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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Städelschule: Rundgang 2013 (1)

Wo gut gearbeitet wird, darf auch richtig gefeiert werden …

Plakate zum diesjährigen Städelschul-Rundgang

Jährlich zwei Tage nur, mit den notwendigen Vorbereitungen noch den einen oder anderen Tag mehr lebt die Städelschule – die Staatliche Hochschule für bildende Künste, wie ihr voller Name lautet – im Ausnahmezustand. Heuer fallen die beiden traditionellen Rundgangstage für das Publikum, der Samstag und der Sonntag (den vorlaufenden Freitag über wird so manches noch gebaut und gebastelt) exakt in den Faschingstrubel. Wer dem um 13.11 Uhr beginnenden sonntäglichen Grossen Frankfurter Fastnachtszug beiwohnen will – die Stadt erwartet wieder an die 450.000 Zuschauer – und dabei seiner seelischen Erwärmung auch noch die körperliche aus dem Flachmann hinzugesellt, wird schwerlich seine Schritte zur Dürer- und Daimlerstrasse lenken können, den beiden Standorten der weltweit berühmten Kunsthochschule. Das ist schade, und das im letzten Jahr erreichte Etappenergebnis von rund 13.000 Besuchern dürfte sich 2013 kaum wiederholen lassen.

Dabei stellt der „Rundgang“ das willkommene wie notwendige, im Grunde aber einzige Scharnier dar zwischen der kreativen Betriebsamkeit der 190 Städelschülerinnen und -schüler und der sogenannten Stadtgesellschaft, mit welcher Vokabel man die kunst- und kulturinteressierte Bürgerschaft seit einigem modesprachlich kennzeichnend beglückt.

Professorin Judith Hopf und Rektor Nikolaus Hirsch in der Rundgangs-Pressekonferenz

Zwei Publikumstage lang also verwandeln sich Studios und Ateliers der Hochschule in nicht nur besenrein gekehrte, sondern fast liebevoll geputzte Ausstellungräume, für viele der jungen Künstlerinnen und Künstler, die ihre Arbeiten noch nicht auf Ausstellungen in eine wenn auch begrenzte Aussenwelt entlassen konnten, stets ein neues Erlebnis. Es gilt zu entscheiden, was dem durchaus kritischen Blick des Publikums dargeboten werden soll, was fertig erscheint oder eben noch nicht oder hinter dem Vorhang versteckt wird. Und dieses Publikum wiederum erhält Gelegenheit, sich von der oft ungestüm daherkommenden, manches Mal aber in ein bereits fast professionelles Präsentationsgewand gekleideten Kreativität überzeugen zu lassen.

Derzeit betreuen zwölf Professoren und sechs Gastprofessoren die genannten rund 190 Studierenden (40 bis 50 von ihnen in den Architekturklassen) – das Verhältnis von einem Professor zu 20 Studierenden kann als glücklich bezeichnet werden. Zu diesen Lehrenden zählen die Turner-Preisträger Simon Starling und Douglas Gordon, Judith Hopf, die zur documenta 13 einen weitbeachteten Ausstellungsbeitrag präsentierte, oder Venedig-Gold-Gewinner Tobias Rehberger. Rektor Nikolaus Hirsch lobt das offene Klima an der Hochschule, den Geist der in manchem fast Züge einer „Familie“ annehmenden Zusammenarbeit. So etwa gibt es einen Schulchor, oder es werden gemeinsam Lebensmittel hergestellt, zubereitet und verspeist.

Aktueller Blick in die Lichthalle des Hochschulgebäudes

Was gibt es Spektakuläres? Die „Küche“ von Professor Douglas Gordon und das „Silver Studio“ der Architekturklassen der Professoren Ben van Berkel und Johan Bettum!

FeuilletonFrankfurt wird, auch wenn sich die Tore der Städelschule wieder geschlossen haben (das darf nicht zu wörtlich genommen werden, denn Künstler- oder Atelierbesuche sind nach vorheriger Absprache durchaus möglich), in den nächsten Folgen diese zwei faszinierenden Räume vorstellen und ebenso eine Reihe von Arbeiten einzelner Studentinnen und Studenten.

Heuer gilt es – Fastnachtszug hin, Fastnachtszug her, die Karnevalisten werden uns darob hernach eins auf die Mütze geben – mit einiger Vehemenz doch zu einem Besuch der Städelschule am Faschingssonntag aufzurufen! Die Öffnungszeiten sind unschwer dem oben abgebildeten Plakat zu entnehmen.

Fotos: FeuilletonFrankfurt

→  Folge 2

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