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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Archiv für Februar, 2015

7. Internationaler Dirigentenwettbewerb Sir Georg Solti

2015, Februar 28.

„Nur eine winzige Nuance“ fehlte zum ersten Platz

Von Renate Feyerbacher

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Prospekt: 7. Internationaler Dirigentenwettbewerb Sir Georg Solti

Sechs Tage lang haben sich 20 Kandidaten des Internationalen Dirigentenwettbewerbs Sir Georg Solti im hr-Sendesaal und im Probenraum der Oper Frankfurt der kritischen Jury gestellt. Zum ersten Mal leiten die jungen Dirigenten das hr-Sinfonieorchester und das Frankfurter Opern- und Museumsorchester, zwei der renommierten Klangkörper weltweit. Drei der 20 Kandidaten hatten die Chance, sich nach der Entscheidung der Jury beim Finalkonzert am 22. Februar 2015 in der Alten Oper Frankfurt zu präsentieren. Neben den drei Preisen gab es in diesem Jahr erstmals auch einen Publikumspreis Weiterlesen

Aris Kalaizis im Dommuseum: „Das Martyrium des Hl. Bartholomäus oder das doppelte Martyrium“

2015, Februar 26.

Dem scheidenden Direktor des Dommuseums im Frankfurter Kaiserdom St. Bartholomäus, Professor August Heuser, verdankt die Stadtgesellschaft eine Vielzahl herausragender Präsentationen zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler. Ihren Platz haben diese Wechselausstellungen im „Quadrum“, einem überdachten quadratischen Raum im an der Nordseite des Doms gelegenen Kreuzgang. Vertraute Sehgewohnheiten aufzubrechen, die Besucher mit überraschenden und ungewohnten theologisch-künstlerischen Perspektivwechseln zu konfrontieren – dazu fühlte sich der Theologe, Pädagoge und Kunsthistoriker berufen.

Zum Abschied in den Ruhestand fordert Heuser jetzt das Publikum zu einer Auseinandersetzung mit einem grossformatigen Leinwandbild der besonderen Art heraus: „Das Martyrium des Hl. Bartholomäus oder das doppelte Martyrium“ heisst die 2,50 x 2,85 Meter messende Arbeit des Leipziger Künstlers Aris Kalaizis. Der Maler ist in Frankfurt am Main kein Unbekannter: Erst im vergangenen Jahr faszinierte wie irritierte er die Besucher des Quadrums mit seinem ebenfalls grossformatigen, damals keineswegs unumstrittenen Gemälde „make/believe“, das den emeritierten Papst Benedikt XVI. in einem überraschenden Spannungsverhältnis zu Würdenträgern der Kurie, präsentierenden Soldaten der Schweizer Garde und einem mit Engelsflügeln versehenen Mann in zeitgenössischem Strassenanzug darstellt, welcher die in den Raum greifende, imperial anmutende Geste des Papstes abzuwehren scheint.

„Das Martyrium des Hl. Bartholomäus oder das doppelte Martyrium“ nun ist – so werden es viele Betrachter empfinden – ein „furchtbares, entsetzliches Bild“. Doch nicht das Bild als künstlerisches Werk ist „furchtbar oder entsetzlich“, sondern das dargestellte Geschehen – ein Interview des Künstlers am Ende dieser Ausführungen verdeutlicht diesen Unterschied.

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Bartholomäus, einer der zwölf Apostel, Namenspatron des Frankfurter Kaiserdoms – dort erinnern vor allem eine Reliquie und der Bartholomäusfries aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts an den Heiligen -, verkündigte, wie es die Überlieferung vermittelt, das Evangelium im Gebiet des heutigen Iran, vielleicht auch in Albanien, Armenien, Indien oder Ägypten, wobei er auch den Text des Matthäus-Evangeliums hinterbracht haben soll. Er erlitt den Märtyrertod, indem er der Legende nach bei lebendigem Leib gehäutet und mit dem Kopf nach unten gekreuzigt wurde (seine Attribute sind entsprechend das Messer, das Buch oder die abgezogene Haut). Historisch gesichert ist die Art, wie er zu Tode kam, nicht. Weiterlesen

Städelschule: Rundgang 2015 (3)

2015, Februar 24.

Gebäude Dürerstrasse: Malerei – eine Auswahl

Auch beim diesjährigen Rundgang durch die Städelschule – offiziell heisst die Veranstaltung „Jahresausstellung der Studierenden der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste“ – registrierten wir erneut ein grosses Interesse der Studentinnen und Studenten an Malerei. Traditionelle Techniken – Öl oder Acryl auf Leinwand – werden ebenso gepflegt wie Arbeiten auf Papier, als Malmittel sehen wir Kohle oder Sprühfarbe oder es gibt Mischformen, etwa Malerei kombiniert mit Prints.

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Tatjana Danneberg, not yet titled # 7, 2015, gouache, paint primer, inkjet print, glue on canvas, 95 x 135 cm

Gleich am Haupteingang begegnete uns eine ansprechende Arbeit von Tatjana Danneberg, in der Lichthalle dann eine ideenreiche Kombination von Elif Saydam aus Schafgarbe-Tee (wir haben ihn bislang weder angetroffen noch gar getrunken), Pyrit (dem mühsam hervorgekramten Schulwissen zufolge also Schwefelkies) und natürlich Ölfarbe, das Ganze serviert auf einem sich leicht wellenden, von der Rauputzwand abhebenden Tintenstrahl-Druck (das obere Fünftel blieb tatsächlich weiss) Weiterlesen

Meisterwerke von Jean-Jacques de Boissieu im Städel

2015, Februar 22.

Frauen-Bildnis gegen Landschaft mit Kühen ausgetauscht

Von Hans-Bernd Heier

Ob Johann Friedrich Städel (1728-1816) seinen Zeitgenossen, den damals international bekannten Künstler Jean-Jacques de Boissieu (1736-1810), persönlich kennen gelernt hat, ist nicht belegt. Dass er aber die Arbeiten des herausragenden Zeichners und Radierers aus Lyon sehr zu schätzen wusste, zeigen die mehr als 20 Zeichnungen und weit über 200 Radierungen, die der Gründer des Städelschen Kunstinstituts erworben hat. Dieses Konvolut zählt zum alten Museumsbestand und umfasst eine der größten Sammlungen von Boissieus Werken in Deutschland.

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Porträt Jean-Jacques de Boissieu, Radierung, 1796

Der Frankfurter Kaufmann und Bankier Johann Friedrich Städel stiftete 1815 sein Haus am Rossmarkt, seine Kunstsammlung sowie sein Vermögen zur Gründung des nach ihm benannten Kunstinstituts. Deutschlands ältester bürgerlicher Museumsstiftung steht 2015 ein ereignisreiches Jahr bevor Weiterlesen

Berchtesgaden: Eine „Sahneschnitte“ zwischen Sissis heiler Welt und der des 1000jährigen Reichs

2015, Februar 21.

Von Elke Backert

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Echtes Edelweiß zum Anfassen auf der Dachterrasse des gleichnamigen Hotels

Mitten im historischen Stadtkern Berchtesgadens nimmt das Hotel Edelweiß breiten Raum ein. Umrundet man es, meint man, man habe schon die ganze Altstadt gesehen Weiterlesen