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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

25 Jahre Hessischer Film- und Kinopreis 2014

Grossartige Filme, zu viele Sprüche, gelungenes Fest

Von Renate Feyerbacher

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Der neue „hessische Oscar“, kreiert von dem bekannten Künstler Ottmar Hörl; © VG Bild-Kunst, Bonn

Am 10. Oktober 2014 wurde in der Alten Oper Frankfurt zum 25. Mal der Hessische Film- und Kinopreis und zum 12. Mal der Hessische Fernsehpreis – letzterer vergeben vom Hessische Rundfunk in Zusammenarbeit mit der Hessischen Filmförderung – verliehen. Namhafte prominente Film- und Fernsehschaffende gaben sich ein Stelldichein

. Ein glanzvoller, nicht protziger Abend – musikalisch gestaltet vom Komiker, Musikclown und Autor Helge Schneider und dem Spardosen-Terzett -, ein Abend mit Arbeitsgesprächen.

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(von links) Alwara Höfels, Matthias Brandt, Iris Berben, Anna Maria Mühe

Hessischer Film- und Kinopreis

Obwohl der Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten stets der Höhepunkt am Ende der Filmgala ist, soll er hier an erster Stelle stehen. Wieder hat Volker Bouffier sich eine Schauspielerin ausgesucht, die die 50 Jahre überschritten hat: Iris Berben. Sie wurde von ihrer Laudatorin, der herausragenden jungen Schauspielerin Anna Maria Mühe, begeistert gefeiert. Die Comedy-Serien „Klimbim“ und „Sketup“ gehörten zum Beginn von Berbens Karriere. Sie spielte mit in der erfolgreichsten deutschen Fernsehserie „Das Erbe der Guldenburgs“ und die Konsulin in den „Buddenbroocks“. Fast 19 Jahre lang strahlte das ZDF die Krimiserie mit der Kommissarin „Rosa Roth“ aus. In diesem Jahr war sie beim „Wagner Clan“ dabei, und in dem Fernsehfilm „Sternstunde ihres Lebens“ gab sie Elisabeth Selbert ihr Gesicht, der SPD-Politikerin und Juristin, die die Gleichberechtigung von Mann und Frau im Grundgesetz erstritt.

Seit 2010 ist Iris Berben Präsidentin der Deutschen Filmakademie. Sie engagiert sich vielfältig, unter anderem gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus.

Die junge Filmemacherin, Drehbuchautorin und Regisseurin Sonja Heiss gewann in der Kategorie Bester Spielfilm. Die 90-minütige Produktion „Hedi Schneider steckt fest“, von Kameramann Nikolai von Graevenitz realisiert, ist eine Koproduktion, an der ZDF (Das Kleine Fernsehspiel) und ARTE beteiligt waren. Ein Preisgeld von 15.000 Euro konnte sie entgegennehmen.

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Sonja Heiss

Hedi Schneider – perfekt besetzt mit Laura Tonke – lebt beschaulich mit ihrer kleinen Familie, geht kleinen Jobangeboten nach. Dann bleibt sie nur minutenlang in einem Aufzug stecken. Aber dieses Ereignis löst bei ihr später immer wieder unerklärliche Panikattacken aus, die Mann und Sohn schwer belasten und die kleine Familie fast zerbrechen lassen.

Die Jury rühmt die fragile Balance, die Sonja Heiss „zwischen berührendem Drama und leichtfüßiger Komödie scheinbar mühelos und mit großer erzählerischer Eleganz“ meistert, „ein Kunststück, das im deutschen Kino nur wenigen gelingt“. Der Jury, die auch den Drehbuchpreis und den Hochschulfilmpreis verantwortet, gehören der Journalist Manfred Riepe, die Schauspielerin Jenny Schily, Reiner Schöler, Referatsleiter Film im Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, der Regisseur Jan Schomburg und der Geschäftsführer der Hessische Filmförderung (Filmförderung des Landes Hessen und des Hessischen Rundfunks) Frank Stephan Limbach an. Der gebürtige Hesse Limbach, Filmproduzent in Frankfurt, ist seit diesem Jahr Nachfolger der langjährigen Geschäftsführerin Maria Wismeth und hat den Vorsitz der Jury inne.

Leichtigkeit und feiner Humor zeichnet den Film aus, der ein schwieriges Thema behandelt: die Angst vor der Angst. Die Münchnerin Sonja Heiss, die an der dortigen Hochschule für Film und Fernsehen studierte und heute in Berlin lebt, wurde bereits mehrfach ausgezeichnet und erhielt Stipendien. Endlich einmal eine Regisseurin, die die Chance erhielt, einen Spielfilm zu drehen.

200 Regisseurinnen des Vereins „Pro Quote Regie“ – das sei in diesem Zusammenhang erwähnt –  haben soeben einen Appell an die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender, an die Filmförderungen von Bund und Ländern sowie an die Politik gerichtet, mehr Regisseurinnen mit Produktionen zu beauftragen. Derzeit gehen 85 Prozent der Aufträge in Deutschland und Europa an Männer, aber 42 Prozent der Absolventen deutscher Filmhochschulen sind Frauen. Die namhaften Regisseure Volker Schlöndorff und Edgar Reitz unterstützen die Forderung der Regisseurinnen.

Auch der Film „Im Labyrinth des Schweigens“ war nominiert. Er ist dem Andenken Fritz Bauers gewidmet, der in Frankfurt die Auschwitz-Prozesse initiierte – „ein bemerkenswerter Historienfilm“, in dem der überragende deutsche Burgschauspieler Gert Voss die Rolle von Fritz Bauer übernahm. Es war seine letzte Rolle vor seinem Tod im Juli 2014.

Auch der Kinderfilm „Petterson und Findus – Kleiner Quälgeist, Grosse Freundschaft“ gehörte zu den Nominierten, die mit jeweils 5.000 Euro bedacht wurden – „liebevolle Ausstattung … spielerische, kindgerechte und einnehmend frohgemute Atmosphäre“ wurden ihm bescheinigt.

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Preisträger-Gruppenfoto

Ebenfalls mit 15.000 Euro dotiert ist der beste Dokumentarfilm. Gewinner wurde „The Green Prince“, den Regisseur Nadav Schirman realisierte. Eine deutsch-israelisch-englische Produktion, deren Kinostart am 27. November 2014 beginnt.

Mitbewerber des Hessischen Filmpreises Dokumentation waren „Arteholic“ (über den kunstsüchtigen Schauspieler Udo Kier) und „Carlo, keep swinging“ über den Frankfurter Jazzer Carlo Bohländer.

The Green Prince (der grüne Prinz) war der Deckname für Mosab Hassan Yousef, den Sohn des Hamas-Mitbegründers Scheich Hassan Yousef, der zu einem der wichtigsten Agenten des israelischen Geheimdienstes Shin Beth wurde und seine Familie und seine eigenen Leute ausspionierte. Mosab Hassan Yousef wollte bereits als Kind gegen Israel kämpfen, geriet aber in jungen Jahren in die Fänge Israels. Gonen Ben Yitzhak, Führungsoffizier des Geheimdienstes Shin Beth, rekrutierte ihn für die israelische Organisation. Die beiden sind die Protagonisten der Dokumentation, der bereits bei Filmfestivals in Utha/USA und in Moskau ausgezeichnet wurde. Vor kurzem wurde ihr der israelische Oscar zuteil.

Die Frage nach der Motivation von Mosab Hassab Yousef hat Regisseur Nadav Schirman besonders beschäftigt. Die Fragen von Wahrheit und Schuld kann der Film nicht beantworten. Mosab Hassan Yousef lebt heute in den USA in ständiger Angst. Schirman, Sohn eines israelischen Diplomaten, erregte bereits mit seiner Dokumentation „In the Darkroom“ Aufmerksamkeit. In dieser Dokumenation kommt die Deutsche Magdalena Kopp zu Wort, die 13 Jahre lang Lebensgefährtin des Terroristen Ilich Ramírez Sánchez, alias Carlos genannt der Schakal, war. Der neue Dokumentarfilm fordert zum Nachdenken über die politisch brisante Situation in Nahost auf. Die Jury nennt ihn einen psychologisch-komplexen Thriller, den der Regisseur „packend und souverän“ umgesetzt habe.

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Nino Pezella

Die deutsch-italienische Produktion „Femminielli“ von Nino Pezzella wurde mit 15.000 Euro in der Kategorie Experimentalfilm ausgezeichnet. Ein „Femminiello“ ist ein Transgender: geboren als Mann, lebt sie seit früher Kindheit ihre weibliche Identität. Der Ort ist Neapel, wo sie in der Gesellschaft als sogenanntes „drittes Geschlecht“ verankert sind. Sie werden als Glücksbringer verehrt.

Der Regisseur, der in Italien aufwuchs und in Frankfurt wohnt, fliessend Süditalienisch spricht, erzählt, dass er seit 2000 dieses Thema in Arbeit hat: zunächst ein Jahr Recherchen, dann elf Jahre Dreharbeiten, danach Montage und Postproduktion. Zugang zu den Menschen, es sind vier Hauptdarsteller, fand er durch neapolitanische Freunde. „Desto trotz war der Zugang recht schwierig“. Die kurzen Film-Ausschnitte, die am Gala-Abend zu sehen waren, lassen interessante, aber schwierige Dreharbeiten vermuten.

Die „Femminielli“, die sich als Künstler verstehen, sind heute nur noch im spanischen Viertel Neapels, einem Armenviertel, anzutreffen. Hier konnten sie ihre Tradition, die jedoch vom „Aussterben bedroht ist, bewahren. Nino Pezzella, so heisst es in der Begründung der Jury, habe ihnen ein Denkmal gesetzt. Er lässt „uns teilhaben an ihren Leben, ihren Ritualen, ihren Problemen, ihrem Witz und ihrer gesellschaftlichen Funktion als befreiendes Ventil nicht gelebter Sehnsüchte. In seiner experimentellen Art des Filmens spiegelt sich die spielerische Theatralik der Femminielli und liefert nebenbei einen angenehm irritierenden Beitrag zur Transgender-Diskussion unserer Tage“.

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David Sarno

Der Filmemacher David Sarno wurde für „Richard & Gilbert“ mit dem Hessischen Hochschulpreis ausgezeichnet. Der Kurzfilm passt in keine Schublade, in keine Kategorie. Die Jury lobt technische Perfektion, meisterhafte Tableaus, eine Lichtführung, die an die frühbarocken Gemälde des Italieners Caravaggio (1571-1610) denken lassen. Es ist ein Beitrag nur für Erwachsene mit starken Nerven. Es geht um eine Mordserie, die ein Dorf im 19. Jahrhundert in Angst und Schrecken hält. Richard und Gilbert, zwei junge Detektive, die einander lieben, sind auf den Plan gerufen.

Die Jury betont, dass sich Sarnos Film nicht auf sexualisierten Splatter reduzieren lässt (Splatterfilm ist eine Art Horrorfilm mit hemmungsloser Gewalt und Blut). Er sei vielmehr ein gelungenes Kunstkino – realisiert durch eine eindrucksvolle Kameraführung von Ivan Robles-Mendoza. „Für einen Hochschulfilm äußerst bemerkenswert.“

Zum Drehbuchpreis: Einmal Weihnachten feiern, das wünscht sich die kleine Melek. Der Vater, der sich der islamischen Gemeinde als zukünftigen Imam anpreisen will, ist davon nicht begeistert. Melek protestiert durch einen nicht enden wollenden Schreikrampf, der sie schliesslich ins Krankenhaus bringt. „Weihnachten unterm Halbmond“, so der Titel des Drehbuchs, das den Preis erhielt, versucht nun die Mutter heimlich zu organisieren. Aber Missverständnisse und Hindernisse pflastern den Weg zum Vorhaben.

Numan Acar und die Co-Autoren Sinan Akkuş und Tim Krause hoffen nun auf die Realsierung des Spielfilms.

Als beste Internationale Literaturverfilmung hatte Jürgen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, „A most wanted Man“ des niederländischen Fotografen und Filmregisseurs Anton Corbijn gewählt. Corbijn hat den gleichnamigen Spionageroman (deutsch „Marionetten“) des englischen Schriftstellers John le Carré mit Kameramann Benoît Delhomme verfilmt. Die deutsche-britische Produktion wurde in Hamburg und Berlin gedreht.

Ein faszinierender Film, spannend bis zur letzten Sekunde, der die beruflichen Konkurrenzkämpfe von Antiterrorspezialisten aufzeigt, die nach dem 11. September 2001 in Hamburg und Berlin aktiv sind. Es ist kein Krimi, sondern eine Geschichte, die von Macht, Schuld, Unschuld, Ungewissheit, Liebe und Menschlichkeit erzählt. Grossartig ist die Charakterzeichnung des Hauptdarstellers Philip Seymour Hoffman alias Spionagespezialist Günther Bachmann, der eine nicht offizielle Anti-Terror-Gruppe führt. Der im Film pausenlos rauchende und Wiskey trinkende, schlampige, oft atemlose, aber sympathische Hoffman gab viel von sich selbst preis. Nur kurze Zeit nach der englischen Filmpremiere wurde Hoffman im Februar 2014 tot in seiner New Yorker Wohnung gefunden. Ein Mix von Suchtmitteln, es wird von einem Unfall ausgegangen, tötete ihn. In 53 Filmen wirkte Hoffman mit. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Golden Globe und dem Oscar für den amerikanischen Film „Capote“. Auch als Regisseur wurde er aktiv.

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Matthias Brandt und Iris Berben

Hessischer Fernsehpreis

Nun folgt ein Lob auf einen aussergewöhnlichen deutschen Schauspieler, auf Matthias Brandt, der für seine Rolle in „Männertreu“ der Regisseurin Hermine Huntgeburth und der Drehbuchautorin Thea Dorn den Hessischen Fernsehpreis als Bester Schauspieler erhielt.

Der Film wurde bereits mit dem Deutschen Fernsehpreis 2014 in Köln ausgezeichnet, für den Brandt auch als Bester Schauspieler nominiert war (und Hauptdarstellerin Suzanne von Borsody als Franziska als Beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde).

Eine wahnsinnige Geschichte eines sexsüchtigen Verlegers, liberal-konservativer Gesinnung, der das Amt des Bundespräsidenten anstrebt. Sie zu erzählen sprengte hier den Rahmen. Genügend politische Vorbilder, die ihre Ehefrauen betrügen und jeden anderen Rock hochstreifen, hatte Dramatikerin Thea Dorn. Was hält eine Frau, eine angesehene Anwältin, bei einem solchen Mann? 35 Jahre sei ihre Ehe glücklich, heisst es. Als Franziska die laufende Affäre mit der blutjungen Volontärin Nina erfährt, die sie in ihrer Kanzlei aufsucht und die von gegenseitiger Liebe erzählt, reagiert sie kühl. Ihr Mann Georg Sahl liebe nur sich selbst, brauche zwar immer wieder Frauen, aber letztlich  doch immer nur seine Ehefrau. Begehrlichkeiten von Frauen, Selbstverleugnung von Frauen geben sexsüchtigen Männern Bewegungsfreiheit.

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Claudia Michelsen

Claudia Michelsen, die in dem Film die TV-Moderatorin spielt, mit der Georg Sahl nach der Show natürlich auch Sex hatte, hielt die Laudatio.

Liane Jessen, Fernsehspielchefin beim Hessischen Rundfunk, ist die Produzentin von „Männertreu“, der unter anderem in Frankfurt und Offenbach gedreht wurde. Sie ist Mitglied der Jury für den Fernsehpreis, weitere sind der Schauspieler Herbert Knaup, der Drehbuchautor David Ungureit, die Produzentin Tanja Ziegler und die Co-Geschäftsführerin Hessische Filmförderung/Hessischer Rundfunk, Christel Schmidt.

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Liane Jessen

Die Jury lobt die hochklassige Rollenbesetzung bis in die Nebenrollen. Aus diesem Ensemble rage Matthias Brandt alias Georg Sahl durch unausstehliche Arroganz und totale Faszination hervor. „Indem Brandt Sahls Wissen um seine Außenwirkung stets mitdenkt und mitspielt, verleiht er dieser Figur eine ungeheure Spannung und Ambivalenz. Jede Geste, jede Mimik Sahls scheint kalkuliert zu sein und darauf bedacht, wie sie auf andere wirkt.“ Er lasse sein Publikum an der Menschwerdung seiner Figur teilhaben.

Die beiden anderen Nominierten für den Preis bester Schauspieler waren Golo Euler für seine Rollen im Tatort „Im Schmerz geboren“ (auch eine Produktion des Hessischen Rundfunks, die vor kurzem gesendet wurde) und „Die Fischerin“, ferner Francis Fulton-Smith als Franz-Josef Strauß in „Die Spiegel-Affäre“.

Die Hauptdarstellerin in den Filmen „Die Fischerin“ und „Dr. Gressmann zeigt Gefühl“, Alwara Höfels, wurde von der Jury mit dem Hessischen Fernsehpreis Beste Schauspielerin gewürdigt.

Alwara Höfels gibt ihren Figuren etwas Starkes, ohne dabei ihre Schwächen und Widersprüche zu verleugnen, und so schenkt sie uns Frauenfiguren, die nicht nur glaubhaft auf dem Bildschirm sind, sondern auch gut im Haus nebenan leben könnten.“

Mitbewerberinnen für den Preis waren Jasna Fritzi Bauer als rotzig-junges Mädchen Sascha im Film „Scherbenpark“ und Franziska Walser als liebende Gattin in „Nie mehr wie immer“. Auch eine komplizierte, schuldverstrickte Geschichte, die vom Hessischen Rundfunk produziert wurde. Das Ehepaar Franziska Walser und Edgar Selge spielt im Film das Ehepaar Huber.

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Franziska Walser und Edgar Selge

Hessischer Kinokulturpreis

Auch in diesem Jahr wurde, in Verbindung mit dem Hessischen Filmpreis, der Hessische Kinokulturpreis für gewerbliche und nicht gewerbliche Kinos und Kinoinitiativen verliehen. Ein Chor von Filmstars beiderlei Geschlechts ehrte die hessischen Kinobetreiber mit dem Ständchen „Wir sind das Licht, ihr seid das Kino“. Was für ein Aufgebot!

Das „Mal seh’n Kino“ in Frankfurt, das in diesen Tagen sein 30-jähriges Bestehen feiert, wurde mit 12.000 Euro für sein aussergewöhnliches Programmangebot ausgezeichnet. Zehn weitere gewerbliche Kinos erhielten ein Preisgeld.

Zu den nicht gewerblichen Kinos, die preiswürdig waren, zählten sieben Kinos, unter anderem das des Deutschen Filmmuseums, das Universitätskino Pupille, das Murnau-Filmtheater in Wiesbaden und das Filmforum Höchst, das zur Volkshochschule gehört.

Klaus-Peter Roth vom Filmforum Höchst, ein ausgewiesener Kenner der Filmbranche, zeigt alte und neue Filme sowie Kinderfilme. Das Kino ist nun digital nachgerüstet, aber seine alten Projektoren, die 16- und 35-Millimeter-Filme zeigen können, bedient er noch.

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Klaus-Peter Roth

So kann der Filmfan in Frankfurt-Höchst zum Beispiel Ende November „Die Mörder sind unter uns“ sehen, den Wolfgang Staudte 1946 drehte, oder den neuen Film „Im Labyrinth des Schweigens“ von Giulio Ricciarelli, 2014, über Fritz Bauer, der auch in der Kategorie Hessischer Filmpreis – Spielfilm – nominiert war.

Die Entscheidungen der Jurys an diesem gelungenen Gala-Abend sind alle nachzuvollziehen.

Das Filmland Hessen hat sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt. 90.000 Menschen arbeiten hier in der Film- und Medienbranche. Mit Hochdruck wird an der Gründung einer Film- und Medien GmbH gearbeitet, damit die internationale Wahrnehmung erhöht wird.

Fotos: Renate Feyerbacher

→  Hessischer Film- und Kinopreis 2013
→  Hessischer Film- und Kinopreis 2012

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