denkt man an Impressionisten, so hat man nicht selten ländlich heitere Idyllen vor Augen, bisweilen sogar süßliche Motive, und man hat ob der vielfachen Reproduktionen schon lauter Déjà vu-Erlebnisse im Kopf und glaubt, man bekäme diese Art von Impressionismus in einer Ausstellung nun im Original präsentiert. Wer allein den verschwommenen Sonnenaufgang im Hafen von Le Havre, die blühenden Mohnfelder, die Kreidefelsen von Étretat, die Genussmenschen unter den sommerlichen Sonnenschirmen oder den zugewachsenen Seerosenteich aus Giverny erwartet, ist sicherlich von der Monet-Ausstellung im Städel enttäuscht. Wer hingegen versucht, zu begreifen, wie sich Paris in der Mitte des 19. Jahrhunderts als Metropole entwickelte, welche Konsequenzen das für die Maler, Dichter, Fotografen und Karikaturisten hatte und wie das die Geschichte der Malerei veränderte, der macht hier hervorragende Entdeckungen Weiterlesen

Juist – eine Sandbank in der Nordsee

2015, Mai 18.

Von Elke Backert

Beim Flug von Borkum über die niedersächsische Nordseeinsel Juist, eine der Ostfriesischen Inseln, kann man verstehen, warum die Einheimischen vom „Töwerland“, dem Zauberland, sprechen. Nur knapp 500 Meter breit, aber 17 Kilometer lang und mit einem nie enden wollenden weißen Sandstrand, mutet es wie eine einsame Robbinson-Sandbank an. Aber von Stille kann keine Rede sein. Stetes Pferdegetrappel dringt in die Ohren, und Fuhrwerke gehören zum Inselbild. Die Pferde wiehern freudig, kommen ihnen andere entgegen. Sogar der Müll wird von Pferden abtransportiert. Aber die Pferde dürfen nur im Schritt gehen. Wer gegen das herrschende Trabverbot verstößt, kassiert gar Punkte in Flensburg, erfährt der Besucher.

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Selbst der Abfall wird von Pferden abtransportiert

Als anerkanntes Nordseeheilbad und Luftkurort wundert es nicht, dass Juist seine Luft rein halten will und Autos verbietet. Nicht einmal die Polizei ist motorisiert. Der Arzt verbraucht 122 Liter Benzin im Jahr. Stattdessen sind Pferdekutschen und Fahrräder angesagt. Nur ein Bestandteil auf Juists Weg, bis 2030 komplett klimaneutral zu sein – trotz des belebten Tourismus. Weiterlesen

„Karl Lagerfeld. Modemethode“ in der Bundeskunsthalle Bonn

2015, Mai 16.

Mode hat Methode: Wie Karl Lagerfeld sich ständig neu erfindet, zeigt eine Ausstellung über den Modeschöpfer in der Bonner Bundeskunsthalle

Von Petra Kammann

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Verleger Gerhard Steidl vor einem Foto von Karl Lagerfeld

Kaum ist eine Sache abgeschlossen, ist Karl, der Große (Modedesigner) längst schon wieder woanders: statt nach Bonn zu kommen, hat Karl Lagerfeld Gastgeberin Caroline Prinzessin von Hannover zu Ehren in Monaco gerade den traditionellen Rosenball ausgestattet, und zwar im Stil des Art Déco. Aber auch ohne ihn präsentiert sich die Bundeskunsthalle in Bonn selbstbewusst mit ihrer neuen Karl Lagerfeld-Ausstellung „Modemethode“. Denn hier ist dafür „der ganze Mode-Lagerfeld aus 60 Jahren“ zu sehen, anders, als vor einem Jahr im Essener Folkwang Museum, wo wir in „Parallele Gegensätze“ das Multitalent, den Fotografen, den Buchkünstler und den Modezeichner erleben konnten, oder in der Kunsthalle Hamburg, die unter dem Titel „Feuerbachs Musen – Lagerfelds Models“ den Versuch unternahm, den Maler Anselm Feuerbach und den Fotografen Lagerfeld in einer Ausstellung zusammenzuführen. Und doch ist Lagerfeld auch in Bonn auf Schritt und Tritt präsent, zumal der weißgepuderte Herr mit Zopf und Vatermörder in strengem Schwarz-Weiß ohnehin sein eigenes Logo ist, was er übrigens durchaus selbstironisch kommentiert: „Ich heiße inzwischen nicht mehr Lagerfeld, sondern Logofeld“ Weiterlesen

Das 8. Lichter Filmfest Frankfurt International – Eine Nachlese

2015, Mai 15.

Grossartiges Programm – grossartiger Ablauf

Von Renate Feyerbacher

Vom 17. bis 22. März 2015 stand Frankfurt am Main im Zeichen des Lichter Filmfests.

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Der Cantate-Saal, der jahrzehntelang dem „Volkstheater Frankfurt Liesel Christ“ und anschliessend seit einiger Zeit der „Fliegenden Volksbühne“ als Theaterstätte diente, nun aber aus bautechnischen Gründen demnächst vorübergehend unbespielbar ist, hatte Hausherr Michael Quast als Hauptquartier und als Kinosaal zur Verfügung gestellt. Die etwa 40 meist ehrenamtlichen Mitarbeiter, Filmemacher, Medienexperten und Filmliebhaber haben exellente Festspiele veranstaltet. Insgesamt wurden 7 Filmstätten bespielt. Fast 12.000 Besucher kamen Weiterlesen

Gabriele Henkel: Aquarelle

2015, Mai 13.

Von Petra Kammann

Ihre Karriere begann Gabriele Henkel, Tochter eines Düsseldorfer Chefarztes und spätere Ehefrau des Henkel-Patriarchen Konrad Henkel, als Journalistin in England bei den Zeitschriften „The Observer“ und „Newsweek“. Als Frau Henkel interessierte sie sich Zeit ihres Lebens dann aber mehr für Kunst und Kultur als für Waschmittel oder Klebstoffe. So organisierte die Unternehmersgattin höchst effiziente Tischgesellschaften mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Kultur. Dabei lernten sich, indirekt durch ihre Vermittlung, unter anderem so unterschiedliche Persönlichkeiten wie der spätere Frankfurter Kulturdezernent Hilmar Hoffmann, Verleger Siegfried Unseld und das Deutsche Bank-Urgestein Hermann Josef Abs kennen.

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Mauritius, 2003

Von 1970 bis ins Jahr 2000 baute die geschickte Mäzenin mit ihrer Affinität zur Bildenden Kunst nicht nur eine bedeutende private Sammlung, sondern auch eine Kunstsammlung für die Firma Henkel auf Weiterlesen