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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Archiv für Februar, 2009

Urlaubsbrief aus der Türkei / 5

2009, Februar 28.

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Erzählung

von © Robert Straßheim

(Erstes  Kapitel)   (Zweites Kapitel)   (Drittes Kapitel)   ( Viertes Kapitel)

Fünftes Kapitel

Nächster Tag

Was für ein Frust! Alle Maßnahmen erweisen sich als unzureichend. Ich habe noch über eine Woche zu füllen und schon das vorletzte Buch angefangen, einen Novellenband von Maupassant, der arg dünn ist, auch so einfach geschrieben, dass man das Ganze, wenn man nicht aufpasst, nach einem halben Tag ausgelesen hat. Da die Stadtverwaltung des Enişte keinen Laserdrucker hat, kann ich auch keine längeren Texte aus dem Internet ausdrucken; zwar erlaubte mir der Enişte, den Tintendrucker zu benutzen, aber Zara hat recht damit, dass ich als guter Gast an der teuren Tinte sparen sollte.

Ich passe also auf, dass ich nach jeder Novelle das Buch weglege. Ich habe ja nur noch eins: Doris Dörrie, und die muss ich reservieren für die lange Rückfahrt. Deshalb habe ich die Dosis meiner Algentabletten erhöht, so dass ich wegen der stärkeren Entgiftung mehr schlafe. Morgens schlafe ich manchmal sogar bis halb acht, mittags noch mal eine Stunde. Außerdem hilft mir der Sex, wir konnten auch hier, bei aller Vorsicht, die Dosis erhöhen. Weiterlesen

Urlaubsbrief aus der Türkei / 4

2009, Februar 26.

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Erzählung

von © Robert Straßheim

(Erstes  Kapitel)   (Zweites Kapitel)   (Drittes Kapitel)

Kapitel 4


Nächster Tag

Abermals war unser Strand ungenießbar. Naja, erstmal war es amüsant. Wie immer hat Zila den herumliegenden Müll eingesammelt – ich achte sie hoch für diesen freiwilligen sozialen Dienst; Zara dagegen verspottet sie. Klar: Türkinnen haben ihre Wohnung sauber zu halten.

Jedenfalls, wir lagerten zwei, drei Stunden ganz leidlich über den Steinen, gepolstert mit allerlei Tüchern und Kissen. Ich brachte eine Plastiktüte mit aus dem Wasser, und nun musste Zara auch mich anfauchen. Zila dagegen liebte mich dafür. Wie leicht man Kinder glücklich machen kann, und wie man dabei selber glücklich wird! Weiterlesen

Xi’an – Chinas alte Hauptstadt (Teil 1)

2009, Februar 24.


Xi’an – Chinas alte Hauptstadt (Teil 1)

Text und Fotografien: © Ingrid Malhotra


Wer kennt Xi’an?

Ach, Sie haben schon davon gehört? Richtig, dort gibt es die Terrakotta-Armee. Und sonst?

Hmm, genau so ging es mir auch. Xi’an schien mir eine kleine, unbedeutende Stadt irgendwo in der chinesischen Provinz zu sein, und bei meinem ersten Besuch in China vor vielen, vielen Jahren verstand ich gar nicht, warum dort so viel Zeit eingeplant war. Natürlich wollte ich die Terrakotta-Armee sehen – die ist ja schliesslich weltberühmt! Aber die anderen Sehenswürdigkeiten – Grosse Wildganspagode,

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Kleine Wildganspagode, Stadtmauer Weiterlesen

Licht – Farbe – Raum: Enrico Bertelli

2009, Februar 22.

Enrico Bertelli: Harz- views

Text: Friederike Schroeder

„Ich glaube, dass alles das, was wir sehen, hören, riechen, berühren, bedeutsam ist, jedes Ding“ (Enrico Bertelli).

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Prossima stagione, 2008, Harz auf Forex, 150 x 120 cm

Enrico Bertellis Themen sind Licht, Farbe und Raum. Mittels zarter Farbtöne und sich überlagernden, transparenten Farbschichten, entsteht in seinen Bildern ein starker atmosphärischer Eindruck, eine Weite und Tiefe, die Assoziationen an Landschaften aufkommen lassen, weshalb die Ausstellung auch mit Harz – views betitelt ist. Nicht zufällig hat sich Bertelli auch mit der Filmästhetik von Wim Wenders auseinandergesetzt. Weiterlesen

Urlaubsbrief aus der Türkei / 3

2009, Februar 20.

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Erzählung

© von Robert Straßheim

(Erstes  Kapitel)

(Zweites Kapitel)

Drittes Kapitel

Nächster Morgen

Habe Zara gefragt, ob mein Nachtrag über Istanbul sie zufriedenstellt?

Sie hat alles noch mal gelesen und empört sich erneut: Wie ich schreiben konnte, dass in Istanbul alles an einem Tag zu erledigen wäre! Ich hätte keine Ahnung, was wir da alles noch hätten sehen können: Die vielen Gemäldegalerien, oder die Gecekondu – die Vororte, die Slums, in denen es gefährlich wäre für Touristen, aber sie hätte sich von Bekannten einladen lassen können, damit hätten wir sozusagen sichere Passage bekommen. Aber ich hätte das nicht gewollt!

Du hast mich nicht eingeladen! Ich wäre gerne mitgekommen“, streite ich. Soziale Studien gehören ja zu meinen Interessensgebieten! Und Gemälde, richtige Gemälde? Warum hat sie das nicht früher vorgeschlagen? – Weil ich schon ihr die Kapale carsi abgeschmettert hatte. Weiterlesen

Urlaubsbrief aus der Türkei / 2

2009, Februar 18.

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Erzählung

© von Robert Straßheim

(Erstes  Kapitel)

Zweites Kapitel


Einen Tag später

Ich muss mehr schreiben! Gestern habe ich zuviel gelesen: Das dritte Buch ist aus. Was soll ich auch machen, am Morgen, am Strand, abends und in der Nacht? Ich muss meinen Geist, so lange als möglich, auf das Schreiben lenken – wie ich hoffe, zu deinem Vergnügen?

Ja, lieber Markus, was gibt es zu berichten? Gestern reisten Zaras Schwester Zelal und ihre Tochter Zila aus Malatya an: 18 Stunden im Bus bis Istanbul, dann noch mal drei bis vier Stunden bis Tekirdag, das ist die Kreisstadt.

Eigentlich lebt die Familie in Malatya, aber der Enişte hatte sich vor zwei Jahren auf diesen Direktorenposten beworben – in der Stadtverwaltung einer Kleinstadt bei Tekirdag. Er wurde tatsächlich befördert, und so zog er in diese Dienstwohnung hier ein; seitdem hat die Familie den 22-Busstunden-Spagat zu bewältigen. Weiterlesen

Städelschule: Rundgang 2009

2009, Februar 16.

STAATLICHE HOCHSCHULE FÜR BILDENDE KÜNSTE FRANKURT AM MAIN – STÄDELSCHULE

RUNDGANG 2009

Den traditionellen „Rundgang“ der Städelschule – besser durch die Städelschule – am vergangenen Wochenende mussten wir dieses Jahr auf das Stammhaus in der Dürerstrasse  konzentrieren: Und dort wiederum entschieden wir uns aus der breiten Palette des Dargebotenen für die Malerei.

Unser Eindruck: In dieser Sparte der bildenden Künste entschieden sich nicht wenige Künstlerinnen und Künstler für das Figurative – oder sie kehrten zur figurativen Malerei zurück. Wir liessen uns dabei nicht entmutigen durch Sentenzen wie diese, dass alles nur Erdenkliche mindestens schon einmal, vielleicht gar tausendmal gemalt wurde. Denn jedes Neue ist ein Anderes.

Wir wollen an dieser Stelle nicht bewerten, sondern Exemplarisches zeigen (wobei jedweder Auswahl notwendigerweise ein – ebenso notwendigerweise subjektiver – Bewertungsprozess zugrunde liegt).

Hier nun eine kleine Auswahl, lediglich mit den Namen der Städelschülerinnen und Städelschüler versehen (da Titel-, Malmittel-, Format- und Klassenangaben mitunter fehlten):

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Genoveva Filipovic Weiterlesen

Urlaubsbrief aus der Türkei / 1

2009, Februar 14.

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Erzählung

© von Robert Straßheim

Erstes Kapitel


Am Marmara-Meer, Anfang August

Lieber Markus,

welch ein Zauber geschieht! Vom beschatteten Balkon aus schaue ich in die Olivenhaine, noch weiter in die Berge; das Bügelbrett federt ein wenig unter meinen Ellenbogen, ich setze nur deinen Namen auf das leere Blatt und schon sind wir auf diese mysteriöse Weise verbunden. Sanft und lau streicht der Sommerwind vorüber, fern und lieb, der du mir bist, denke ich an dich.

Zerschlagen von über vier Stunden Busfahrt sind wir hier angekommen, in einer kleinen Stadt in der Nähe von Tekirdag, wo der Schwager arbeitet. Hier nun kann ich schreiben und lesen, soviel ich will, und meine Lust darauf ist unersättlich.

Wie froh bin ich, dieser verrückten Millionen-Armuts-Stadt Istanbul entkommen zu sein. Zara wollte es nicht glauben, als ich nach zwei Tagen wünschte, vorzeitig abzureisen. Sie bestand darauf, dass wir noch so viel zu erleben hätten – dabei dachte ich gar nicht ans Sterben, sondern nur an ein besseres Leben. Aber Zara versteht unter gutem Leben Anderes, Schlechteres als ich, vor allem das Herumlungern auf Bazaren, wo sie unermüdlich herumguckte und fast nichts kaufte – ein sinnloses Treiben -, während ich auf Bordsteinen saß, vergraben in einen Roman. Weiterlesen

MMK-Impressionen, 11. Februar 2009

2009, Februar 13.

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l1000503-b-430 Weiterlesen

Drunter und drüber, drüber und drunter im Frankfurter Portikus

2009, Februar 12.

„manche meinen,
lechts und rinks
kann man nicht velwechsern.
werch ein illtum!“

dichtete einst der unvergessene Ernst Jandl.

Realität, Spiegelung, Abbild? Was ist oben, was ist unten, was links, was rechts, was ist Realität, was Spiegelung, was Abbild  im Frankfurter Portikus ?

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(Bildnachweis: Portikus, Foto: Katrin Schilling; © Morgan Fisher) Weiterlesen