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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Städelschule: Rundgang 2015 (5)

Gebäude Dürerstrasse: Auch abseits der Malerei allerlei Sehenswertes

Weihnachten 2014 liegt nun bereits eine längere Zeit zurück, doch Weihnachtsbäume scheinen – wie übrigens auch die bunten Ostereier – zu einem Ganzjahresartikel zu werden. Im Garten der Städelschule hat Max Eulitz einige prächtige Exemplare zusammengestellt und mit künstlerisch behandelten Papierbahnen geschmückt.

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Minimalistisch geht es bei der unbetitelten Arbeit von Hannah Levy zu. Böse Männer könnten sich veranlasst sehen, in der wandhängenden Skulptur einen nicht minder minimalistisch-Twiggy-haften weiblichen Torso zu entdecken. Nun, wir zählen weder zu den bösen Männern noch hegen wir böse Gedanken. Sondern wir finden: es ist eine recht interessante Arbeit. Aber wer es denn so sehen will wie die bösen Männer – warum nicht?

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Hannah Levy, Untitled, 2015, Mdf, acrylic, resin, 82 x 68 x 2,5 cm

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Shizuka Okada: Auf einem Piedestal die Skulptur „Blossom of Labyrinth (5)“

Immer wieder ideenreich und sehenswert sind die Arbeiten von Shizuka Okada, hier die Skulptur „Blossom of Labyrinth (5)“, es sind eigenartige Mischwesen, fast möchte man sagen halb Pflanze, halb Tier. Wir stehen vor der „Blüte“ in der Erwartung, jeden Moment könne sie beginnen, sich zu bewegen.

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Daniela Leder, Hessendenkmal, 2015, Mixed Materials, Installation, 250 x 500 cm

Zoff macht seit längerem der Friedberger Platz in Frankfurt am Main – in dessen Nähe (an der Friedberger Landstrasse) das bekannte „Hessendenkmal“ steht – mit lautstarken nächtlichen Feiern samt „Wildpinklern“. Zoff anderer Art gab es an diesem Ort im Jahr 1792: Hessische und preussische Soldaten befreiten das von französischen Revolutionstruppen besetzte Frankfurt. 82 Hessen („die im Kampf fürs Vaterland hier siegend fielen“) starben („eines ruhmvollen Todes“), deren Namen auf dem Denkmal verewigt sind, aber auch 41 Franzosen, die dort namenlos (!) blieben. Das Denkmal besteht aus Basaltsäulen, auf denen ein grosser marmorner Würfel ruht, der wiederum die in Bronze gegossenen Insignien des Herkules und den erschlagenen nemeischen Löwen trägt.

Daniela Leder setzt sich mit dem Denkmal und sicherlich auch dessem Standort kritisch auseinander und übersetzt es vor dem skizzierten historischen Hintergrund in ein „Heute“.

„Hoch her“ geht es stets im Atelier 04 neben dem Haupteingang zur Städelschule. Dort sahen wir die riesige Hängematte – drei Rippen des wärmenden Heizkörpers fluchten exakt auf ihr – , auf der sich die Studierenden ausruhen – oder die Professoren? Oder war sie für die Besucherinnen und Besucher des Rundgangs bestimmt? Letztere wagten dies nicht auszutesten. Wir wissen auch nicht, was der Künstler Julian Tromp, dem wir diese Arbeit zuordnen, von einem solchen Belastungstest in echt hielte.

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Julian Tromp, Huiarnviu, oil paint & vaseline on fabric, Installation, 510 x 710 cm

Abgebildete Arbeiten © jeweilige Studierende;
Fotos: FeuilletonFrankfurt

→ Städelschule: Rundgang 2015 (6)
→ Städelschule: Rundgang 2015 (1)

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