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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Archiv für Januar, 2009

Auf- und Umbruch im Frankfurter MMK

2009, Januar 27.

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Ramma damma – für Nicht-Bayern: Räumen tun wir …

Nein, das sagte Susanne Gaensheimer, in München geborene, vom Münchner Lenbachhaus kommende neue Direktorin des Frankfurter Museums für Moderne Kunst MMK nicht bei ihrer Präsentation des Jahresprogramms 2009. Aber es ist schon schweres Gerät im Einsatz, wie die Abbildung unzweifelhaft erkennen lässt. Und Neues steht wahrlich auf dem Tapet im Chefinnenzimmer an der hiesigen Domstrasse. Weiterlesen

Frankfurter Heussenstamm-Galerie beginnt das Ausstellungsjahr 2009 mit Dickenberger-Retrospektive

2009, Januar 24.

Die Galerie der Heussenstamm-Stiftung – einer unselbständigen Stiftung der Stadt Frankfurt am Main – , kurz Heussenstamm-Galerie, erinnert unter dem Titel „Expressive Energie“ an das Werk des in Frankfurt am Main und Hessen weitbekannten Malers, Grafikers, Kritikers und Hörfunkautors Georg Dickenberger.

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Studie zum Wald, 1966

Der 1913 in Frankfurt am Main geborene Georg Dickenberger hielt sich schon als Jugendlicher in den Frankfurter Ateliers auf und veröffentlichte als Siebzehnjähriger erste literarische Arbeiten. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges begann er – einer der Pioniere der Frankfurter Kunstszene der Nachkriegszeit – seine aktive Arbeit als Maler, Grafiker und Illustrator. Marksteine seines künstlerischen Weges sind die Mitgründung der Gruppe „Junge Kunst“(1946), sein Engagement im Berufsverband Bildender Künstler sowie in der Frankfurter Künstlergesellschaft. Seit 1949 war er zusätzlich als Kunstkritiker und Hörfunkautor tätig. Seine im Rundfunk ausgestrahlten Sendungen machten ihn weit über die Grenzen Hessens hinaus bekannt. Zahlreiche Studienaufenthalte führten ihn nach Nord- und Südfrankreich, Irland und Spanien. Dickenberger verstarb 2004 in Frankfurt am Main. Weiterlesen

WANDA PRATSCHKE – EIN KÜNSTLERISCHER PROZESS / 3

2009, Januar 22.

„LIEGENDE“ von Wanda Pratschke

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Vor wenig mehr als einem Monat hatten wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, zum zweiten Mal in die Frankfurter AusstellungsHalle 1A eingeladen, um Sie an einem in seiner Transparenz derzeit einzigartigen künstlerischen Prozess teilnehmen zu lassen: Wir beobachten dort die Bildhauerin Wanda Pratschke, wie sie ihre überlebensgrosse „Liegende“ modelliert. Und Sie erinnern sich: In einem „work in progress“ (wie es auf Neudeutsch heisst) entsteht zunächst das Modell in Gips, bevor es später seinen Weg in die Bronzegiesserei nehmen kann. Weiterlesen

Oh ihr Kunstkritiker

2009, Januar 21.

„Bevor man seine Bedenken äussert, sollte man seine Äusserungen bedenken.“

Gerhard Uhlenbruck (* 1929), Immunologe, Aphoristiker

„… Je digitaler, glatter die Frustration der Formerwartung ist, desto verzweifelter krallen sich die Konnotationen der Inszenierung in die an sich bedeutungslose, zufällig raue Oberfläche der Form … Bei genauer Betrachtung verweigert sich noch die negierte Form, indem sie einfache Bedeutungen abschüttelt und parasitäre Botschaften als Mythen entlarvt … Mit dem zweiten Blick thematisiert die Form Paradoxie und Inkonsequenz ihrer Nichtgestalt zugleich. Denn immerhin wiederholt sich die durchgängige Amorphie von Gesamtbild und Bildausschnitt des Objekts auf seiner Oberfläche als Isomorphie …“ (Zitat Ende).

Nur ein Beispiel einer Kunstbesprechung, einer Kunstkritik. Ein furchtbares zugegebenermassen. Wollen wir es einfach als das einstufen, was es ist: als sprachlichen, semantischen, kommunikationssoziologischen wie logischen Unsinn. Und umkleiden wir den Autor dieses Dummzeugs, der sich sogar – aus uns unerschliessbaren Gründen – einen „Professor“ nennen darf, wie auch den dermassen schrecklich Besprochenen mit dem Mantel der christlichen Nächstenliebe und damit der Anonymität, auch wenn dies schwerfällt. (Der Künstler ist mit seinem Werk immerhin im Frankfurter Museum für Moderne Kunst MMK vertreten.)

Wir gehen gern zu Vernissagen, denn es ist wichtig zu versuchen, neben deren Werken auch die Künstlerinnen und Künstler in ihrer künstlerischen Persönlichkeit kennen zu lernen, zu erleben.

Aber: Zuvor muss man mitunter Unbekömmliches ertragen: Einführungen in Gestalt manch abstruser Auslassungen von Kunstkritikern, Kunstsoziologen, Kunstwissenschaftlern, besser oder genauer gesagt von Personen, die derartige Qualifikationen oft wohl unberechtigt in Anspruch nehmen. Zumeist liest jene Spezies ihre verschroben-sperrigen, gekünstelt-unverständlichen Texte mehr oder weniger vom Manuskript ab. Nicht den Künstler, sondern sich selbst wollen sie in den Vordergrund ihres Auftritts stellen. Nein, da schmeckt dann auch das Glas Wein nicht mehr, das die Galeristin oder der Galerist nach Beendigung solcher Verbalzumutungen versöhnlich lächelnd reicht.

→ → → documenta 13 in Kassel (11)

Finanzkrise – einfach erklärt

2009, Januar 20.

Ein neuer Internet-Wurm krabbelt in verschiedenen Versionen über die Bildschirme:

FINANZKRISE EINFACH ERKLÄRT:

Heidi besitzt eine Bar in der Innenstadt. Um den Umsatz zu steigern beschliesst sie, die Getränke der treuen Kundschaft – sämtlich Alkoholiker  – anzuschreiben, ihnen also Kredit zu gewähren.

Das spricht sich herum und dadurch drängen sich immer mehr Kunden in Heidis Bar.

Da die Kunden sich um die Bezahlung vorerst keine Sorgen machen müssen, erhöht Heidi die Preise für Wein und Bier, die meistkonsumierten Getränke, und steigert damit massiv ihren Umsatz.

Der junge und dynamische Kundenberater der lokalen Bank sieht in diesen Kundenschulden wertvolle künftige Guthaben; er erhöht Heidis Kreditlinie. Weiterlesen