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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Archiv für Juni, 2012

Franco Ruaro in der Frankfurter Westend Galerie

2012, Juni 30.

Franco Ruaro – Luce in colore

Von Barbara Thurau
Frankfurter Westend Galerie

Franco Ruaro gehört – wie die meisten im Kunstforum der Deutsch-Italienischen Vereinigung e.V. präsentierten Künstler – zu den Vertretern der „Pittura aniconica“, der nicht-ikonischen, ungegenständlichen Malerei. Seine Vorbilder findet er in der meditativen und monochromen Malerei, die in den späten 1940er Jahren von den amerikanischen Malern Barnett Newman, Ad Reinhardt und Mark Rothko begründet wurde. In der Farbfeldmalerei, also auch bei Ruaro, ist die Farbe absolut, schliesst die Aussenwelt aus und zwingt den Betrachter zu genauem Hinsehen.

Franco Ruaro in der Frankfurter Westend Galerie (Foto: FeuilletonFrankfurt)
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Zeitgenossen / 10

2012, Juni 27.

Miss Lungen, © habust

 

documenta 13 in Kassel (11)

2012, Juni 25.

Lori Waxman holt aus gegen die Kunstkritiker

„Sind Sie Künstler?
Brauchen Sie eine
Besprechung Ihrer Arbeit?

Die „60 wrd/min art critic“ ist jetzt verfügbar. Besprechungen sind kostenlos und werden montags, mittwochs und samstags zwischen 13 und 18 Uhr hier geschrieben.

Lori Waxman wird sich die eingegangene Arbeit 25 Minuten lang ansehen und eine Kritik von 200 Wörtern verfassen. Aufmerksame Rückmeldungen werden garantiert. Die fertigen Besprechungen werden wöchentlich in der Hessen / Niedersächsischen Allgemeinen (HNA) veröffentlicht und während der dOCUMENTA (13) hier vor Ort ausgestellt.

Um einen Termin zu vereinbaren, melden Sie sich bitte an der Rezeption oder schreiben Sie an critic@60wrdmin.org.“ Weiterlesen

Das grüne Kanapee (19)

2012, Juni 24.

Mitte Juni ist schon vorbei, es wird Zeit, mal wieder auf dem grünen Kanapee auszuruhen, einfach draufsetzen, also anklicken … Dichter habust hat mal wieder ge-dada-t, will sagen gedichtet, richtig klassisch-schillerisch wird es, hören Sie selbst …

(©  habust; Foto: GearedBull wikimedia commons GFDL)

 

documenta 13 in Kassel (10)

2012, Juni 23.

Apichatpong Weerasethakul errichtet ein virtuelles „Umweltkino“

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Marketing der Zukunft

2012, Juni 21.

Marketing der Zukunft basiert auf Vertrauen

Von Johanna Wenninger-Muhr

Die Frage nach dem guten Marketing hat sich das Kelkheimer Zukunftsinstitut von Matthias Horx in seiner aktuellen Studie „Good Marketing“ gestellt. Das 1998 gegründete Zukunftsinstitut arbeitet als Think Tank im Bereich der Strategie- und Innovationsentwicklung.

Abbildung: © LieC/PIXELIO

Das Marketing der Zukunft müsse demnach näher, menschlicher und ehrlicher werden, so die Hauptthese der Studienautorin Kirsten Brühl. Die Kunden von morgen forderten mehr Macht, Dialog und Partizipation ein. Die Öffnung nach aussen, hin zum Konsumenten, werde unumgänglich. Weiterlesen

documenta 13 in Kassel (9)

2012, Juni 19.

Janet Cardiff / George Bures Miller: Klangskulptur im Wald

Natascha Sadr Haghighian: Trampelpfad

Licht bricht durch hohe Laubbaumkronen. Auf dem waldigen Boden junges Gestrüpp, altes Laub, trockene Äste, wie zufällig heruntergebrochen. Ein Kreis vom Baumstümpfen aus Birken, mit einem dünnen wetterfesten Kissen belegt, man soll sich hinsetzen. Vögel zwitschern, der Wind rauscht in den blattreichen Baumwipfeln, aber dann mischt sich die Klanginstallation des Künstlerduos Janet Cardiff / George Bures Miller ein. Mit Lauten von allerlei menschlichen wie maschinellen Verrichtungen, mit Geräuschen, Gebrabbel und Gesängen von Mensch und Tier. Eine Vielzahl von Lautsprechern ist in verschiedenen Höhen an den Bäumen montiert und auf dem Waldboden verteilt. Die Zuhörer sitzen unmittelbar inmitten allen Klanggeschehens, einer Klangskulptur.

Es lässt sich mit Worten nicht beschreiben, man muss es hören. Uns hat es gefangen genommen. Am Ende des vielleicht 20minütigen Loops Panzerkettenrasseln, Feuerwerk, Marschtritte und Detonationen von Bomben und Granaten. Der Mensch hat sein Werk vollbracht.

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Stephan Balkenhol in der Kirche Sankt Elisabeth zu Kassel

2012, Juni 17.

Kirche St. Elisabeth am Kasseler Friedrichsplatz – der sich im Campanile drehende „Mann im Turm“ des Bildhauers Stephan Balkenhol schaut weit über Stadt und Land

Er zählt zu den bedeutendsten deutschen Bildhauern der Gegenwart: Stephan Balkenhol. Wir kennen eigentlich niemanden, der nicht von seinen grossen und kleinen Figuren, zumeist aus Wawaholz geschnitzt, angetan ist. Kein anderer als Balkenhol war es, der im vergangenen Jahr der grossen Jubiläumsausstellung zum 20. Geburtstag des Frankfurter Museums für Moderne Kunst MMK mit seinen „57 Pinguinen“ das Titelmotiv gab.

Nun widmen das Bistum Fulda und die Katholische Kirche Kassel dem Künstler in St. Elisabeth am Friedrichsplatz eine zeitlich in etwa parallel zur documenta 13 laufende Ausstellung der besonderen Art. Sie verändert das Gebäude – im Äusseren wie im Inneren – auf eine nachhaltige Weise. Weiterlesen

Caodaismus – ein kunterbunter Mix der Weltreligionen

2012, Juni 15.

Von Hans-Bernd Heier

Dem Caodaismus bin ich zum ersten Mal begegnet, als ich das Buch „Das Mädchen hinter dem Foto“ von Denise Chong las. Ich wollte mehr über das Schicksal der Vietnamesin Kim Phuc erfahren. Ihr Bild ging 1972 rund um die Welt und grub sich ins kollektive Gedächtnis ein. Es war eines der Fotos, das Geschichte machte (so lautet auch der Titel einer Fotoausstellung „Making History“, die zur Zeit im Frankfurter Kunstverein zu sehen ist und Bezug auf Nick Uts berühmtes Foto nimmt). Ein kleines nacktes Mädchen, das sich die Kleider vom Leib gerissen hatte, lief mit schmerzverzerrtem Gesicht um sein Leben. Mit schlaffen, leicht vom Körper abgespreizten Armen und schwersten Napalm-Verbrennungen rannte die damals Neunjährige über die Strasse. Dieses Foto brachte dem Kriegsfotografen Nick Ut den renommierten Pulitzer-Preis, die angesehenste journalistische Auszeichnung, ein und löste weltweit noch vehementere Proteste und Demonstrationen gegen den Vietnam-Krieg aus. Auch in den USA trug dieser erschütternde Schnappschuss zu einer immer stärkeren Ablehnung dieses grausamen, wahnsinnigen Krieges bei. Das schreckliche Foto ist heute im Kriegsmuseum in Ho Chi Min City (dem ehemaligen Saigon) zu sehen.

Kim Phucs Eltern waren Caodaisten. Sie lebten in einem Dorf in der Nähe von Tay Ninh. Dort war und ist auch heute noch das Zentrum dieser im Wesentlichen in Südvietnam verbreiteten Glaubensrichtung. In dieser Zentrale suchten die Anhänger der Sekte häufig Schutz gegen Kriegsangriffe und Überfälle, weil sie überzeugt waren, dass weder die Vietcong noch die Viet Minh es wagen würden, das Heiligtum, die Wallfahrtsstätte, zu attackieren, zumal die Caodaisten selbst über ein bewaffnetes Heer verfügten.

Der prächtige Tempel in Tây Ninh ist Wallfahrtsziel für Caodaisten wie auch Touristen

Caodaismus – der Versuch einer Weltreligion

Ngô Van Chiêu (1878 bis 1932), der im Dienst der französischen Kolonialverwaltung stand Weiterlesen

Heute: „… wir laufen gegen Zockerei“

2012, Juni 14.

JP Morgan verzockt 2 Milliarden

Überschrift in der FAZ vom 11. Mai 2012; gemeint sind US-Dollar

„Mehr Verantwortung im Umgang mit Risiken. Aus der Finanzmarktkrise müssen endlich Konsequenzen gezogen werden.“

„Seit vielen Jahren beteiligt sich ein knapp 200-köpfiges Team der Evangelischen Kirche und des Diakonisches Werkes in Hessen und Nassau am „J.P. Morgan Corporate Challenge“-Lauf in Frankfurt und trägt damit die Ziele des Laufes – Teamgeist, Kollegialität, Fairness etc. – mit. In diesem Jahr fällt das schwer, denn es ist öffentlich geworden, dass diese weltweit agierende Bank offenbar keine Konsequenzen aus der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise gezogen hat. Zwar waren die Geschäfte, die im Chief Investment Office der Bank in London getätigt wurden, legal. Es handelte sich um sogenannte Credit Default Swaps (Kreditausfallversicherungen), Doch dabei wurden derart grosse Summen eingesetzt, dass es die Konkurrenz gemerkt hat und dagegen gewettet hat. Das Anlagegeschäft wurde zum riskanten Zockerspiel. Wir halten dies für ethisch nicht zu verantworten. Geschädigt werden nicht nur die eigene Bank und ihre Kunden. Geschäfte mit einem solchen Volumen und Risiko gefährden das Bankensystem und damit das globale Finanzsystem. Das wiederum destabilisiert die Realwirtschaft, es kann ganze Staaten erschüttern sowie politische Krisen und Unruhen hervorrufen. Ein Spiel mit dem Feuer! Verantwortlich sind dieses Mal nicht junge, ehrgeizige Investment-Banker, sondern in diesem Fall fanden die Geschäfte mit Wissen und grundsätzlich mit Billigung der Unternehmensleitung statt. Und sie fanden in der Bank statt, die in den USA am heftigsten gegen stärkere Regulierung und Kontrolle der Finanzmärkte kämpft …

Der J.P.Morgan Corporate Challenge steht von seiner Grundidee her einer „Zocker-Kultur“ eigentlich diametral entgegen. Seit insgesamt 35 Jahren und zum 20. Mal in Frankfurt setzt er nicht primär auf Wettbewerb, sondern auf Team-Geist, Kommunikation, Kollegialität, Fairness und Gesundheit. Es geht nicht um hohen persönlichen Gewinn, sondern um den Einsatz für eine Gute Sache und darum, gemeinsam eine gute Zeit zu erleben. Diese Grundidee und dieser Fokus auf die Mitarbeitenden sind grundsätzlich unterstützenswert und sollten weiter stark gemacht werden. Dafür nahm und nimmt das EKHN/DWHN-Team teil …“

Auszug aus dem Statement von Kirchenpräsident Volker Jung
vom 12. Juni 2012

Bildnachweis: Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, Foto: Sebastian von Gehren