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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

FAT – Frankfurter Ateliertage 2014 (7)

Atelierhaus basis: zwei Überraschungen
Janina Arendt, Kirsten Kötter

„basis“ – die bekannte Produktions- und Ausstellungsplattform, getragen vom gleichnamigen gemeinnützigen Verein, mit den Häusern Gutleutstrasse (Ausstellung, Leseraum und Ateliers), Elbestrasse (Ateliers, Werkstätten und Projektraum) sowie Linnéstrasse (Ateliers) ist – wie könnte es anders sein – stets für Überraschungen gut. Zwei solcher überraschenden Entdeckungen, es sind Arbeiten zweier seit längerem erfolgreich wie interdisziplinär arbeitender Künstlerinnen, möchten wir – in diesem Rahmen vorerst nur in aller Kürze – vorstellen.

Ein installatives Werk von Janina Arendt trafen wir in einem Atelier gemeinsam mit Arbeiten von Sofia Duchovny (sie erhielt beim Städelschul-Rundgang 2014 den Antje und Jürgen Conzelmann-Preis), Lilly Lulay und Lena Philipp an. Aber hier geht es allein um Janina Arendt. Ihrer Vita via Internet habhaft zu werden ist uns für’s erste leider nicht gelungen – entweder waren wir zu ungeduldig oder – wahrscheinlicher: Schande über Google! Dass sich die Künstlerin in multimedialen Bereichen aufhällt – vor allem Video, Trickfilm, Regie, Performance, Installation, Zeichnungen, künstlerische Forschung – ist bekannt. Alexandra Seibel hob „das Instabile, Unstetigkeit und Ungeduld, die Begierde nach Bewegung“ der Künstlerin hervor. Die auch in Frankfurt bekannte Choreografin und Performerin Antje Velsinger arbeitete mit Arendt zusammen (Künstlerhaus Mousonturm).

Eine bemerkenswerte Arbeit:

L1220885-450

Janina Arendt, „Die Interessen eines Anderen (Skizze)“, 2014

Auf einer langen Papierrolle an der Wand eine Malerei, zwei menschliche Figuren, deren untere beziehungsweise obere Hälfte sich jeweils im Nebulösen auflöst – oder ist es nicht vielmehr ein und dieselbe Figur, geteilt? Sie hält einen Fotoapparat vor dem Gesicht – fotografiert die eine Körperhälfte ihre eigene andere? Davor hängt von der Decke herab ein langer transparenter Plastiksack, darin ein Kleinbeamer, der durch die Folie hindurch Szenen auf die Malerei projiziert. Eine Arbeit voll von Brechungen und Verschiebungen, optischen und gedanklichen Herausforderungen …

Von der Freien Künstlerin, Kunsthistorikerin und Kuratorin Kirsten Kötter finden wir eine Vita, sie ist interessant: Tätigkeit als Restauratorin, Studium der Kunstgeschichte an der Goethe-Universität mit dem Magister-Abschluss („Der Frankfurter Kunstverein in den 1970er Jahren“), Museumspädagogin in Frankfurt, Studium der Freien Kunst an der Kunsthochschule Mainz (Fotografie bei Professor Vladimir Spacek), der Kunsthochschule Kassel (Professorin Dorothee von Windheim) und der Städelschule (bei Professorin Ayse Erkmen).

Während der Frankfurter Ateliertage war Kirsten Kötters Atelier im Haus basis Teil der Veranstaltung in der Kunstfabrik Darmstadt „Kunst als Architektur einer freien Gesellschaft“ (nach einem Zitat von Herbert Marcuse von 1967): mit einer Malerei-Installation der Künstlerin und einer Ton-Installation in Zusammenarbeit mit Gunilda Wörner und Hans Essel.

Abgebildete Werke © jeweilige Künstlerinnen; Fotos: FeuilletonFrankfurt

→ FAT – Frankfurter Ateliertage 2014 (8)
→ FAT – Frankfurter Ateliertage 2014 (1)

 

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