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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

BBK Frankfurt: „Arroganz der Macht“

Thematische Ausstellung im Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Frankfurt

Machtlosigkeit war zunächst das Stichwort zur Vernissage des Frankfurter BBK am Abend des 2. März 2012: kein Strom, kein Licht. Teelichtchen nebst Streichhölzern wurden ausgereicht, mit den kleinen Flämmchen konnten sich die Besucherinnen und Besucher gegenseitig ins Gesicht leuchten, damit man sah, mit wem man sprach. Fassungslos starrten einige in das grösser werdende Loch neben der Hauswand, in dem fleissige Hände nach dem Kupferwurm gruben, der die Malaise verursacht hatte. Aber gemütlich war’s trotzdem. Nur fotografieren war halt nicht angesagt.

Fritz K. H. Stäter, Arroganz der Macht, 2012, Öl auf Leinwand, 70 x 50 cm

Arroganz der Macht – ein Thema, mit dem sich 17 Künstlerinnen und Künstler des BBK Frankfurt auseinandersetzten, überwiegend figurativ mit dem Pinsel auf Leinwand sowie im Rahmen skulpturaler und installativer Arbeiten. Es ging ihnen um unterschiedliche Formen missbrauchter Macht wie Manipulation, Ideologien, Doppelmoral, Globalisierung, Strassenproteste, aber auch um Armut, Euro- und Finanzweltkrise und um militante Gewaltanwendung der schlimmen Art.

Bettina Pfeifer, Kindersoldaten, 2012, handgeschöpftes Papier, Eisen, 150 x 75 cm

Ein Ausstellungsthema von zeitloser Aktualität. Wir dürfen es nicht allein auf politische Macht beschränken, sondern wir müssen an Machtstrukturen in allen gesellschaftlichen Bereichen denken, in Familien, Schulen und Universitäten, an Ausbildungs- und Arbeitsplätzen, in Krankenhäusern und Pflegeheimen und natürlich auch im kirchlichen Bereich. Macht muss nicht, aber kann korrumpieren, blind machen für die Bedürfnisse derjenigen, die ihr unterworfen sind. Macht ist stets gefährlich, sie bedarf daher streng formalisierter demokratischer Legitimation und effizienter gesamtgesellschaftlicher Kontrolle.

Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler des BBK Frankfurt nähern sich dem Ausstellungsthema mit Emotion, Emphase und mitunter drastischer Stilistik, doch nie verletzend oder gar verhetzend. Die Arbeiten sprechen im Grund jeweils für sich. Sie nehmen teil am gesellschaftlichen Diskurs und geben ihm neue Impulse und Anstösse. Unter der Vielzahl der Exponate musste hier leider – wie stets – eine kleine Auswahl getroffen werden, nicht frei von Subjektivität. Fazit: sehenswert!

Gaetano de Caro, Colori dei soldi (Farbe des Geldes), 2011, Acryl auf Leinwand, 80 x 100 cm

Bettina Pfeifer, Friendly Fire, 2012, Steatit

Spomenka Aleckovic, Der Mensch ist denselben Gesetzen unterworfen wie die Natur, 2012, Installation

Gaetano de Caro, Doppelmoral, 2008, Acryl auf Leinwand, 100 x 120 cm (Foto: der Künstler)

Ljuba Jakupovic, Der Welthunger, 2009, Öl auf Leinwand, 100 x 80 cm

An der Ausstellung nehmen ferner teil Renate Brühl, Marianne Hegner, Gisela Isking, Fanny König, Klaus Kreuzer, Hubert Kuschnick, Stefan Dingeldein, Isolde Nagel, Yan Rechtmann, Barbara Walzer und Wolfgang Wiegand.

„Arroganz der Macht“, Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Frankfurt, bis 25. März 2012

(abgebildete Werke © jeweilige Künstlerinnen und Künstler; Fotos soweit nicht anders angegeben: FeuilletonFrankfurt)

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