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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Archiv für Februar, 2010

Eine Reise ins Innere der Mongolei (Folge 2)

2010, Februar 28.

Eine Reise ins Innere der Mongolei (2)

Text und Fotografien: © Ingrid Malhotra

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Und weiter geht es, über Baotou, eine „Kleinstadt“, in der gerade eine überaus wohlgeordnete Demonstration stattfindet,

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und das Lamakloster Wudanshao, das einen sehr tibetischen Eindruck macht, Weiterlesen

„Leuchtstoff“ – eine Ausstellung der Schule für Mode.Grafik.Design im Frankfurter Künstlerclub

2010, Februar 27.

Auch in diesem Jahr stellten Studentinnen und Studenten der Offenbacher Schule für Mode.Grafik.Design ihre Semesterarbeiten im Nebbienschen Gartenhaus des Frankfurter Künstlerclubs aus. „Leuchtstoff“ lautete das Thema – ausgehend von einer Modenschau der Schule zur Frankfurter „Luminale“.

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Plakat zur Ausstellung (Bildnachweis: Schule für Mode.Grafik.Design)

Die Spannweite der gezeigten Arbeiten und aufbereiteten Ideen war wieder gross: Präsentiert wurden Skizzen, Fotografien, Illustrationen und kleine Installationen zum beziehungsreichen Thema „Leuchtstoff“. Wir lassen in einer kleinen Auswahl vier Studentinnen unmittelbar selbst zu Wort über ihre Schöpfungen kommen.

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IWC-Freundschaftsball 2010 zugunsten des Städel Museums Frankfurt

2010, Februar 23.

Seit einiger Zeit geschieht Eigenartiges um das Städel Museum Frankfurt: So wird das „neue Städel“ nicht nur gebaut, sondern es wird beispielsweise gelesen, gewonnen, gespielt, ja auch getrunken (glücklicherweise aber noch nicht geraucht). Nun, am 20. Februar 2010 wurde das „neue Städel“ sogar getanzt: vom International Women’s Club of Frankfurt e. V. (IWC), bei dessem diesjährigen Internationalen Freundschaftsball.

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IWC-Präsidentin Annemarie Moritz und Städel-Direktor Max Hollein bei der Übergabe des Spendenschecks (Foto: Marion Toelle) Weiterlesen

Jahr der Stille 2010: Februar

2010, Februar 19.

Die Stille

Hörst du Geliebte, ich hebe die Hände –
hörst du: es rauscht…
Welche Gebärde der Einsamen fände
sich nicht von vielen Dingen belauscht?
Hörst du, Geliebte, ich schliesse die Lider
und auch das ist Geräusch bis zu dir.
Hörst du, Geliebte, ich hebe sie wieder …
… aber warum bist du nicht hier.

Der Abdruck meiner kleinsten Bewegung
bleibt in der seidenen Stille sichtbar;
unvernichtbar drückt die geringste Erregung
in den gespannten Vorhang der Ferne sich ein.
Auf meinen Atemzügen heben und senken
die Sterne sich.
Zu meinen Lippen kommen die Düfte zur Tränke,
und ich erkenne die Handgelenke
entfernter Engel.
Nur die ich denke: Dich
seh ich nicht.

Rainer Maria Rilke (1875 bis 1926)

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(Foto: Richard Palmer, wikimedia commons GFDL)
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Städelschule: Rundgang 2010

2010, Februar 16.

STAATLICHE HOCHSCHULE FÜR BILDENDE KÜNSTE FRANKURT AM MAIN – STÄDELSCHULE

RUNDGANG 2010

Wer sich über das aktuelle Kunstgeschehen in Frankfurt am Main informieren wollte, musste einfach dabei sein: beim „Rundgang 2010“ durch die Städelschule.

167 Studentinnen und Studenten der Bildenden Kunst und der Architektur aus den Klassen der Professoren Ben van Berkel, Judith Hopf, Michael Krebber, Christa Näher,  Mark Leckey, Tobias Rehberger, Willem de Rooij und Simon Starling präsentierten aktuelle Arbeiten.

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Stadträtin Elisabeth Haindl, Barbara Bernoully vom Kuratorium Städelschule und Rektor Daniel Birnbaum bei der Eröffnung des Rundgangs 2010 nebst Preisverleihung Weiterlesen

Was wäre wenn … Sie einen Giacometti hätten?

2010, Februar 11.

Auf alle Fälle wären Sie, liebe Leserinnen und Leser, ein Multimillionär. Vorausgesetzt, der Giacometti wäre echt. Was bei den vielen in der Welt herumgeisternden Giacometti-Fälschungen nicht unbedingt als selbstverständlich angenommen werden könnte. Just im Sommer letzten Jahres wollte ein Gaunertrio weitere rund eintausend (!) Falsifikate unter die kunstgierige Kundschaft bringen.

Nun, der „L’Homme qui marche I“ („Schreitender Mann I“), der vor wenigen Tagen bei Sotheby’s London unter den Hammer kam, war sicherlich echt – echt wie seine fünf Brüder (gibt es doch sechs Bronzegüsse dieses Werkes). Einst kaufte der Dresdner Bank-Vorstand besagtes Stück für schlappe 1,4 Millionen DM zum Schmuck der Frankfurter Vorstandsetage im besonderen und vielleicht zum höheren Ruhme des Geldhauses im allgemeinen. Der Hammerpreis in London betrug jetzt 58 Millionen Pfund, plus Aufgeld 65 Millionen, also rund 75 Millionen Euro. Bislang das teuerste je auf einer Auktion versteigerte Kunstwerk.

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Bildnachweis: wikimedia commons Weiterlesen

Gesetzgebungswahnsinn

2010, Februar 10.

„§ 20 Absatz 2 1. Halbsatz und Absatz 3 Satz 1, § 28 Absatz 1 Satz 3 Nr. 1 1. Alternative, jeweils in Verbindung mit § 20 Absatz 1 Sozialgesetzbuch Zweites Buch in der Fassung des Vierten Gesetzes für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt vom 24. Dezember 2003 (Bundesgesetzblatt I Seite 2954), § 20 Absatz 2 Satz 1 und Absatz 3 Sozialgesetzbuch Zweites Buch in der Fassung des Gesetzes zur Änderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch und anderer Gesetze vom 24. März 2006 (Bundesgesetzblatt I Seite 558), § 28 Absatz 1 Satz 3 Nr. 1 1. Alternative in Verbindung mit § 74 Sozialgesetzbuch Zweites Buch in der Fassung des Gesetzes zur Sicherung von Beschäftigung und Stabilität in Deutschland vom 2. März 2009 (Bundesgesetzblatt I Seite 416), jeweils in Verbindung mit § 20 Absatz 1 Sozialgesetzbuch Zweites Buch in der Fassung des Gesetzes zur Fortentwicklung der Grundsicherung für Arbeitsuchende vom 20. Juli 2006 (Bundesgesetzblatt I Seite 1706), sowie die Bekanntmachungen über die Höhe der Regelleistung nach § 20 Absatz 2 und § 20 Absatz 2 Satz 1 Sozialgesetzbuch Zweites Buch vom 1. September 2005 (Bundesgesetzblatt I Seite 2718), vom 20. Juli 2006 (Bundesgesetzblatt I Seite 1702), vom 18. Juni 2007 (Bundesgesetzblatt I Seite 1139), vom 26. Juni 2008 (Bundesgesetzblatt I Seite 1102) und vom 17. Juni 2009 (Bundesgesetzblatt I Seite 1342) sind mit Artikel 1 Absatz 1 Grundgesetz in Verbindung mit dem Sozialstaatsprinzip des Artikel 20 Absatz 1 Grundgesetz unvereinbar.“

So lautet der erste Absatz des gestrigen richtungweisenden Urteils des Bundesverfassungsgerichts, mit dem es dem (damals rot/grünen bzw. später schwarz/roten) Gesetzgeber erneut eine schallende Ohrfeige verpasst. Das Gericht musste die von ihm als verfassungswidrig verworfenen Regelungen in dieser monströsen Weise exakt zitieren.

An diesem traurigen Beispiel gesetzgeberischen Wahnsinns ist, liebe Leserinnen und Leser, nicht das Gericht schuld, sondern es sind die Abgeordneten des Deutschen Bundestags, die solche Machwerke beschliessen. Fragen Sie doch bitte einmal die Abgeordneten Ihres Wahlkreises, in dem Sie wohnen, ob sie diesen Verbalunsinn im Ernst verstehen, über den sie ja damals vielleicht selbst abgestimmt haben.

Wundern Sie sich eigentlich darüber, liebe Leserinnen und Leser, dass trotz aller Gesetzgebung das eine oder andere in diesem schönen Land dennoch funktioniert? Wir auch!

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Eine Reise ins Innere der Mongolei (Folge 1)

2010, Februar 8.

Eine Reise ins Innere der Mongolei (1)

Text und Fotografien: © Ingrid Malhotra

Vor einiger Zeit hatte ich einmal Gelegenheit, eine Gruppe durch die Innere Mongolei zu begleiten. Nun bin ich nicht gerade der Typ für Gruppenreisen, aber wie war das noch: Einem geschenkten Gaul …

Und es stellte sich doch auch als recht interessant heraus, zu sehen, welche Pflichten ein Reisebegleiter so hat, und die Gruppe zu beobachten. Angefangen bei der Erschöpfung, mit der die Teilnehmer unmittelbar nach der Ankunft mit gewaltigem Jetlag und bei glühender Hitze durch den Sommerpalast und den Himmelstempel stolperten (ich war selbst überrascht, wieviel ich bei meinem ersten Besuch unter ebensolchen Bedingungen nicht gesehen hatte – zumindest dieser Reiseveranstalter mutet das seinen Kunden jetzt nicht mehr zu!), über den Bayern, der auf der Fahrt nach Datong ungeduldig auf die hohen Berge wartete (die leider ganz woanders sind!) bis zu den Damen, die gegen Ende der Reise grosse Mühe hatten, ihre gegenseitigen Abneigungen mit einiger Höflichkeit zu überspielen.

Gruppendynamik ist schon etwas sehr Interessantes! Aber noch interessanter war die Reise selbst.

Denn die Innere Mongolei steht in totalem Kontrast zum Osten Chinas.

Hier quirliges Leben, Moderne, phantastische Restaurants, Kulturleben, Chic – selbst beim Radfahren tragen die Chinesinnen gerne Hut und die höchsten Absätze der Welt! Dort, ja, Mao-China wie aus dem Bilderbuch – grauer Städte Mauern, Parolen auf Wänden und Spruchbändern, Lautsprecher auf den Hauptplätzen der Städte, aus denen abwechselnd martialische Musik und martialische Sprüche ertönen, und viele tragen noch immer die Mao-Uniform mit Schlabberhose und Tunika.

Gleichzeitig ist unübersehbar, wieviele Spuren uralter Kultur es hier gibt, und durchaus nicht nur Spuren der Han-Chinesen. Hier haben viele Völker ihren Fingerabdruck hinterlassen …

Aber zurück zur Fahrt. Von Beijing ging es mit einem kleinen Bus zunächst zur Grossen Mauer, wo es regnete und erstaunlichweise fast alle Chinesen mit dem gleichen hellblauen Plastikregencape herumwanderten … Gab ein interessantes Bild.

Mauer im Regen-360 Weiterlesen

Die Frankfurter Künstlerinnengruppe “Labyrinth”: Evelyne Brotfeld

2010, Februar 3.

In einem ersten Teil des Beitrags über die jüngste Ausstellung der Frankfurter Künstlerinnengruppe “Labyrinth” Ende Januar 2010 stellten wir die Malerinnen Inge Braun, Liia Kängsepp und Elena Primavera sowie die Zeichnerin und Modelliererin Denise Graf vor.

Die Bildhauerin Evelyne Brotfeld, 1952 in Paris geboren, gehört der Gruppe ebenfalls seit dem Jahr 2000 an, in dem sie zugleich ihre künstlerische Ausbildung an der Städel-Abendschule begann. Darüber hinaus besuchte sie Workshops bei dem bekannten Frankfurter Bildhauer Michael Siebel. Zuvor hatte sie in Paris und Straßburg Philosophie studiert. Seit 1977 ist sie als freie Dozentin und Übersetzerin für Französisch sowie in den Bereichen Couching und Sprachvermittlung in Wirtschafts- und Handelsunternehmen tätig.

Brotfeld erhielt im Jahr 2000 den Künstlerpreis der Frankfurter Heussenstamm-Stiftung, in deren Galerie sie 2003 ausstellte. Ihre Arbeiten waren ferner unter anderem in der grossen Ausstellung „Die Abendschule der Städelschule“ im Jahr 2008 vertreten.

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Trauernde, 1997, Sandstein Weiterlesen

Die Frankfurter Künstlerinnengruppe „Labyrinth“

2010, Februar 2.

In ihrer inzwischen neunten Gemeinschaftsausstellung zeigte die Frankfurter Künstlerinnengruppe „Labyrinth“ unlängst in den nun schon zum vierten Mal zu einer veritablen Ausstellungshalle aufgeräumten Atelierräumen in der Frankfurter Borsigallee vorwiegend aktuelle Arbeiten von Inge Braun, Evelyne Brotfeld, Denise Graf, Liia Kängsepp und Elena Primavera, die sozusagen den „harten Kern“ der Gruppe bilden.

Diese Künstlerinnen treffen seit dem Sommer 2000, als sie sich in der Städel-Abendschule kennenlernten, regelmässig zum Gedankenaustausch über ihre Arbeiten und Fragen der Kunst sowie zu gemeinschaftlichen Ausstellungen und Unternehmungen – dazu zählen auch Studienreisen zu gemeinsamem Malen, Zeichnen und Fotografieren – zusammen. Zu der Gruppe gehören beziehungsweise gehörten ferner Elizabeth Dorazio, Brigitte Hein, Anna Horneff und Brigitte Puhl.

Auch die diesjährige Ausstellung der Gruppe Labyrinth unterstreicht erneut den hohen Qualitätsanspruch dieser Künstlerinnen. Sie besuchten, wie erwähnt,  allesamt die Städel-Abendschule, sie nahmen grossenteils an der in Frankfurts Kulturkreisen hochgeschätzten Ausstellung „Die Abendschule der Städelschule“ im Jahr 2008 in der Frankfurter Sparkasse 1822 teil.

Apropos Städel-Abendschule: Im vergangenen Jahr gelang es noch, Bestrebungen gewisser Kreise abzuwehren, die der traditionsreichen, 1947 von den Max Beckmann-Schülern Theo Garve und Walter Hergenhahn gegründeten Schule, einer Einrichtung der als Städelschule bekannten Staatlichen Hochschule für bildende Künste, den Garaus machen wollten. Wie immer wurden finanzielle Gründe vorgeschoben, obwohl es doch eher um die Frage ging, ob die Abendschule kulturpolitisch noch erwünscht sei. Und auch heute wieder macht die Sorge die Runde, die Existenz der Abendschule stehe nach wie vor auf dem Spiel.

Doch zurück zur Künstlerinnengruppe Labyrinth:

Elena Primavera wurde 1957 in Dortmund geboren. Von 1963 bis 1967 lebte sie in Jesi und in Rom, anschliessend übersiedelte sie nach Bad Vilbel. In Frankfurt am Main studierte sie Kunstgeschichte, Philosophie und Romanistik, von 2000 bis 2005 besuchte sie die Städel-Abendschule.

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Elena Primavera, o.T. (blase violett), 2010, Öl auf Holz, 52 x 47 cm Weiterlesen