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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Faschingsfeier von Mosaikschule und International Womens’s Club of Frankfurt

Nicht jeder kennt die Mosaikschule in Frankfurt am Main, die Schule mit dem „Förderschwerpunkt geistige Entwicklung“, etwas abgeschieden am Rand der Nordweststadt gelegen, mit freiem Blick über die angrenzenden Felder bis hin zum Taunus. Ihre Vorgängerin, die 1962 eröffnete, nach dem bekannten Heilpädagogen benannte Albert-Griesinger-Schule, war seinerzeit hessenweit die erste Schule für „Praktisch Bildbare“. Zum ersten Mal wurden dort, wie es in einer Mitteilung der Stadt Frankfurt hiess, Kinder aufgenommen, die wegen einer geistigen Behinderung „bisher nicht für schul- und bildungsfähig“ gehalten wurden. Es war ein mühevoller Weg, die benötigten finanziellen, räumlichen, sächlichen und personellen Mittel zu organisieren, einen Klassen- und Fachunterricht aufzubauen und einen geregelten Schulbustransport einzurichten. Ziel war es stets, die individuellen Talente und Stärken der behinderten Schülerinnen und Schüler zu erkennen und zu fördern und ihre Potentiale weiter zu entwickeln. Neben dem Lesen und Schreiben spielten der Kunst- und Musikunterricht ebenso wie Sport und Werken eine wesentliche Rolle. Der Erfolg blieb nicht aus, die Schülerzahlen stiegen. Nach manchen Standortwechseln konnte im Jahre 2001 der Neubau der Schule am Gerhart-Hauptmann-Ring bezogen werden.

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2007 änderte die Schule ihren Namen in „Mosaikschule“. Dieser Name, so die Schulleitung, „drückt die Unterschiedlichkeit der Schülerinnen und Schüler sowie die Fülle der schulischen Angebote aus

… Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und alle anderen Beteiligten formen in ihrer Einzigartigkeit eine Schulgemeinde ähnlich einem Mosaikbild, das aus vielen einzelnen Bausteinen besteht, die zusammen das Gesamtkunstwerk bilden“. Stetig steigende Schülerzahlen erforderten eine Teilung der Schule: Unter dem Namen „Panoramaschule“ nahm 2011 eine weitere, eigenständige Förderschule im Stadtteil Frankfurt-Nied ihren Betrieb auf.

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Gemälde von Schülerinnen und Schülern in den Fluren der Mosaikschule

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Derzeit verteilen sich rund 140 Schülerinnen der Mosaikschule auf 21 Klassen in Grund-, Mittel- und Hauptstufe sowie einer Berufsorientierungstufe. Neben Peter Walter, dem Rektor, der Konrektorin Christine Leja und drei Stufenleiterinnen sind an der Schule 34 Föderschullehrerinnen und -lehrer beschäftigt. Ferner arbeiten um die 40 männliche und weibliche Integrationshelfer, Sozial-, Ergo- und Physiotherapeuten, Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst und FSJ-Kräfte an dem gemeinsamen Ziel, den Schulabgängern einen Arbeitsplatz in Einrichtungen wie den Praunheimer Werkstätten und eine sinnerfüllte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Der Unterrichtsbetrieb endet derzeit noch gegen 14 Uhr, wobei ein warmes Mittagessen gereicht wird. Seit neuestem bietet die Schule sechs Arbeitsgruppen am Nachmittag bis ca. 15.30 Uhr an, an denen sich bereits rund 60 Schüler beteiligen: Der Weg hin zu einer Ganztagsschule ist eröffnet. Und in der Diskussion um Möglichkeiten einer Inklusivbeschulung von behinderten und nichtbehinderten Kindern im Regelschulbetrieb steht die Mosaikschule mit kompetentem Rat zur Verfügung.

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Gemälde von Schülerinnen und Schülern in den Fluren der Mosaikschule

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Bereits seit 1979 betreut eine Working Group von Damen des International Womens’s Club of Frankfurt IWC mit einer Reihe von Aktivitäten Schülerinnen und Schüler der vormaligen Albert-Griesinger- und heutigen Mosaikschule. So führt zum Beispiel ein Kochkurs in die Schauküche des IB Hotels an der Friedberger Warte, ein Schiffsausflug an Bord der „Wikinger 1“ zu einer Fahrt auf dem Main oder ein Ausflug in den Frankfurter Stadtwald zu einem Besuch des „StadtWaldHauses“. Auch Theater- und Museumsbesuche stehen auf dem Plan. Aber der jährliche Höhepunkt ist seit vielen Jahren die gemeinsame Faschingsfeier!

Am 28. Februar dieses Jahres, pünktlich um 9.45 Uhr, war es wieder so weit:

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IWC-Damen beim diesjährigen Faschingsfest in der Mosaikschule: (v. l.:) Vera Bloemer, Esther Müller, Doris Faust-Seifert, Helga Müller (Chairperson), Schulrektor Peter Walter, Helgard Koblischek, Eva Gedlich-Hagner, Seyhan Azak, Nasreen Steppat (Chairperson)

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Eine junge FSJ-Dame in Aktion …
… IWC-Dame Nasreen Steppat versteht sich gut mit dem schmucken Indianerhäuptling

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„Sie werden sich wundern, was nachher abgeht“, verhiess Schulrektor Peter Walter, und er behielt Recht. Von den Pädagoginnen und Pädagogen, Helferinnen und Helfern geführt, zog eine um die andere Klasse in den grossen Saal der Schule ein, und zu den Klängen von Disco-Musik und angefeuert von einer Animateurin entwickelte sich im Nu ein fröhliches und ausgelassenes Treiben, das dem Fastnachtstrubel in Köln oder Mainz in nichts nachstand.

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Geheimnisvoll in ihrer Maske: IWC-Dame und Faschingskreppel-Spenderin Eva Gedlich-Hagner …
… und auch ein wahrer Tanz-Künstler als Derwisch fehlte nicht

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Gibt es einen schöneren Lohn für Engagement? IWC-Dame Ivonne Rochau-Balinge mit einer Mosaikschülerin

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200 Faschingskreppel und jede Menge anderes boten die IWC-Damen auf: begeistert langten die Mosaikschülerinnen und -schüler zu

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Am Ende eines sinnerfüllten Vormittags: IWC-Damen Helga Müller, Eva Gedlich-Hagner, Nasreen Steppat, Doris Faust-Seifert, Seyhan Azak, Ivonne Rochau-Balinge, Esther Müller

Fotos: Erhard Metz

→ Lucy und der International Women’s Club of Frankfurt

→ IWC-Freundschaftsball 2010 zugunsten des Städel Museums Frankfurt

→ Internationaler Freundschaftsball des IWC 2012 zugunsten der Stiftung Bärenherz

→ Elisabeth-Norgall-Preis 2013 des International Women’s Club an Cornelia Fischer

 

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