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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Archiv für Juni, 2009

53. Biennale Arte Venedig 2009 (4) – Tomas Saraceno und sein Spinnennetz-Kosmos

2009, Juni 28.

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Es bedarf nur weniger Schritte, und wir sind bereits mittendrin: in Tomás Saracenos Netzwerk, das er in einer der zentralen Hallen des Palazzo delle Esposizioni aufspannt. Nun, wir gehen vorsichtig einige Schritte hinein in den von elastischen Seilen durchzogenen Raum, weichen den Strippen so gut es geht aus, vermeiden es auch, auf die durchaus stabilen Verankerungspunkte am Boden zu treten, schauen uns um und bemerken überrascht, wie weit wir uns bereits in die Gefangenschaft der vom Künstler gesponnenen Verstrickungen begeben haben. Weiterlesen

53. Biennale Arte Venedig 2009 (3) – Die Cafeteria von Tobias Rehberger

2009, Juni 26.

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Sie ist der Hingucker der diesjährigen Biennale Arte: die Cafeteria im Palazzo delle Esposizioni. Weiterlesen

Die EU und der Roséwein

2009, Juni 25.

Roséwein? Ist doch ganz einfach: Man schüttet roten und weissen Wein zusammen und fertig ist er – der Rosé.

Ach ja, die EU, ihre Kommission, ihre in Brüssel und anderswo politisch Tätigen (24.000 Mitarbeiter, eine richtige Stadtbevölkerung!) – sie sind uns immer wieder eine Glosse wert.

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Also die Geschichte geht so:

Seit vielen Jahren wird solcher Rosé-Mischmasch als Billigware aus dem aussereuropäischen Ausland eingeführt, es gibt Leute, die das auch tatsächlich trinken (braucht man sich da noch zu wundern, welche Wahlergebnisse zustande kommen?). Da wollte die EU-Kommission etwas Gutes tun (was sie ja immer tun will). Und den Mischmasch auch den europäischen Weinbauern gestatten. Sie hatte aber die Rechnung ohne den Wirt, sprich die zahlreichen französischen Rosé-Winzer gemacht, die um den guten Ruf ihrer Produkte fürchteten und hinter die sich auch die meisten deutschen Winzer stellten!

Das Ende vom leidigen EU-Lied: Die Kommission ruderte jüngst wieder einmal von ihrem geplanten Unfug zurück: Es bleibt beim Rosé alles so, wie es ist. Und das ist auch gut so.

À votre santé!

53. Biennale Arte Venedig 2009 (2) – John Baldessari

2009, Juni 24.

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Empfang in Venedig: Das Statement von John Baldessari am Canal Grande (Fotos: FeuilletonFrankfurt)

John Baldessari, geboren 1931, US-amerikanischer Künstler, wichtigster gegenwärtiger Vertreter der Konzept- und Medienkunst, ausgezeichnet für sein Lebenswerk mit dem Goldenen Löwen der Biennale 2009

→ 53. Biennale Arte Venedig 2009 (3) – Die Cafeteria von Tobias Rehberger


53. Biennale Arte Venedig 2009 (1) – Der Deutsche Pavillon

2009, Juni 23.

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Da steht er also, der Portikus des Deutschen Pavillons in den Giardini Pubblici, mit seinen vier vorgebauten Säulen im Stil der nationalsozialistischen Architektur des Jahres 1938, in welchem der Bau seine heutige Gestalt erhielt: der Pavillon, an dem sich Kurator und Künstler des diesjährigen deutschen Beitrags zur Biennale, Nicolaus Schafhausen und Liam Gillick also, weidlich abarbeiten. Schafhausen würde sogar gerne die Abrissbirne gegen den Pavillon schwingen sehen – da gäbe es denn noch sehr vieles mehr an Nazi-Architektur abzureissen in Deutschland und anderswo, fangen wir gleich mit dem Haus der Kunst in München an und hören bei den als Ministerien genutzten Gebäuden in Berlin – denken wir nur an das riesige vormalige Reichsluftfahrt- und heutige Bundesfinanzministerium – noch lange nicht auf. Und die Bundesregierung brauchte über den Abrissbirnenherstellern gewiss keinen staatswirtschaftlichen Schutzschirm aufzuspannen. Weiterlesen

Auf den Spuren von Konrad Adenauer (2): Der Bundeskanzler und Cadenabbia

2009, Juni 19.

1957 kam Konrad Adenauer erstmals zu einem Urlaub nach Cadenabbia, 1966 zu seinem achtzehnten und letzten Aufenthalt. Seit 1959 verbrachte er seine Ferientage in aller Regel in der Villa La Collina.

Am Ufer des Comer Sees wurde dem Altbundeskanzler und leidenschaftlichen Bocciaspieler ein Denkmal gesetzt:

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Das Bocciaspiel entdeckte Adenauer in seinen Urlaubstagen in Cadenabbia Weiterlesen

Auf den Spuren von Konrad Adenauer (1): Drei Tage in der Villa la Collina

2009, Juni 16.

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Wir sind am Ziel: Nach wenigen Serpentinen bergan vom Ufer des Comer Sees halten wir vor dem mächtigen schwarzlackierten Tor der Villa La Collina in Cadenabbia. Hoch türmt sich ein üppig mediterran bewachsener Bergpark auf, dominiert von wuchtig aufragenden Zypressen sowie exotisch anmutenden Tannen- und Laubbäumen. Daneben und dazwischen Palmwedel. Wir stehen vor der berühmten Villa La Collina, in der Konrad Adenauer, der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, in den Jahren von 1959 bis 1966 fünfzehn Mal seinen Urlaub verbrachte Weiterlesen

Nonsens aus der Chefetage

2009, Juni 6.

„Jeder Metzgermeister könnte von sich behaupten, ein ‚gut aufgestellter, fokussierter‘ Anbieter von Fleischwaren zu sein. Er wird es aber nicht tun, weil die Kunden kopfschüttelnd aus dem Laden rennen würden. Dort aber, wo sich Unternehmen räumlich und emotional von ihren Kunden entfernen, drucken sie Firmenbroschüren voller nichtssagender Formulierungen. Das klingt dann etwa so:

‚Wir realisieren nachhaltige Projekte, implementieren Prozesse und heben eine Vielzahl von Synergien.  Unsere Tools basieren auf einem Netzwerk von Applikationen. Wir bündeln unsere Kernkompetenzen und generieren neue Umsatzpotentiale. Unser Portfolio besteht aus internationalen Aktivitäten. Wir arbeiten absolut kapitalmarktorientiert. Auf diese Weise erzielen wir eine hohe Profitabilität.‘ “

Zitat aus: Christoph Moss, Nonsens aus der Chefetage, Sprachnachrichten Nr. 42 / Mai 2009 des Vereins Deutsche Sprache e.V. (VDS), als Nachdruck aus dem Handelsblatt Nr. 9 vom 14. Januar 2009

Christoph Moss ist Autor und Professor für Unternehmenskommunikation an der „International School of Management“ (sic!) Dortmund.

 

SARAH MORRIS: „GEMINI DRESSAGE“

2009, Juni 3.

Untrügliche Wegweiser in der Frankfurter Braubachstrasse führen zum Museum für Moderne Kunst

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SARAH MORRIS:  „GEMINI DRESSAGE“ Weiterlesen