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FeuilletonFrankfurt

Das Online-Magazin von Erhard Metz

Archiv für Mai, 2014

Manfred Stumpf in der Galerie Martina Detterer

Freitag, 30. Mai 2014

Geht das Kamel durchs Nadelöhr?

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Manfred Stumpf: Modell einer Skulptur vor dem Gebäude der Europäischen Zentralbank; Foto: der Künstler

„Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.“ Fast wortgleich stimmen die drei synoptischen Evangelisten Markus, Lukas und Matthäus in der Wiedergabe einer der markantesten Aussagen Jesu überein, hier zitieren wir Markus.*

Nun – Kamel und Nadelöhr als Skulptur des renommierten Künstlers und Kunstprofessors Manfred Stumpf vor dem Neubau der Europäischen Zentralbank, der EZB, dem zentralen Geldtempel Europas? Das stiesse manchen Finanzern und Bankern, wenn sie denn insoweit „bibelfest“ wären, wohl säuerlich auf Weiterlesen

„Orpheus oder Die wunderbare Beständigkeit der Liebe“ von Georg Philipp Telemann an der Oper Frankfurt

Mittwoch, 28. Mai 2014

Von der Doppelbödigkeit beständiger Liebe

Von Renate Feyerbacher
Fotos: Monika Rittershaus / Oper Frankfurt und Renate Feyerbacher

Orpheus oder Die wunderbare Beständigkeit der Liebe“, ein musikalisches Drama von Georg Philipp Telemann (1681-1767), wurde am vergangenen Sonntag zum ersten Mal in Frankfurt am Main aufgeführt. Frenetischer Beifall mit Fusstrampeln.

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Johannes Öllinger (Gitarrist), Maren Favela (Cephisa) und Elizabeth Reiter (Orasia); Foto © Monika Rittershaus

Was für eine aussergewöhnliche Musik, die nach mehr als zwei Jahrhunderten, die konzertante Uraufführung war 1726 in Hamburg, buchstäblich ausgegraben wurde. Der Telemann-Forscher Peter Huth hatte Ende des 20. Jahrhunderts das fragmentarisch überlieferte Werk des Komponisten in eine Fassung gebracht. Das Libretto war vollständig erhalten, die Musik eben nicht. Darauf basierend haben Dirigent Titus Engel und die Regisseurin Florentine Klepper die Frankfurter Version geschaffen, die Freiheit lässt, und diese nutzen sie sowohl in der Instrumentation als auch in der Lesart. So wird auf ermüdende Da capo-Arien verzichtet Weiterlesen

„ESPRIT MONTMARTRE“ in der SCHIRN Kunsthalle Frankfurt

Montag, 26. Mai 2014

DIE BOHÈME IN PARIS UM 1900

Was haben Frankfurts Opern-Intendant Bernd Loebe und Triple-Museumsdirektor Max Hollein gemeinsam? Alles, was sie anpacken, gerät ihnen zu Gold!

Bereits vor Ostern konnte die Kunsthalle für die Ausstellung „Esprit Montmartre. Die Bohème in Paris um 1900“ den 100.000-sten Besucher vermelden. „Dass die Ausstellung der Schirn in nur wenigen Wochen einen solchen Besucherzuspruch erhalten hat, erfüllt uns mit grosser Freude und zeigt die hohe Anziehungskraft hochkarätiger und aussergewöhnlicher Kunstwerke der Pariser Moderne um 1900. Es ist aber auch ein vehementes Zeichen dafür, dass das Interesse an grossen Themenausstellungen, die dem Besucher einen neuen, noch unbekannten Blick eröffnen und wie sie die Schirn immer wieder präsentiert, ungebrochen ist“ freute sich denn auch SCHIRN-Direktor Max Hollein. Am 1. Juni 2014 nun geht die Schau zu Ende. Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, noch nicht dabei gewesen sein sollten, wird es hohe Zeit – denn diese Ausstellung zu versäumen wäre ein nahezu unverzeihlicher Fehler!

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Louis Anquetin, Femme à la voilette, 1891, Öl auf Leinwand, 81 x 55 cm. © Privatsammlung, courtesy of D. Nisinson

Sie zählt derzeit wohl zu den bekanntesten Damen in Frankfurt, schaut sie doch seit vielen Wochen die Bürgerinnen und Bürger der Stadt von Plakatwänden und Litfaßsäulen an: Louis Anquetins „Femme à la voilette“. Ihr Gesichtsschleier weist sie als Dame der seinerzeitigen „Halbwelt“ aus. Wir zitieren aus einem SCHIRN-Wandtext: Weiterlesen

Monika Müller-Löwenberg: „Gesichter, die Geschichten erzählen“

Samstag, 24. Mai 2014

Dritte Fotografieausstellung in der Frankfurter Stadtteilbibliothek Seckbach

Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn’s hoch kommt, so sind’s achtzig Jahre, und wenn’s köstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen; denn es fährt schnell dahin, als flögen wir davon (Psalm 90, Vers 10, Lutherbibel 1912)

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Am Südhang des Frankfurter Lohrbergs, im Stadtteil Seckbach, unterhält die 1920 gegründete Henry und Emma Budge-Stiftung eine Seniorenwohnanlage mit Pflegeheim. Die Frankfurter Malerin, Grafikerin, Illustratorin und Fotografin Monika Müller-Löwenberg, der Stiftung seit langen Jahren verbunden, fertigte fotografische Porträts von Bewohnerinnen und Bewohnern dieser Anlage. Im Juni 2012 wurden die Fotografien ein ersten Mal in der Zentralbibliothek der Stadt Frankfurt am Main ausgestellt, ein weiteres Mal ein Jahr später im Haus der Budge-Stiftung selbst – auf ausdrücklichen Wunsch der Bewohnerinnen und Bewohner Weiterlesen

„goEast“ 2014 – Festival des mittel-und osteuropäischen Films

Mittwoch, 21. Mai 2014

14. Festival des mittel- und osteuropäischen Films: Jung, wild, ausdrucksstark

Eine Nachlese von Renate Feyerbacher

Seit 14 Jahren ist der April der Monat des goEast-Festivals in Wiesbaden und Umgebung.

goEast Nana Ekvtimishvili, Dillmann, Hoffmann 9.4.14 003

Eröffnung mit Festivalleiterin Gaby Babic

Über 140 lange und kurze Filme aus 22 Ländern wurden gezeigt, davon zehn Spielfilme und sechs sozialkritische Dokumentationen im Wettbewerb sowie ausser Konkurrenz die Dokumentation „Ukraine_Stimmen“ von 2014. Auch die Eröffnungsrede war der Ukraine gewidmet. Filmisch sehr präsent war Polen, das in diesem Jahr den Hauptpreis, den ŠKODA Filmpreis, mitnehmen konnte. Ausgezeichnet wurde der Film „Ida“, der jetzt in die Kinos kam. Weiterlesen