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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

10 Jahre AusstellungsHalle 1A

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Wegweiser zur Kunst: „1A“

AusstellungsHalle 1A

– was ist das? Was, wie, wo? – mit einer solchen Frage könnten sich Kulturinteressierte in Frankfurt am Main und im Rhein-Main-Gebiet, aber auch über diese Grenzen hinaus kaum mehr ohne Reputationsverlust in der Öffentlichkeit vernehmen lassen: Längst ist die „1A“, in Frankfurt-Sachsenhausen, Schulstrasse – eben mit dieser Hausnummer – 1A gelegen, eine feste Adresse für ein breites Spektrum an aktueller Kunst.

Nun wäre die „1A“ nicht das, was sie ist, ohne ihren Leiter, Koordinator und Kurator, diesen kreativen Hausgeist, an den man sich jederzeit mit allem Möglichen wie Unmöglichen wenden kann: Robert Bock, Jahrgang 1960, promovierter Kunsthistoriker, Begleiter, Kritiker, Ermöglicher und immer auch „väterlicher Freund“ junger und nicht mehr ganz so junger Künstlerinnen und Künstler, die in der „1A“ eine ideale Präsentations- und Realisierungsmöglichkeit gefunden haben und immer wieder finden.

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Chef der „1A“: Robert Bock

Eine ehemalige Waschhalle, in den 1960er Jahren in freitragender Konstruktion errichtet, rund 250 m² Fläche überspannt die Decke: Im Jahr 1999 übernahm sie Robert Bock, renovierte sie mit seinen eigenen Händen und stellte sie Künstlerinnen und Künstlern als Ausstellungs- und Präsentationsforum zur Verfügung. Der Verein „Kunst in Frankfurt e.V.“ mit der Zielsetzung, die bildenden und darstellenden Künste zu fördern und zu pflegen, trägt das Unternehmen gemeinsam mit institutionellen Förderern. „Ich habe das gemacht, weil es gesellschaftlich notwendig ist“, erklärte Bock damals in einem Zeitungsinterview. Von Anbeginn an sollte die AusstellungsHalle keine Galerie sein. Vielmehr bildet sie bis heute – auch als Experimentierfeld jenseits aller möglichen Vermarktungsstrategien – eine Art „Zwischenebene“ zwischen der künstlerischen Ausbildung und dem etablierten Ausstellungs- und Galeriebetrieb.

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Die „1A“

Heute liegt das Hauptgewicht auf der Präsentation von Malerei, Zeichnung, Bildhauerei und Fotografie. Grosse Städel-Professoren wie Peter Angermann oder Hermann Nitsch stellten seinerzeit in der Halle ihre Arbeiten aus. Noch im Aufbruch begriffene oder bereits namhafte Künstlerinnen und Künstler präsentieren sich dort einem grösseren Publikum und empfehlen sich für Galerien. Nur einige Namen können wir hier aufführen – stellvertretend für die vielen anderen Künstlerinnen und Künstler:  Raimer Jochims, Thomas Kilpper, Corinna Korth, Corinna Mayer, Peter McClennan, Laura Padgett, Nino Pezzella, Lionel Röhrscheid, Margit Seiler oder Kai Teichert.

Darüber hinaus steht die Halle auch für Lesungen, Theater-, Musik- und Filmaufführungen zur Verfügung.

„Rückbesinnung auf eine analytische Kunsttheorie, die Sinnlichkeit und handwerkliche Qualität der Kunst sowie die Anerkennung ihrer Autonomie“ lautet das Leitmotiv der „1A“.

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Gut für manches Vernissage- und Sommerfest: Romantischer Hof vor der „1A“

Seit dem vergangenen Jahr öffnet sich die AusstellungsHalle 1A auch längerfristigen Projekten:  So arbeiteten die renommierten Frankfurter Künstlerinnen und Künstler Max Weinberg und – jüngst – Wanda Pratschke jeweils über viele Wochen hinweg in der „1A“ als einem „offenen Atelier“. Jedermann konnte ihnen während ihres künstlerischen Schaffensprozesses über die Schulter schauen.

Ende Februar 2009 verliess Wanda Pratschkes grosse „Liegende“ die AusstellungsHalle. Sie machte Platz für die darauffolgende – leider nur viertägige – Schau „Frank Pompé“, die am 1. März 2009 eröffnet wurde. Am 11. März folgt eine Ausstellung mit Arbeiten von Pili Madariaga „Aquarelle und Malerei“ sowie Peter Loewy „Los Angeles Panorama Project“.

FeuilletonFrankfurt gratuliert der „1A„, die in diesen Wochen ihren 10. Geburtstag feiern kann!

(Fotos: FeuilletonFrankfurt)


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