home

FeuilletonFrankfurt

Das Online-Magazin von Erhard Metz

Archiv für August, 2010

Pisa von innen (5)

Dienstag, 31. August 2010

L1060027A-Titel-db-250

Pisa von innen
Eine authentische Erzählung

von © Salias I.

Erster Teil (5)

Mittagspause 13.00-13.30

Ich eile, eile um das ganze Experimentierzeug wegzuräumen, ein Schüler hilft dabei, um 13.10 komme ich herunter, und bis ich mir das immergleiche Brot mit Erdnussbutter geschmiert habe und neben mampfenden Kollegen im Lehrerzimmer sitze, ist von der Mittagspause nur noch eine Viertelstunde übrig.
Meine Schnitte ist öde, aber ich hatte keine Zeit, etwas anderes zu besorgen. Nicht öde ist der Smalltalk mit dem Kollegen R: dass wir für die Schule alles mögliche lernen müssen, was wir nicht studiert haben – zum Beispiel für den WISO-Unterricht: Weiterlesen

„Mapping the Studio“ in Venedig (2): Punta della Dogana

Sonntag, 29. August 2010

Palazzo Grassi und Punta della Dogana – zwei fantastische Museen in Venedig mit Werken der klassischen und zeitgenössischen Moderne aus der Sammlung François Pinault. Heute stellen wir die Punta della Dogana vor.

eli_1467-430

Das Dreieck der Punta della Dogana am Auslauf des Canal Grande in die Bucht von San Marco; © Palazzo Grassi, ORCH orsenigo_chemollo

L1005267-430

Blick vom Portikus der Punta della Dogana auf den Campanile di San Marco; Foto: FeuilletonFrankfurt

Wenn es ein Maximum gäbe, ein Ensemble von einer der fantastischsten Städte der Welt, blaugrünem Meereswasser samt frischer salziger Brise, dem berühmten „Mantel der Geschichte“, dessen Saum zu streifen wir uns wähnen, und einer einzigartigen Ausstellung eben jener eingangs genannten Kunst, so wäre es hier und nirgend anderswo anzutreffen: an der Punta della Dogana. Weiterlesen

Jahr der Stille 2010: August

Samstag, 28. August 2010

Über allen Gipfeln
Ist Ruh,
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur, balde
Ruhest du auch.

Wandrers Nachtlied, Johann Wolfgang Goethe * 28. August 1749

Florence_Lake-430

(Bildnachweis: D. Gordon E. Robertson/wikimedia commons cc)

Das “Jahr der Stille 2010″ lädt dazu ein, Stille begleitend in den Jahreslauf zu integrieren. Es will Aufmerksamkeit schaffen für einen Wert, dessen Wichtigkeit wir alle betonen – dessen konkrete Praxis wir aber oft vernachlässigen. Getragen wird das “Jahr der Stille 2010″ von über fünfzig Partnern – christlichen Bewegungen, Kirchen, Verbänden, Verlagen, Organisationen und Werken unterschiedlicher konfessioneller Prägung, die das Anliegen eint, das Thema Stille bewusst in ihre Aktivitäten einfliessen zu lassen.

FeuilletonFrankfurt wird das “Jahr der Stille” mit einem Beitrag zur Mitte eines jeden Monats begleiten.

Pisa von innen (4)

Donnerstag, 26. August 2010

L1060027A-Titel-db-250

Pisa von innen
Eine authentische Erzählung

von © Salias I.

Erster Teil (4)

3. + 4. Stunde: 10 BFS X2

Immer noch vorstrapaziert von den Elektrikern rüste ich mich innerlich für die nächste Doppelstunde in meiner „bösen“ 10 X2. Das einzige, was dort einigermaßen funktioniert, ist das Diskutieren – wenn die Schüler am Thema interessiert sind. Immerhin können wir das im Fach PoWi gebrauchen und die Themen hin und wieder nach den Vorlieben der Schüler ausrichten. Weil aber im letzten Halbjahr u.a. die miesen Ergebnisse der Klassenarbeit die Noten runterzogen, habe ich auch hier für jeden ein Referat verpflichtend gemacht; heute sind zwei Schüler dran, von denen keiner bereit ist, vorzutragen. Ich muss aber erst die Zeugnisse ausgeben, Weiterlesen

Pisa von innen (3)

Dienstag, 24. August 2010

L1060027A-Titel-db-250

Pisa von innen
Eine authentische Erzählung

von © Salias I.

Erster Teil (3)

Dienstag, 4.3.8

Halb betäubt würge ich den Wecker ab, schalte die Nachtlampe ein, bei schalem Licht versuche ich, die Augen offen zu halten, mich zu orientieren: Die Kopfschmerzen sind weg, das ist gut, heute acht Stunden Unterricht: sehr schlimm!
Du bist doch krank, raunt mir meine Frau zu; obwohl schlaftrunken sorgt sie sich: Ich solle nicht gehen! – Doch doch, es geht doch, ich muss gehen, murmle ich, ich bin ja wieder gesund. Den schlimmsten Tag der Woche habe ich hinter mir.

Am schlimmsten heute: die 10 X2 (da bin ich Klassenlehrer). Kollege B, der Stellvertretende Schulleiter, nannte meine Klasse beim Elternabend „die böseste Klasse, die wir seit Jahren hatten“. – Ja, das könne man doch nicht so hinnehmen, meinte eine der entsetzten Mütter. – „Da bleibt uns gar nichts anderes übrig“, sagte Herr B, „solche Klassen finden Sie an jeder Schule.“
Dass die Klasse besonders böse sei, stimmt nicht so ganz: Erstens haben wir jedes Jahr ähnliche Klassen, zweitens ist die Klasse ebenso wenig „böse“ wie ihre Schüler; man kann sie, wenn sie vereinzelt auftreten, sogar gern haben, ein jeder mit seinen Schwächen und Macken: Der A, der so Macho ist, dass er bei jeder kleinen Kritik, und sei sie noch so berechtigt, aufbraust, Weiterlesen