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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Archiv für Januar, 2012

Paul Strecker in der Galerie „Mainzer Kunst!“

2012, Januar 29.

„Männliche Lyrik & Existentielle Erzählungen“

von Vera Mohr

Paul Strecker; Bildnachweis: Galerie „Mainzer Kunst!“

Er ist dorthin zurückgekehrt, von wo er einst auszog, und schreit mit Verve hinaus in den Hinterhof der Mainzer Altstadt. In direkter Nachbarschaft zum weltberühmten Schott-Verlag, der seinem Vater gehörte und noch heute von der Familie geleitet wird, sind für einige Wochen die Bilder des Malers Paul Strecker zu sehen.

Abgestürzte Akrobatin und Der Aufschrei, 1949; Foto:Vera Mohr Weiterlesen

„Amt für Umbruchsbewältigung“ in Frankfurt am Main

2012, Januar 28.

Das „Amt für Umbruchsbewältigung“ ist voll in Betrieb!

Öffnungs- und Sprechzeiten:

Samstag, 28. Januar, von 15 bis 19 Uhr und
Sonntag, 29. Januar, von 16 bis 19 Uhr.

Die Themenkreise:

DEMOKRATIE UND FREIHEIT

GLOBALE PHÄNOMENE

ÖKONOMIE UND GERECHTIGKEIT

Anmeldung möglichst eine Stunde vor Beginn der Sprechstunden im Frankfurter Kunstverein

(Foto: FeuilletonFrankfurt)

 

Frankfurter „Amt für Umbruchsbewältigung“ eröffnet

2012, Januar 27.

Die Stadt Frankfurt am Main hat eine neue Behörde: das „Amt für Umbruchsbewältigung“!

Nun leben wir ja bekanntlich in Zeiten knapper öffentlicher Kassen. Deshalb hat die Stadt einen recht ökonomischen Weg gewählt: Das bisherige Presse- und Informationsamt, das PIA, wurde aufgelöst beziehungsweise mit der neuen Behörde verschmolzen. So spart man Sach- und Personalkosten. Die feierliche Eröffnung des neuen Amtes nebst der dazugehörigen Übergabe des Schlüssels für die Amtsstuben fand gestern Nachmittag im Konferenzsaal des PIA statt.

Feierliche Schlüsselübergabe am 26. Januar 2012 (von links: Holger Kube Ventura, Klaus Günther und Nikolaus Münster) Weiterlesen

Tamara Grcic und die Wunden der Stadt

2012, Januar 26.

Stetig schreitet die Zeit voran, des Gestern mag sich mancher kaum noch erinnern. Nein, Krieg hatten wir in jüngster Zeit keinen in Frankfurt am Main. An dessen Stelle jedoch die Logik von bauen, abschreiben, abreissen, neu bauen, neu abschreiben und so weiter und so fort …

Unaufhaltsam ticken Tamara Grcics Uhren auf dem Frankfurter Rossmarkt den Takt zum Geschehen, vermessen die Wunden der Stadt.

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Von Döner-, Bratwurst- und Frittenbuden in der neuen Frankfurter Altstadt

2012, Januar 25.

„Keine Dönerbuden in der Altstadt“ – sagte Oberbürgermeisterin Petra Roth am 23. Januar 2012 bei der Grundsteinlegung zur neuen Altstadt in Frankfurt am Main. Gut so – dann aber bitte auch keine Bratwurst- und Frittenbuden! Das zumindest muss ja wohl angemerkt sein.


(Foto: © Ute Pelz / pixelio.de)

Und auch keine Fortsetzung dieser elenden, die Stadt schon bis zum Überdruss überschwemmenden Burger- und „Coffee to go“-Unkultur!


(Foto: © Rolf van Melis / pixelio.de)

Und dann weiter bitte auch keine „Handy-Shops“, von denen wir in der Stadt schon 100 oder 300 oder wer mag sie zählen haben!

Und überhaupt: Die neue Altstadt darf kein Tummelplatz für Architektur-Wildwuchs-Hallodris sein. Dann hätten wir uns umsonst vom Klotz des Technischen Rathauses und vom Beton-Schandfeck des Historischen Museums befreit. Da müssen wir dem Liberalfanatiker Matthias Alexander von der FAZ entschieden widersprechen.

Neujahrskonzert der Frankfurter Bürgerstiftung im Holzhausenschlösschen

2012, Januar 23.

Es gab schon unfreundlichere Tage in diesem viel zu milden Winter als den gestrigen Sonntag – und dennoch freuten sich die Besucher des Holzhausenschlösschens, die zum vollständig ausgebuchten Neujahrskonzert und -empfang der Frankfurter Bürgerstiftung angereist kamen, über das Spalier der frühlingsbunten, in freundlich-gelbem Krepppapier gekleideten Primelchen zu beiden Seiten entlang der Brücke über den Wassergraben. Denn bekanntlich handelt es sich bei der Heimstatt der Stiftung um ein veritables Wasserschloss, das einzige „intra muros“ überkommene der Stadt Frankfurt am Main.

Holzhausenschlösschen (Foto: Frankfurter Bürgerstiftung © Barbara Staubach)

Und dann stand da noch am Aufgang zur Brücke ein strahlend-weisser Kleintransporter, mit einer breiten roten Schleife geziert – aber darauf kommen wir später zurück. Weiterlesen

Skulpturen im Bergpark Bad Salzhausen (2)

2012, Januar 18.

Vom 24. August bis zum 3. September 2011 fand in Bad Salzhausen, einem Stadtteil von Nidda, das 3. Internationale Bildhauersymposium „Plastische Perspektiven“ statt und setzte damit die Tradition des 1. und 2. Symposiums der Jahre 2007 und 2009 fort. Zuvor und in den Jahren dazwischen, also 2006, 2008 und 2010, veranstaltete der Verein „Kunst:Projekt Nidda-Bad Salzhausen“ im Parksaal des Kurorts ferner jeweils Werkschauen.

Der 2006 gegründete Verein will „einem breiten Publikum Kunst nahe bringen, Sprachrohr und Diskussionsgrundlage für künstlerische Aktivitäten und Aktionen sein“ und „eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit regionaler und überregionaler, aber auch internationaler zeitgenössischer bildender Kunst ermöglichen“.

Bad Salzhausen, dessen Salzquellen 1446 erstmals urkundlich dokumentiert wurden und dessen historisches Soleförderungssystem als ein technisches „Kunstwerk“ noch heute bewundert werden kann, blickt auch als kleiner und beschaulicher Kur- und Badeort auf eine lange Tradition zurück. Der zweiteilige Kurpark, der zu den ältesten Parkanlagen dieser Art in Deutschland zählt, wurde zwischen 1824 und 1826 begründet und in den 1950er Jahren erweitert. Er beherbergt über 300 verschiedene Gehölzarten und geht von allen Seiten fliessend in die natürliche Landschaft über: eine ideale Kulisse für Skulpturen unter freiem Himmel.

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Skulpturen im Bergpark Bad Salzhausen (1)

2012, Januar 15.

Von Erhard Metz

Nein, Winter und Kälte zählen nicht so unbedingt zu unseren Favoriten. Da erinnern wir uns lieber eines freundlichen Sommers und Herbstes, etwa im Bergpark Bad Salzhausen, der sich mehr und mehr zu einem sehenswerten Skulpturengarten entwickelt hat. Und was gibt es noch viel an Schönerem als Kunstwerke unter freiem Himmel, mitten in der – wenn auch gebändigten und gestalteten – Natur?

Wir möchten versuchen, bewusst unkommentiert, etwas von der besonderen Atmosphäre wiederzugeben, die die Kunstwerke in einer solchen Umgebung erzeugen.

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Douglas Gordon im Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main (1)

2012, Januar 13.

Der Künstler beim Presserundgang

MMK: „Douglas Gordon“

Er zählt zu den wichtigsten und einflussreichsten Künstlern seiner Generation, schreibt das MMK zur Eröffnung seiner grossen Ausstellung „Douglas Gordon“ – und dem ist nichts hinzuzufügen. Im Gegenteil: Der Name des bekannten Städelschul-Professors ist schon per se Programm. Das MMK hat dem Künstler fast die gesamte erste und die beiden grossen Ausstellungsflächen der zweiten Ebene gewidmet. Zu sehen sind zum einen seine grossen Film- und Videoinstallationen „Play Dead; Real Time“ aus dem Sammlungsbestand des Hauses, „k.364“, benannt nach Wolfgang Amadeus Mozarts Sinfonia Concertante, Köchel-Verzeichnis 364, „Zidane: A 21st Century Portrait“ (in Zusammenarbeit mit Philippe Parreno) und „Henry Rebel“ (in Zusammenarbeit mit James Franco und Henry Hopper). In Ebene 1 überrascht eine über 600 Fotografien, Drucke und Objekte umfassende Installation „Straight to Hell“. Ferner sind dort die Installation „No Way Back“ und eine Anzahl von Arbeiten aus der Spiegel-Serie „Self-Portrait of You + Me“ zu sehen. Eine Reihe weiterer Video-, Wand- und Spiegelarbeiten runden die Präsentation ab. Weiterlesen

Uta Mallin im Frankfurter Bilderhaus

2012, Januar 10.

Im Frankfurter Nordend gibt es eine kleine wie feine Galerie, sie nennt sich Das Bilderhaus. Nun klingt der Name zwar ein bisschen niedlich, ist nicht aber unbedingt Programm. Denn zu sehen gibt es dort nicht bunte Bilderchen, sondern ebenfalls Kleines wie Feines, sich in seiner Werthaltigkeit mitunter erst auf den zweiten, stilleren, genaueren Blick Erschliessendes: abseits aller das rechte Gefühl vermitteln wollender, kitschig-amateurhafter Kunsthandels-Kunst, abseits auch aller lärmend-schriller Kunstbetriebs-Kunst der Messen und mancher Galerien mit den riesigen Schaufenstern.

Heuer finden wir dort Zeichnungen und Gemälde von Uta Mallin. Wir entdeckten die Künstlerin vor längerem in der Rödelheimer „Fabrik“, aus der sie ausgezogen ist, und trafen sie später im Rahmen einer Einzelausstellung „Alles fliesst“ im benachbarten Bad Vilbel. Wir gewannen dort einen Einblick der anderen Art in das „Wesen“ des Wassers.

„Ich sehe Strukturen, Linien, Farben und fühle mich eingebunden in unentzifferbare Schrift und Sprache. Es gibt kein Bedürfnis, da etwas zu entziffern, was ein unerreichbares Unterfangen wäre, sondern die Sehnsucht nach einem Mitreden.“

Uta Mallin hat diesen Satz geschrieben, und er steht für ihre Kunst. Er steht für ihr Hinaus- oder besser gesagt Hineingehen in das, was wir normalerweise, recht oberflächlich, Natur nennen; in die „Gänze, die draussen anklingt und ihr Wesen treibt“, wie die Künstlerin es formuliert.

Wir kennen ihre wundervollen Bilder vom Wasser. Einige sind jetzt auch im Bilderhaus zu sehen. Dazu eine Reihe feiner Zeichnungen: mit Graphit, Tusche oder Filzstift. Dann Malerei in Öl und Acryl auf Leinwand, mit Titeln wie Wald, Dickicht, Grün, Herbst oder Tauwetter.

Bucht, 2008, Federzeichnung, Tusche, 30 x 23 cm Weiterlesen