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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Archiv für Juni, 2013

55. Biennale Arte Venedig 2013 (6)

2013, Juni 30.

Der deutsche Pavillon – im französischen Haus (3)
Ai Weiwei, Romuald Karmakar, Santu Mofokeng, Dayanita Singh

Dayanita Singh, Romuald Karmakar und Santu Mofokeng bei der Eröffnung des deutschen Beitrags zur Biennale im französischen Pavillon

Im Anschluss an Ai Weiwei stellen wir die drei weiteren für den Beitrag Deutschlands zur diesjährigen Biennale ausgewählten Künstler Romuald Karmakar, Dayanita Singh und Santu Mofokeng vor. Wiederum greifen wir dabei jeweils auszugsweise auf Texte von Susanne Gaensheimer zurück, wie sie Gegenstand der Pressemappe des deutschen Beitrags zur Biennale sind (Vorwort der Kuratorin, aus: Susanne Gaensheimer [Hg.]: La Biennale di Venezia 2013. Deutscher Pavillon. Ai Weiwei, Romuald Karmakar, Santu Mofokeng, Dayanita Singh. Berlin: Gestalten Verlag, 2013). Weiterlesen

55. Biennale Arte Venedig 2013 (5)

2013, Juni 27.

Der deutsche Pavillon – im französischen Haus (2)
Ai Weiwei, Romuald Karmakar, Santu Mofokeng, Dayanita Singh

Begehrtes Ziel: Wo Frankreich draufsteht, ist Deutschland drin, die geduldig Wartenden grüsst Ai Weiwei’s Installation „Bang“ bereits durch die Eingangstür

Ai Weiwei, Bang, 2010-2013, 886 antike Hocker, 11 x 12 x 6,7 m, diverse Installationansichten, Courtesy der Künstler und neugerriemschneider, Berlin
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Hohe Auszeichnung für den Darmstädter Künstler Helmut Lander

2013, Juni 26.

Eine Hommage

Von Renate Feyerbacher

Es war eine bewegende Feierstunde. Die hessische Staatssekretärin für Europaangelegenheiten, der Darmstädter Oberbürgermeister, Familie, Freunde und Bekannte waren gekommen, um Helmut Lander zu ehren. Ihm wurde in seinem Haus unweit der Mathildenhöhe in Darmstadt der Hessische Verdienstorden am Bande überreicht. Diese Auszeichnung wird vom Ministerpräsident für besondere Verdienste um Hessen und die Bevölkerung verliehen.

Lander wird für sein künstlerisch-kulturelles Lebenswerk gewürdigt, das „die Kunstszene in Hessen bereichert und geprägt“ habe.

Helmut Lander

Zu verdanken ist diese Ehrung einem Kunstfreund, der sich mit Helmut Lander und seinem Werk intensiv beschäftigt und eine Ausstellung organisiert hatte: Hans-Jürgen Byrchel liess nicht nach und wurde bei der Regierung in Wiesbaden immer wieder vorstellig. Schaut man in die Liste der bisherigen Ordensträger, die übrigens kaum Frauen aufweist, stellt sich die Frage, warum erst jetzt?

Europastaatssekretärin  Zsuzsa Breier war aus Wiesbaden gekommen, wo sonst die Auszeichnungen stattfinden, und fand anerkennenswerte Worte, die Helmut Landers Leben und Werk würdigten.

Helmut Lander, schon seit mehr als zwei Jahrzehnten an Parkinson erkrankt, wird in diesem Jahr 89 Jahre. Der Weg nach Wiesbaden war ihm nicht mehr zuzumuten.

In Landers „Museumsgarten“ Weiterlesen

55. Biennale Arte Venedig 2013 (4)

2013, Juni 24.

Der deutsche Pavillon – im französischen Haus (1)
Kein Gold für Ai Weiwei


Aus unserer Sicht ist es eine der wirklich grossartigen Arbeiten zur diesjährigen Biennale und vielleicht die eindrucksvollste überhaupt (andere mögen das gerne anders sehen):

Ai Weiwei, Bang, 2010-2013, 886 antike Hocker, 11 x 12 x 6,7 m, Installationansicht, Courtesy der Künstler und neugerriemschneider, Berlin
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Zwischen Brücke und Blauem Reiter: Museum Wiesbaden präsentiert „Hanna Bekker vom Rath als Wegbereiterin der Moderne“

2013, Juni 22.

Hochkarätige Zeugnisse eines Lebens für und mit Kunst

Von Hans-Bernd Heier

Sie war eine couragierte, engagierte und grosszügige Frau – eine ganz ausserordentliche Persönlichkeit: Hanna Bekker vom Rath. Die mehrfach begabte Künstlerin war Malerin, Sammlerin, Kunsthändlerin und Mäzenin. Ihrer Sammelleidenschaft und der selbstlosen Unterstützung vieler, im Dritten Reich als „entartet“ diffamierten Künstlerinnen und Künstler des Expressionismus verdankt das Museum Wiesbaden „den wichtigsten Baustein seiner Sammlung“, wie es Alexander Klar, Direktor des Landesmuseums, formulierte.

Seit 1987 besitzt das Museum Wiesbaden grosse Teile der ehemaligen Sammlung von Hanna Bekker vom Rath (1893 bis 1983). Aus Anlass ihres 120. Geburtstags präsentiert das Landesmuseum in einer grossartigen Schau die 30 Kunstwerke, die damals aus ihrem Nachlass erworben werden konnten, und vereint diesen wertvollen Bestand mit zahlreichen noch im Familienbesitz befindlichen sowie heute in renommierten Museen aufbewahrten Kunstwerken der ursprünglichen Kollektion. Erstmals sind die hochkarätigen Arbeiten wieder in ihrer Gesamtheit zu sehen – darunter unter anderem Werke von Max Beckmann, Willy Baumeister, Erich Heckel, Alexej von Jawlensky, Paul Klee, Ernst Ludwig Kirchner, Ernst Wilhelm Nay, Karl Schmidt-Rottluff und Wassily Kandinsky. Zugleich wird mit der Ausstellung die Übergabe von mehr als 15 bedeutenden Dauerleihgaben aus dem Nachlass an das Museum gefeiert. Bis zum 6. Oktober 2013 gibt es insgesamt 95 hochrangige Werke zu bewundern.

Johanna Emy Adele vom Rath, kurz Hanna genannt, wurde am 7. September 1893 in Frankfurt geboren und wuchs in grossbürgerlichen Verhältnissen auf. Ihr Vater, Walther vom Rath, gehörte dem Aufsichtsrat der damaligen Farbwerke Hoechst an und ihr Urgrossvater, C. F. Wilhelm Meister, war einer der drei Gründer der Farbwerke. Bereits sehr früh wurde Hannas ausgeprägtes Interesse für bildende Kunst geweckt. Als 16-jährige drängte sie ihren Vater, ihr eine lebensgrosse fragmentierte Christusfigur zu kaufen. Dieser ausdrucksstarke, ja expressive Torso sollte sie das ganze Leben begleiten und hing später auch an exponierter Stelle in ihrem „Blauen Haus“ in Hofheim.

Lebensgroßer spätmittelalterlicher Holztorso Weiterlesen

„Die Sizilianische Vesper“ von Guiseppe Verdi in der Oper Frankfurt

2013, Juni 19.

Was für eine Konfliktsituation!

Von Renate Feyerbacher
Fotos: Thilo Beu/Oper Frankfurt und Renate Feyerbacher

Alfred Kim (Henri, ein junger Sizilianer; stehend) und Quinn Kelsey (Guy de Montfort; kniend), Foto © Thilo Beu

„Les Vêpres Siciliennes“ („Die Sizilianische Vesper“) von Guiseppe Verdi (1813 bis 1901) erlebte am 16. Juni 2013 an der Oper Frankfurt ihre Erstaufführung in französischer Sprache.

Gut kommen die Franzosen in Guiseppe Verdis Oper nicht weg: Die Besatzer Siziliens, das französische Haus Anjou im 13. Jahrhundert, sind Tyrannen, Vergewaltiger. Dabei haben zwei Franzosen, Eugène Scribe und Charles Duveyrier, den Text für die fünfaktige Oper geschrieben, deren Uraufführung 1855 in Paris stattfand Weiterlesen

55. Biennale Arte Venedig 2013 (3)

2013, Juni 18.

„Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst“ …

… wusste schon Friedrich Schiller

Ragnar Kjartansson, S.S. Hangover, Arsenale, Sound-Performance (Ausstellungsansichten)

Feierliche Klänge in den mittelalterlichen Docks

Die Arsenale Venedig: 1104 begründet, im 14., 15. und 16. Jahrhundert sowie von Napoleon Anfang des 19. Jahrhunderts erweitert, waren die grösste Schiffswerft und Flottenbasis wie auch der grösste Produktionsbetrieb in Europa vor dem Zeitalter der Industrialisierung. Sie begründeten die Stellung der Republik Venedig als damals grösste und bedeutendste See- und Handelsmacht Europas und waren, heute eine Fläche von 32 Hektar umfassend, das Vorbild fast aller Marinearsenale Weiterlesen

Kinder, Kinder … (4)

2013, Juni 16.

Von Robert Straßheim

Lieber Markus,

es ist geschafft: ein überlanges, furchtbar kaltes, verregnetes Wochenende nach einem dieser lästigen Mai-Feiertage plus kindergartengeschlossenem „Brückentag“ haben wir tapfer hinter uns gebracht. Die endlose Kälte nervt, sodass Zara sich wieder in die Türkei sehnt. Wegen Kälte und Nässe scheuen wir Draussen-Unternehmungen mit den Kleinen, angesagt ist wieder volles Winterprogramm. Aber was soll man schon viel machen hier in der kleinen Wohnung – die Wohnungssuche haben wir aufgegeben. Weiterlesen

55. Biennale Arte Venedig 2013 (2)

2013, Juni 14.

88 teilnehmende Nationen, die jeweils eine oder mehrere Künstlerinnen und Künstler vorstellen, darunter erstmals die Santa Sede (der Heilige Stuhl – also nicht der Vatikanstaat); weiter eine an die 160 Namen umfassende Liste von Künstlerinnen und Künstlern, die Biennale-Kurator Massimiliano Gioni ausgestellt hat; 46.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche in den Arsenale und weitere 50.000 in den Giardini Pubblici; mithin eine Mammutschau, die auch nur einigermassen zu überblicken sicherlich gut und gerne eine Kalenderwoche in Anspruch nähme. Arme Jury: wie hat sie das alles wirklich sehen und abarbeiten können? Hinzu kommen 47 über ganz Venedig verteilte (und deshalb in der Lagunenstadt oft nur zeitaufwendig erreichbare) begleitende Ausstellungen und Kunstveranstaltungen, die mit der Biennale nichts unmittelbar zu tun haben, und schliesslich eine Schar an Künstlern, die dort zu Zeiten der Biennale in privaten Präsentationen ihr Glück (in Gestalt von Händlern, Galeristen oder Käufern) suchen.

Il Palazzo Enciclopedico

– der enzyklopädische Palast, so lautet der Titel der 55. Kunstbiennale. Hier steht er, der Palazzo, in Halle 1 der Corderie in den Arsenale, als etwa fünf Meter hoch aufragendes Modell des Italo-Amerikaners Marino Auriti, umgeben von Fotografien des nigerianischen Künstlers J.D. Okhai ‚Ojeikere:

Marino Auriti, Il Encyclopedico Palazzo del Mondo, ca. 1955, Holz, Kunststoff, Glas, Metall, Kämme, Modellbauteile; Courtesy American Folk Art Museum New York, Gift Colette Auriti Firmani in memory of Marino Auriti Weiterlesen

„Blickachsen 9“ in Bad Homburg und Rhein-Main (2)

2013, Juni 12.

Der Mann vor der Spielbank

Sean Henry, The Wanderer, 2013, Bronzeguss, Farbe, Ex. 1/5, 210 x 94 x 66 cm Weiterlesen