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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Licht – Farbe – Raum: Enrico Bertelli

Enrico Bertelli: Harz- views

Text: Friederike Schroeder

„Ich glaube, dass alles das, was wir sehen, hören, riechen, berühren, bedeutsam ist, jedes Ding“ (Enrico Bertelli).

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Prossima stagione, 2008, Harz auf Forex, 150 x 120 cm

Enrico Bertellis Themen sind Licht, Farbe und Raum. Mittels zarter Farbtöne und sich überlagernden, transparenten Farbschichten, entsteht in seinen Bildern ein starker atmosphärischer Eindruck, eine Weite und Tiefe, die Assoziationen an Landschaften aufkommen lassen, weshalb die Ausstellung auch mit Harz – views betitelt ist. Nicht zufällig hat sich Bertelli auch mit der Filmästhetik von Wim Wenders auseinandergesetzt.

Der 1959 in Livorno geborene Künstler lebt und arbeitet dort auch heute. Zum dritten Mal zeigt er in der Frankfurter Westend Galerie, Forum für moderne und zeitgenössische italienische Kunst in Deutschland, aktuelle Arbeiten in einer Einzelausstellung.

In seinen früheren Acrylbildern gingen Malen und Zeichnen ineinander über. Ergebnis waren gestische, gewebeartige Arbeiten, die an Cy Twombly erinnern. In seinen jüngsten Bildern überlagern sich bunt gefärbte Harzschichten, greifen ineinander und bilden poetische Strukturen, die den Arbeiten ihren besonderen Charakter geben. Bertelli verzichtet nun ganz auf traditionelle Maltechniken, stattdessen färbt er flüssiges Harz ein und verdickt es mittels eines Katalysators. Das sich frei entfaltende Material beeinflusst er allein durch die Bewegung des Bildträgers, wodurch er dem Zufall beziehungsweise einer geplanten Zufälligkeit bewusst in seiner Kunst Raum gewährt.

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Destination one, 2007, Harz auf Forex, 150 x 120 cm

„In seinen Werken hat Bertelli schon immer die Möglichkeit des Fehlers, des Zufalls, der Imperfektion in Szene gesetzt. Das Beiläufige rückt ins Zentrum der Kunst, die Abfallprodukte der Malerei: Krakeleien, Schmierer, Kratzer. Bertelli verwendet immer den Zufall als Arbeitsmethode, er ist ein notwendiger und konstitutiver Aspekt seines Werkes“ (Emma Gravagnolo).

Dieses künstlerische Konzept steht auch hinter den “Loop” betitelten Objekten. Auf den ersten Blick überraschen diese Arbeiten aufgrund ihrer geometrischen Komposition. Erst ein genaueres Hinsehen zeigt, dass es sich bei den auf quadratischer Fläche gruppierten vier bunten Kreisen jeweils um Bodensätze der Becher handelt, die der Künstler zum Mischen seiner Harzfarben verwendet.

Unabhängig von der angewandten Technik ist es vor allem die Leere und Weite der geschaffenen Bildräume, die die absichtslos wirkende Schönheit der Werke ausmacht.

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Loop 02, Harz auf Forex, 15 x 15 cm

„Die strenge Poetik von Enrico Bertelli enthält eine kritische Botschaft, die nicht vernachlässigt werden sollte, weil sie den verborgenen Schlüssel zum Verständnis seiner Arbeit darstellt. Diese erfordert, um richtig gelesen zu werden, eine besondere Aufmerksamkeit, eine Art meditativer Ruhe, die es erlaubt, alle Details wahrzunehmen.“(Valerio Dehò)

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Don’t stop, 2007, Harz auf Forex, Durchmesser 170 cm

Die Ausstellung in der Frankfurter Westend Galerie, Arndtstrasse 12, 60325 Frankfurt am Main, ist bis zum 20. März 2009 zu sehen.

(Bildnachweis: Frankfurter Westend Galerie; © Enrico Bertelli)

Ein Kommentar zu “Licht – Farbe – Raum: Enrico Bertelli”

  1. dr. hasenbein
    30. Juli 2010 20:14
    1

    diese „kunst“ und die blumenhaft geschilderten, („poetischen“) huldigungen dazu lassen meine magensäfte nicht unberührt…

    schrecklich…einfach grausam und furchtbar… nicht einmal seinem schlimmsten feind möchte man zumuten eine ganze ausstellung dieses schwachsinns ansehen zu müssen…

    „Loop 02, Harz auf Forex, 15 x 15 cm“ sowas bekommt eine ausstellung? …. ein grund mehr so wenig ausstellungen und konsorten wie nur möglich zu besuchen…..einfach nur erschreckend: mir fehlen die worte :)

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