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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Archiv für März, 2014

Kunstverein Familie Montez zur Luminale in den Frankfurter Honsellbrücke-Bögen

2014, März 30.

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„Brückenheilige“ bewachen und beschützen die wagemutig den Abgrund Überquerenden. Oft sind es statt der Heiligen die Skulpturen eines Löwen, des „Königs der Tiere“, denen man einst ähnliche Aufgaben und Fähigkeiten beimass. Warum also nicht auch an der Frankfurter Honsellbrücke?

Ursprünglich umfasste deren Vorlandbrückenbauwerk sechs Bögen, von denen nach der Sanierung der denkmalgeschützen Brücke und der notwendig gewordenen Verkürzung und Absenkung der Auffahrt lediglich zwei erhalten blieben. Sechs wären auch zu viel gewesen als neue Heimstatt des Frankfurter Kunstvereins Familie Montez, bereits die zwei verbliebenen, mit modernen Fenstern und Türen ausgestatteten und zu grosszügigen, lichtdurchfluteten Räumen entwickelten Gewölbehallen weisen eine an die tausend Quadratmeter messende Grundfläche auf Weiterlesen

„Stabwechsel“ im Frankfurter Künstlerclub: Trauer um Hannelore Gwildis – Ernst-Dietrich Haberland verlässt den Vorstand

2014, März 29.

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Ernst-Dietrich Haberland, der langjährige und jetzt scheidende Erste Vorsitzende des Frankfurter Künstlerclubs

Es bleibt ein denkwürdiger Abend, am Dienstag dieser Woche – dem Tag der Jahresversammlung des Frankfurter Künstlerclubs: Ernst-Dietrich Haberland kandidierte nicht erneut für die Position des Ersten Vorsitzenden, seine Lebenspartnerin Hannolore Gwildis war wenige Tage zuvor nach längerer, schwerer Krankheit verstorben. Für uns „Nachgeborenen“ war das Paar Ernst-Dietrich Haberland und Hannelore Gwildis – er Maler und seit 1996 als Erster Vorsitzender unermüdlich tätiger Manager des Clubs, sie promovierte Ärztin und praktizierende Geigenvirtuosin – Motor und Seele des unter der Schirmherrschaft des Frankfurter Kulturdezernenten Professor Felix Semmelroth waltenden Clubs Weiterlesen

Preis „ZONTA Art Contemporary“ für Eva Weingärtner

2014, März 26.

Sie ist nach Anke Röhrscheid, Ellen Poppy und Anne Imhof die vierte Gewinnerin des Kunst- und Förderpreises „ZAC – ZONTA Art Contemporary“: die Offenbacher Video- und Videoperformance-Künstlerin Eva Weingärtner. Vergeben wird der mit 2.400 Euro dotierte Preis alle zwei Jahre vom ZONTA-Club Frankfurt II Rhein-Main. Die Preisverleihung findet traditionell im Frankfurter Museum für Moderne Kunst MMK statt.

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Eva Weingärtner, Foto: FeuilletonFrankfurt

Der Preis geht auf eine Initiative der freischaffenden Frankfurter Künstlerin Jutta Heun zurück, das Wissen und Denken über aktuelle weibliche Positionen in der Kunst sowie junge, vorzugsweise im Rhein-Main-Gebiet ansässige Künstlerinnen zu fördern Weiterlesen

Preisverleihung des Verbands der deutschen Filmkritik 2013 und der deutsche Berlinale-Beitrag „Jack“

2014, März 24.

Hessischer Rundfunk mehrfach nominiert

Von Renate Feyerbacher

Seit mehr als 50 Jahren wird der Preis der deutschen Filmkritik ausschliesslich von Filmkritikern verliehen. In zwölf Kategorien wurde er unlängst vergeben an Produktionen, die im Kalenderjahr 2013 in den Kinos liefen.

Am 10. Februar 2014 war es wieder so weit: Der Verband der Deutschen Filmkritik (VDFK) vergab während der diesjährigen Berlinale seine Preise für das vergangene Jahr. Den einzigartigen Film- und Bühnenschauspieler sowie Regisseur Burkhart Klaußner hatten die Veranstalter als Moderator gewonnen.

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Burkhart Klaußner; Foto: Renate Feyerbacher

Zur Erinnerung: Für seine Rolle als Pastor in Michael Hanekes mehrfach ausgezeichnetem Film „Das weisse Band“ erhielt Klaußner den Deutschen Filmpreis als Bester Hauptdarsteller. Weiterlesen

Städel zeigt Emil Nolde-Retrospektive (2)

2014, März 22.

Großer Farbenmagier mit braunen Flecken

Von Hans-Bernd Heier

Das Städel würdigt in einer umfangreichen Retrospektive das Schaffen Emil Noldes (1867-1956), eines der bedeutendsten deutschen Expressionisten. Zu sehen sind bis zum 15. Juni 2014 rund 140 Arbeiten, darunter 90 Gemälde, beispielsweise Meisterwerke wie „Frühling im Zimmer“ (1904), „Das Leben Christi“ (1911/1912) oder „Kerzentänzerinnen“ (1912), aber auch einige bisher nicht außerhalb von Seebüll gezeigte Gemälde und Grafiken des Künstlers.

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„Kerzentänzerinnen“, 1912, Öl auf Leinwand, 100,5 x 86,5 cm;  Nolde Stiftung Seebüll, © Nolde Stiftung Seebüll

Wie viele andere Künstler zu Beginn des 20. Jahrhunderts interessiert sich auch Nolde für außereuropäische Formgebung und Kunst. In Berlin wird sein Interesse daran geweckt. Das Gemälde „Exotische Figuren (Fetische I)“  von 1911 basiert auf Zeichnungen, die er bei Besuchen im Königlichen Museum für Völkerkunde nach Exponaten anfertigt. Den Auftakt der Präsentation im Obergeschoss bilden Werke, die während oder im Anschluss an Noldes Teilnahme an einer Expedition des Reichskolonialamtes nach Neuguinea in den Jahren 1913/1914 entstehen Weiterlesen

Die Göttliche Komödie im MMK Frankfurt

2014, März 21.

HIMMEL
HÖLLE
FEGEFEUER

aus Sicht
afrikanischer Gegenwartskünstler

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Das Epos von Dante Alighieri
Malerei, Fotografie, Skulptur, Video,
Installation, Performance
50 Künstlerinnen und Künstler
4500 m² Ausstellungsfläche
Demnächst in FeuilletonFrankfurt

Abbildungen/Installationsansichten Oben: Dominique Zinkpè, Errance, 2013; Unten: Wim Botha, Prism 10 (Dead Laocoon), 2013; Fotos: FeuilletonFrankfurt

→  Die Göttliche Komödie im MMK Frankfurt (2)

Starke Stücke im Schauspiel Frankfurt (6)

2014, März 21.

Spielzeit 2013 / 2014

Von Renate Feyerbacher
Fotos: Birgit Hupfeld / Schauspiel Frankfurt

Die Nibelungen
Kinder der Sonne
Wille zur Wahrheit
Biedermann und die Brandstifter

“Die Nibelungen“ – Tragödie von Friedrich Hebbel

Masslos ist das Ich, das sich vereinzelt.
oder:
Blutige Arbeit des Tötens.

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Christian Erdt, Giselher, der Bruder des Königs; Verena Bukal, Kriemhild, die Schwester des Königs; Sascha Nathan, König Gunther; Foto © Birgit Hupfeld

Die aufgereihte Männerphalanx gleich zu Beginn lässt nichts Gutes ahnen. Da stehen die Burgunder, König Gunther, Hagen Tronje, Spielmann Volker, Königsbruder Giselher und beschwören die „Nibelungentreue“, die als Treue des deutschen Volkes stilisiert wurde. Die Burgunder halten sie unerschütterlich ein, obwohl sie wissen, dass sie zugrunde gehen. Anfang des 20. Jahrunderts geisterte dieser Begriff auch im Zusammenhang mit dem Krieg von 1914 in Reden herum. Weiterlesen

Städel zeigt Emil Nolde-Retrospektive (1)

2014, März 20.

Großer Farbenmagier mit braunen Flecken

Von Hans-Bernd Heier

Nolde-Sonderausstellungen hat es in Deutschland in den letzten Jahrzehnten immer wieder gegeben. Kaum ein anderer Vertreter der klassischen Moderne ist, wie Städel-Direktor Max Hollein betont, in deutschen Museen und Ausstellungshäusern derart allgegenwärtig. Umso überraschender ist, dass Noldes Werk in Deutschland seit über 25 Jahren nicht mehr in einer Retrospektive gewürdigt wurde. Das holt jetzt das Städel mit einer fulminanten Schau nach. Das Museum am Schaumainkai widmet sich in einer umfangreichen Ausstellung dem Schaffen Emil Noldes (1867-1956), eines der bedeutendsten deutschen Expressionisten. Zu sehen sind bis zum 15. Juni 2014 rund 140 Arbeiten, darunter 90 Gemälde, beispielsweise Meisterwerke wie „Frühling im Zimmer“ (1904), „Das Leben Christi“ (1911/12) oder „Kerzentänzerinnen“ (1912), aber auch einige bisher nicht außerhalb von Seebüll gezeigte Gemälde und Grafiken des Künstlers.

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„Frau T. mit roter Kette“, 1930, Aquaell auf festem Japan, 47,9 x 35,5 cm; Nolde Stiftung Seebüll, © Nolde Stiftung Seebüll

Die monografische Präsentation wird von der Nolde Stiftung Seebüll, die die umfangreichste Sammlung an Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen, Druckgrafiken und Plastiken des Künstlers besitzt, sowie von einer Reihe von Sammlern unterstützt. Die Leihgaben ermöglichen es, einen Überblick über die Vielfalt von Noldes reichhaltigem Werk zu geben Weiterlesen

Elisabeth Norgall-Preis 2014 für Ursula Biermann

2014, März 18.

Das Simanjiro-Projekt von N.E.S.D.I – Aktiv gegen weibliche Beschneidung und Zwangsheirat in Tansania

Von Renate Feyerbacher

Am 12. März 2014, zwei Tage nach dem Geburtstag von Elisabeth Norgall, der 1981 verstorbenen Gründerin des International Women’s Club of Frankfurt (IWC), wurde der nach ihr benannte, mit 6.000 Euro dotierte Preis in der Alten Oper Frankfurt verliehen. Drangvolle Enge, denn es waren viele Damen gekommen, um die Preisträgerin Ursula Biermann zu ehren. Sie engagiert sich seit Jahren gegen die weibliche Beschneidung und Zwangsheirat in Tansania.

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Ursula Biermann, Trägerin des Elisabeth Norgall-Preises 2014; Foto Renate Feyerbacher

Mitgebracht hatte Ursula Biermann zwei Töchter, die Schwester, einen Enkel, einen Neffen und die engagierten Freundinnen Doris Schindler, Julia Kalenberg und Ingrid Post. Diese drei haben eine Patenschaft für eine tansanische Schülerin übernommen. Auch Irma Hosselmann vom ZONTA Club Köln wird erwähnt: Sie sammelte Spenden, organisierte Benefizkonzerte, mit denen ein Teil eines der beiden Schutzhäuser für Mädchen in Tansania finanziert wurde. Diese Frauen sind ihr „harter Kern“ Weiterlesen

Alexander Paul Englert: „People: inside – outside“

2014, März 16.

Von Brigitta Amalia Gonser
Kunstwissenschaftlerin

„People and street photography“ sind die Bereiche, in denen der Frankfurter Künstler Alexander Paul Englert tätig ist. Sein Interesse gilt dem Menschenbild im Kontext seiner Lebenssituationen. Deshalb trägt die Ausstellung im Kunstforum Mainturm in Flörsheim am Main den Titel „People: inside – outside“. Auch offenbart sie das Anliegen des Künstlers, Fotografien und Texte reziprok zu verdichten.

Gezeigt werden, in einer retrospektiven Schau, die Zyklen „China Daily“ (1993) mit Gedichten von Yang Lian, die „Spiegelbilder“ (1995) mit den Gedanken ihm vertrauter Menschen und „Dichter in Szenen“ (2011) mit passend zum Werk und ihren Texten inszenierten Porträtfotos von zeitgenössischen deutschsprachigen Autoren.

People: inside Ð outside, vom 16. 03. - 04. 05. 2014

Verena Roßbacher, 2011, Fotografie, 150 x 100 cm

Alexander Paul Englerts Fotografien aus dem Zyklus „Momentum. Dichter in Szenen“ (2011) zeigen herausragende zeitgenössische deutschsprachige Autorinnen und Autoren in Situationen oder an Orten, die den Impuls zur Produktion eines literarischen Textes gegeben haben. Es sind vom Fotografen zusammen mit den Autoren inszenierte Fakes, man könnte sie auch mit Jutta Kaußen, die das Projekt konzipierte, „authentische Fälschungen“ nennen. Die Autoren begegnen ihren eignen poetischen Kunstfiguren Weiterlesen