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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Archiv für September, 2013

artspace RheinMain @ Ölhalle am Hafen Offenbach (7)

2013, September 30.

4. Ausstellung: Absolventen und Studenten der Kunsthochschulen in Rhein-Main (Folge 2)

Nach einem langen Leben als industrieller Zweckbau durchweht die „Ölhalle“ am Offenbacher Hafen in ihren letzten Jahren vor dem Abriss der Geist der Kunst. Derzeit und zum Schluss hat ArtSpace RheinMain unter der künstlerischen Leitung von Anja Czioska dort bekanntlich ein temporäres Zuhause gefunden, unterstützt durch die Offenbacher Projektentwicklungs-Gesellschaft OPG im Rahmen ihres Hafenentwicklungsprojekts. Die nunmehr vierte Ausstellung präsentiert junge aufstrebende Künstlerinnen und Künstler, Studierende und Absolventen der hiesigen Kunsthochschulen, also der Hochschule für Gestaltung HfG Offenbach, der Städelschule Frankfurt und der Kunsthochschule Mainz.

Bereits am 30. September endet diese Werkschau, so dass Eile für einen Überblicksreport (siehe Folge 1) und natürlich für einen Besuch geboten ist.

Jos Diegel (Absolvent HfG Offenbach)

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artspace RheinMain @ Ölhalle am Hafen Offenbach (6)

2013, September 29.

4. Ausstellung: Absolventen und Studenten der Kunsthochschulen in Rhein-Main (Folge 1)

Ja, FeuilletonFrankfurt muss einräumen, als Ein-Mann-Betrieb (wenngleich, dem Himmel sei’s gedankt, gemeinsam mit einer Reihe hervorragender Autorinnen und Autoren) doch manches Mal mit der Präsentation junger künstlerischer Positionen im Rhein-Main-Gebiet zeitlich kaum mehr Schritt halten zu können. Ein besonderes Tempo legt dabei Anja Czioska in der Offenbacher „Ölhalle“ vor mit sechs qualitativ hochrangigen Ausstellungen im laufenden Jahr. Nun, wir wollen uns beeilen, denn die derzeitige – wiederum absolut sehenswerte – Werkschau läuft nur noch bis zum 6. Oktober 2013.

Leider liessen sich manche Werke nicht mit einfachen fotografischen Mitteln „bewältigen“, und ohnehin war, schon im Blick auf die Quantität des Gebotenen, eine Auswahl zu treffen. In solcher Eile wollen wir unter Verzicht auf Kommentierungen die Arbeiten in einer kontrastierenden Abfolge (und in einigen Fällen samt ihrer Ausstellungsumgebung) schlicht präsentieren, zumal diese Werke – denen man konzeptuelle Überspitzheiten nicht nachsagen kann – nun wirklich für sich selbst sprechen. Deshalb müssten sie, über Galeristen und Museumsemissäre hinaus, auch ein kunstinteressiertes kauffreudiges Publikum ansprechen! Fangen wir also an:

Jörg Eibelshäuser (Städelschule) Weiterlesen

Birgitta Weimer in der Frankfurter Galerie Maurer

2013, September 27.

„Reflecting Space“: Zellteilungen, Medusen und Kugelsternhaufen

Vom Kleinsten zum Grössten geht es in der Frankfurter Galerie Maurer, und zwischen beidem: Medusen, Quallen, sie bevölkern seit weit über 500 Millionen Jahren die Weltmeere. Brigitte Maurer überrascht zum diesjährigen Saisonstart mit drei Werkgruppen der weltweit umtriebigen Künstlerin Birgitta Weimer. Zwar sind die Werkgruppen voneinander unabhängig, und doch kann zwischen ihnen ein innerer Zusammenhang gelesen werden, und in ihrer Abfolge in den Galerieräumen spannt sich ein dramaturgischer Bogen.

↑↓ Augenblicksblasen 1 und 4, 2013, je ca. 60 cm Durchmesser, 20 cm tief, Silberbeschichtung auf Acrylglas

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Aufbruch in die Zukunft: Erweiterung für das Museum für Moderne Kunst MMK

2013, September 26.

Noch liegt – um einen Vergleich mit der Kosmologie zu bemühen – das Rauschen der kosmischen Hintergrundstrahlung über der Frankfurter Museumslandschaft, die der Urknall der Städel-Erweiterung vom Februar 2012 mit den 3000 m² neue Ausstellungsflächen umfassenden unterirdischen und gleichwohl tageslichtdurchfluteten „Gartenhallen“ bewirkt hat. Staunend besichtigte damals das Publikum diese neuartige Museumsarchitektur samt den zur ersten Werkpräsentation gezeigten 330 Arbeiten aus der rund 1200 Exponate umfassenden Städel-Sammlung an Gegenwartskunst.

Und nun dies, ein neuer Urknall: Auch das Frankfurter Museum für Moderne Kunst MMK erfährt eine fast sensationell zu nennende Erweiterung: 2000 m² neue Ausstellungsfläche als Dependance im neuen Gebäudekomplex TaunusTurm, Ecke Neue Mainzer Strasse/Taunustor an den Wallanlagen, der sich im Endausbau befindet.

Modell des Taunusturm-Komplexes, hellviolett erleuchtet im rechten Turm die Fenster der künftigen MMK-Dependance

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Nina Ansari, eine Künstlerin in Berlin

2013, September 24.

Von Evrim Mecit

Zum ersten Mal sah ich Nina Ansari im Leistungskurs Kunst auf der Martin-Niemöller-Schule in Wiesbaden. Sie war eher eine der ruhigeren Schülerinnen, dafür waren ihre Bilder umso ausdrucksstärker. Stets faszinierte sie uns mit ihren Bildern. Für die Lehrerin waren Ninas Bilder oft eine Herausforderung, denn sie setzte die Aufgaben so um, wie sie es für richtig hielt, und das war nicht immer so, wie es sich die Lehrerin vorstellte. Als wir dann zusammen auf der Abschlussfahrt in Barcelona waren, lernten wir uns näher kennen. Sie wusste alles über Barcelona aus Büchern und interessierte sich sehr für die Kultur. Gleichwohl war sie eine lebenslustige Mitschülerin, mit der man sehr viel lachen konnte; aber wenn sie anfing ihre Skizzen zu zeichnen, und das tat sie unentwegt, wurde es um sie herum ganz still. Sie war dann immer ganz und gar vertieft und konzentriert in ihre Arbeit. Das hatte schon etwas Ehrfürchtiges an sich. Wir hatten viel Spass miteinander und sie berührte mein Herz, weil sie die Fähigkeit hatte, in einen hinein zu blicken. Sie war eine empathische Persönlichkeit. Mit der Zeit wurden wir sehr gute Freundinnen und verlebten viel Zeit miteinander, die wir meist damit verbrachten, dass ich für sie sang und sie ihre Skizzen zeichnete. Seitdem beobachte ich Ninas Entwicklung mit grossem Interesse und freue mich auf jedes Bild, das sie vollendet – wenn sie dann mal fertig wird, denn oft verliert sie sich in ihren Bildern und merkt gar nicht, dass das Bild schon längst fertig ist. In ihre Zeichnungen kann ich mich stundenlang vertiefen, weil ich immer wieder neue Figuren in ihnen entdecke.

Für mich ist Nina Ansari jetzt schon eine grosse Künstlerin. Aber machen Sie sich selbst ein Bild von ihr. Im Folgenden möchte ich Ihnen einen ersten Eindruck über sie und ihre Bilder vermitteln. Deshalb ist es mir eine ganz besondere Ehre, sie heute interviewen zu dürfen.

Nina Ansari, Foto © Laura Nickel

Evrim Mecit: Wann hast Du Dich dazu entschieden, Künstlerin zu werden?

Nina Ansari: Mein Berufswunsch als Kind war es, Erfinderin zu werden. Ich habe Gegenstände um- oder auseinander gebaut. Ich wollte wissen, wie es anders auch aussehen könnte. Künstlerin zu sein ermöglicht mir dies heute. Es war keine Frage der Entscheidung. Das ist ein Weg, den man geht.

Warum hast Du Dich damals für ein Kunststudium entschieden? Weiterlesen