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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Archiv für September, 2012

Christiana Protto: „Geronimo“ in der Weissfrauen Diakoniekirche

2012, September 28.

Der Tisch ist bereitet …

… es ist angerichtet

Frankfurt am Main.
Weissfrauen Diakoniekirche.
Christiana Protto.

Geronimo

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Alltägliche und seltsame Geschichten und Begebenheiten (11)

2012, September 27.

Holunder und die einsame Insel

von © -habust-

Sanft wiegte die Dünung die Motorbarkasse “Kurtchen” in den wohlverdienten Schlaf. Ächzend und todmüde sank die Sonne nach anstrengendem Tagwerk hinter den Horizont in ihr warmes, gemütliches Bett. Scheinen, scheinen, scheinen, dachte sie undeutlich vor sich hin. Und morgen dieselbe Tretmühle. Doch da war sie schon eingeschlummert und träumte von ihrer goldenen Jugendzeit, als sie gespannt auf die neuesten Ergebnisse der Schlagerbörse lauerte und ihrem liebsten Freund, dem guten Mond, den Triumph gönnte, wenn dessen Favorit wieder mal den ihren hinter sich gelassen hatte.

Kapitänleutnant Schoflich nahm das Besteck. “Sechzehn Grad Nordoost, zwanzig Minuten vor Acht”, notierte er ins Logbuch Weiterlesen

Suzanne Wild – Malerin

2012, September 24.

Nicht alle der Kunstinteressierten in Frankfurt am Main kennen aus eigener Anschauung den sogenannten Kulturbunker, denn wer verirrt sich schon in die von Lastzügen und ISO-Containern geprägte Schmickstrasse auf dem weitläufigen Industriegelände des Osthafens. Doch der ehemalige Hochbunker aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs hat es in sich – oder besser gesagt auf sich: 2004 sattelte ihm das damalige Amt für Wissenschaft und Kunst zwei überkragende Etagen in Gestalt lichtdurchfluteter Metall-, Holz- und Glaskonstruktionen auf, in denen neben Gastateliers für auswärtige Stipendiatenkünstler einige heimische Künstlerinnen und Künstler eine Arbeitsstätte einrichten konnten. Am Fuss der Gebäudewand überrascht zunächst eine von Efeu überwucherte Betonwanne, und nach dem Aufstieg zu den überhängenden, aus Sicherheitsgründen vergitterten Etagen auf dem Bunkerdach schweift der Blick weit über eine ebenso bizarre wie bunte Containerlandschaft und das östliche Frankfurt. Weiterlesen

55. Biennale Arte Venedig 2013

2012, September 20.

Le roi est mort, vive le roi!
Kaum ist die documenta 13 beendet, steht schon die 55. Biennale Venedig vor der Tür.

Susanne Gaensheimer, Direktorin des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main und Kuratorin (Kommissarin) für den Beitrag Deutschlands zur 55. Biennale di Venezia 2013, hat ihre Planungen bekannt gegeben: Auf ihre entsprechende Einladung sollen vier bereits in besonderer Weise mit der deutschen Kunstszene verbundene Künstlerinnen und Künstler im kommenden Jahr den Deutschen Pavillon bespielen: Ai Weiwei, Romuald Karmakar, Santu Mofokeng und Dayanita Singh. Deren Werke beschäftigten sich, so Gaensheimer, auf kritische Weise mit den Bedingungen ihrer jeweiligen Lebenswirklichkeit und gäben wesentliche Impulse zur Reflektion des aktuellen kulturellen und gesellschaftlichen Selbstverständnisses in einer global vernetzten Welt. Sie nutzten dabei eine Vielzahl von Medien, neben Bildhauerei und Installation auch Fotografie und Film.

Gaensheimer will somit auf der kommenden Biennale in Venedig, der nach der Kasseler documenta bedeutendsten weltweiten Kunstschau, den transnationalen Ansatz fortführen, den sie bereits mit ihrer Berufung von Christoph Schlingensief zur Biennale 2011 begonnen hatte.

„Die Alltagsrealität und die kulturelle Landschaft in Deutschland“, führt Susanne Gaensheimer aus, „sind von unterschiedlichen Religionen, Ökonomien und politischen Ansätzen geprägt, das ist heute die Normalität und führt sowohl zu einer grossen Bereicherung als auch zur Konfrontation. Dass unsere Gesellschaft nicht mehr ohne Dialog, Kooperation und einer Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Lebensentwürfen und -wirklichkeiten funktioniert, zeigt sich gerade heute in aller Deutlichkeit.

Für die Biennale in Venedig mit einer Gruppe von Künstlern aus unterschiedlichen Ländern zusammenzuarbeiten, ist daher für mich die logische Fortsetzung meiner Arbeit mit Christoph Schlingensief.

Die von mir eingeladenen Künstler und ihre Werke sind repräsentativ für verschiedene Themen, die sich aus dem Aufeinandertreffen der unterschiedlichen Ideologien und Lebensentwürfe ergeben und uns heute besonders betreffen. Wichtig ist mir dabei, dass es ihnen gelingt, unsere Perspektive zu erweitern und uns einen Zugang zum Blick der ‚Anderen‘ zu schaffen, teilweise auch auf unbequeme Weise. Obwohl sie ihre Werke aus den spezifischen, lokalen Kontexten heraus entwickeln, realisieren sie durch die Integration ihrer eigenen Erfahrungen von Internationalität eine Art anthropologisch universelle Bildsprache.“

Darüber hinaus sondiert Gaensheimer mit Christine Macel, der Kuratorin des französischen Beitrags, sowie mit Anri Sala, dem von Frankreich eingeladenen Künstler, Möglichkeiten einer Kooperation zwischen Frankreich und Deutschland zur kommenden Biennale.

Ai Weiwei, 2010, Bildnachweis: MMK, Foto: Gao Yuan Weiterlesen

Wiedervereinigt: Frankfurter Annenaltar

2012, September 18.

Von Erhard Metz

Seit Mitte August 2012 zeigt sich der Frankfurter Annenaltar, korrekt gesagt das Annenretabel, also der Altaraufsatz, samt der Predella, also dem Sockel, aus der ehemaligen Frankfurter Dominikanerkirche in seiner vollen Schönheit und Prachtentfaltung als eines der Glanzstücke im neu entstandenen Historischen Museum Frankfurt, bekannt unter dem Kürzel „hmf“. Für den der Heiligen Anna gewidmeten Altar geschaffen hat ihn um 1504 der sogenannte Meister von Frankfurt, ein namentlich nicht näher identifizierter Maler in Wirklichkeit flämischer Herkunft.

Begehrtes Foto- und Filmobjekt in der Pressekonferenz: das vollständige Annenretabel; Foto: Erhard Metz Weiterlesen