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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Albrecht Wild zeigt „Literatur der Armut“

Man kann davon ausgehen, dass etwa 500.000 Kinder in Deutschland regelmässig nicht ausreichend ernährt werden und immer wieder Hunger leiden (Wolfram Hartmann, Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte BVKJ).

Weltweit hungern etwa 925 Millionen Menschen (Food and Agriculture Organization FAO, September 2010)

Die Dürrekatastrophe am Horn von Afrika bedroht das Leben von mehr als zwölf Millionen Menschen. Vor allem Somalia, Kenia und Äthiopien sind betroffen (terre des hommes).

Obwohl durch fragwürdige Geschäftsmethoden Millionen Menschen hungern müssen, bleiben die verantwortlichen Konzerne straffrei, weil Verstösse gegen das Recht auf Nahrung in vielen Staaten nicht als solche strafrechtlich verfolgt werden (Bernhard Walter, Brot für die Welt).

Jeder siebte Mensch hat nicht genug zu essen und jedes vierte Kleinkind in Afrika und Südasien ist stark untergewichtig (sos kinderdörfer).

Hunger dort, Überfluss hier: In den Industrienationen haben wir mehr als genug. Wir können gar nicht alles essen – bis zu einem Drittel unserer Lebensmittel landet im Müll. Die Versuchung, im Überfluss viel zu viel zu essen, ist riesig: 1,2 Milliarden Übergewichtige stehen 925 Millionen hungernden Menschen gegenüber (Das Erste.de)

Es darf nicht so bleiben, wie es ist, sondern es müssen sich grundsätzliche Dinge ändern. Ungerechtigkeit ist das Problem, das Armut schafft (Misereor).

Albrecht Wild, 1959 in Weinheim geboren, Studium an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste – Städelschule bei Professor Thomas Bayrle mit Meisterschülerabschluss, zeigt in seinem Studio im Atelierhaus an der Frankfurter Ostparkstrasse eine Reihe von Exponaten unter dem Titel „Literatur der Armut“. Wild erwirbt rund um den Globus Pappen mit Bitt-Texten von Bettlern und Obdachlosen, die er zum Teil mit nationaler Symbolik verbindet. Wir sahen sie zuletzt im Sommer 2010 in der Frankfurter KunstKulturKirche Allerheiligen. Ebenso bekannt sind seine Banner aus bedrucktem Stormflag-Fahnentuch sowie seine Bettler- und Obdachlosenpuppen.

Diese Arbeiten, denen sich Wild seit seinem Aufenthalt als Artist in Residence des National Museum of Contemporary Art Seoul 2007/2008 widmet, finden mehr und mehr weltweit Beachtung. Sie sprechen unzweideutig für sich selbst.

Abgebildete Werke © VG Bild-Kunst, Bonn; Fotos: Albrecht Wild und FeuilletonFrankfurt

→ Albrecht Wild in der Galerie Perpétuel: „Klassiker“

 

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