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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Verträumt und verwunschen: Die Villa Barbarigo im venezianischen Valsanzibio

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Es ist ein warmer, von einem weisslichen Himmel verhangener Frühsommertag, ein feiner Schleier webt sich über das lichte Grau der Mauern und Steine, über das „Dianaportal“, über das Grün der Bäume und Gebüsche. Wir betreten die Villa Barbarigo Pizzone Ardemani in Valsanzibio, das Örtchen ist heute nach Galzignano Terme am Rand der Euganeischen Hügel eingemeindet. Wir befinden uns im Veneto, in Venezien. Von ringsum grüssen Weinberge, Obst- und Olivengärten.

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Es ist späte Mittagszeit, kaum ein die Strasse passierendes Fahrzeug stört die Ruhe. Keine Menschen weit und breit, nur der Portier im Kassenhäuschen, das den Eingang zur Villa bewacht, blinzelt freundlich-gelangweilt, als wir nach einem Billet verlangen. An den Mauern vorbei, schon huschen zwei, drei Eidechsen vor unseren Füssen in bergende Spalten zwischen den Steinen. Dunkelgrüne Hecken, fünf, sechs Meter hoch, weisen uns einen Weg.

Eine Perspektive eröffnet sich im saftigen Grün, der weiche Schleier wirkt noch etwas dichter. Immer noch kein Laut, keine menschliche Stimme. Kulissenhaft erhebt sich ein steinernes Monument in der Lichtung.

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Grün, saftiges Grün, reich gespeist von herbst- und winterlichen Niederschlägen, soweit das Auge schaut. Wir haben die zentrale Allee, den „Springbrunnen des Regenbogens“ erreicht.

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Weiter geht es die zentrale Allee sanft bergan, zum „Fischteich der Winde“. Das die Gesteine überwuchernde Grün, das Grün der Hecken und Bäume vermischt sich mit der Farbe des Wassers.

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Hochauf ragt eine Skulptur gegen den milchig-milden Himmel.

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Und bald öffnet sich der Blick, am Springbrunnen „Pila“, zum Herrschaftshaus, der nach unserem Sprachgebrauch eigentlichen „Villa“.

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Zunächst führt der Weg vorbei an Wasserspeiern und steinernen Allegorien. Wasser, immer wieder sprudelndes, quellendes Wasser …

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… auf der Hauptallee bis hin zum Schlösschen …

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… das wir jetzt erreichen. Vor der Freitreppe der kreisrunde „Springbrunnen der Verzückung“.

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Nun geht es zum grossen Oval des „Zeitmonuments“ mit dem „Steinbrunnen“. Das saftige Grün will und wird uns nimmermehr verlassen …

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… und weiter zum sauber beschnittenen, quadratischen Irrgarten:

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Vom zentralen Hügel aus erscheint er übersichtlich, aber die Hecken messen bald zwei Meter in der Höhe, und wir zögern, uns auf das Spiel einzulassen, zumal der Nachmittag voranschreitet.

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Die Lüfte scheinen etwas klarer und die Kontraste etwas kräftiger zu werden, wir schauen die zentrale Allee hinunter zum „Dianabad“ und auf die Gartenseite des „Dianaportals“ …

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… und nehmen auf jener in sauberem Weiss lackierten Bank Platz, auf der wir schon im vergangenen Jahr ruhten und wir uns vielleicht auch im kommenden Jahr niederlassen wollen, …

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… wenn uns der Zauber des „Dianaportals“ erneut in seinen Bann schlagen wird.

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Die Villa Barbarigo Pizzone Ardemani, von Francesco Zuane Barbarigo und seinem Sohn Antonio nach einem Entwurf von Luigi Bernini im 17. Jahrhundert errichtet und von Fabio Pizzone Ardemani liebevoll restauriert, gilt als ein herausragendes Beispiel barocker Gartenbaukunst in Venezien. Bis zum Jahr 1797 gehörte das Gebiet um die Villa zur Republik Venedig.

(Fotos: FeuilletonFrankfurt)

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