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FeuilletonFrankfurt

Das Online-Magazin von Erhard Metz

Archiv für September, 2008

Gewinne privatisieren – Verluste sozialisieren

Donnerstag, 25. September 2008

Sie gelten  – die alten Regeln, bis auf den heutigen Tag. Eine dieser Grundregeln des gänzlich deregulierten Kapitalismus ist nun einmal die Tatsache, dass Gewinne privatisiert, Verluste sozialisiert werden: und zwar vor allem dann, wenn es einige Exponenten dieses Sytems auf die Spitze treiben, wenn sie mit ihren Un-Taten das gesamte wirtschaftliche – und damit gesellschaftliche und politische – Gefüge an den Rand des Abgrunds bringen. Dann muss auf einmal doch der – in diesen Kreisen ansonsten missliebige und gern verspottete – Staat retten, was zu retten ist, aller Deregulierungsphilosophien zum Hohn, und wer ist dieser Staat? Na, raten Sie mal: Richtig, es sind die steuerzahlenden Bürgerinnen und Bürger, niemand anderes!

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(Foto: Manuel Dohmen wikimedia commons GFDL)

Wie bekannt,  will die US-amerikanische Administration in diesen Tagen um die 700 Milliarden Dollar und auch mehr – man muss einmal versuchen, sich solche Zahlen zu veranschaulichen – zur Rettung der maroden Finanzmärkte bereitstellen – natürlich letztlich aus öffentlichen Mitteln, sprich Steuergeldern. Um den ganz grossen finalen Finanz-Crash zu vermeiden und weil es somit gesamtgesellschaftlich notwendig sei. Weiterlesen

Percorsi del colore – Albano Morandi und Manlio Onorato

Montag, 22. September 2008

Leserinnen und Leser dieser Seite kennen seit langem die Frankfurter Westend Galerie im Haus der Deutsch-Italienischen Vereinigung. Freunden der Galerie sind Morandi und Onorato keine Unbekannten, stellten doch beide Künstler in den Jahren 2001 beziehungsweise 2002 dort aus. In die aktuelle Ausstellung führt Sie die Kunsthistorikerin und Italianistin Friederike Schroeder ein:

Percorsi del colore – Wege der Farbe

Text: Friederike Schroeder

Am 13. September 2008 eröffnete die Frankfurter Westend Galerie, ein Forum für italienische moderne und zeitgenössische Kunst, die Ausstellung Percorsi del colore – Wege der Farbe. Gezeigt werden Arbeiten von Albano Morandi und Manlio Onorato, zwei Künstlern, die sich auf ganz unterschiedliche, wenn nicht sogar konträre Art und Weise mit dem Thema Farbe und Malerei auseinandersetzen. Die Ausstellung ist noch bis zum 31. Oktober 2008 zu sehen.

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Albano Morandi und der Leiter der Galerie, Salvatore A. Sanna

Die Unterschiede zwischen zwei Künstlern könnten kaum größer sein. In starkem Kontrast stehen sich Morandis Collagen und Assemblagen aus Materialien, die er dem Alltag entnimmt und zweckentfremdet, eine Art farbenfrohe arte povera, und Onoratos zarte, den Werken Rothkos und den mosaikhaften Bildern Klees nahe stehende Farbfeldkompositionen gegenüber.

Morandi verwendet als Bildträger unter anderem Schachteln, Metallplatten oder auch die Platte eines Schulpults, auf diesen fixiert er bunte Klebebänder oder Stoffe (Matratzenstoffe oder Möbelbezüge) und organisiert sie in ästhetisch ausgewogenen Kompositionen. Zuletzt werden die Collagen oder Assemblagen mit einer Wachsschicht überzogen, so dass das Farb- und Materialspiel gedämpft wird und dabei eine Einheit entsteht.

Manlio Onorato bedient sich der Pastell- oder Ölmalerei. Bei näherem Ansehen der Bilder entsteht im Auge des Betrachters eine starke Tiefenwirkung, und sie scheinen aus dem atmosphärischen Bildraum heraus zu leuchten.

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Manlio Onorato, Arcipelago, 2008, Öl auf Leinwand, 80 x 80 cm Weiterlesen

Eine Kreuzfahrt, die ist lustig …

Samstag, 20. September 2008

Eine Kreuzfahrt, die ist lustig

Text: Ingrid Malhotra
Buchautorin und Fotografin

Fotografien: Ingrid Malhotra und Marion Toelle (2)

Wirklich?

Auch auf einer schwimmenden Kleinstadt?

Wir machen gerne Kreuzfahrten – wir, das sind vier Freunde, die viel unterwegs sind, mal alleine, mal zu zweit, mal zu viert.

Aber eine Kreuzfahrt auf einem dieser Riesendampfer können wir uns nur sehr schwer vorstellen. Deshalb sind wir ja auch so neugierig. Und deshalb haben wir auch nur die kleinstmögliche Kreuzfahrt gebucht: Southampton – Cork – Southampton.

Länger haben wir uns nicht getraut, denn uns steckt noch die Kreuzfahrt mit einem der Schiffe mit dem Kussmund in Erinnerung. Dort war der Altersdurchschnitt so niedrig, dass wir direkt alt aussahen. Irgendwie ziehen wir amerikanische Schiffe vor; dort ist der Altersdurchschnitt meist so hoch, dass wir uns fast wie die Kinder an Bord fühlen …

Die „Independence of the Seas“ ist ein amerikanisches Schiff.

Aber so gross! Fast 160.000 BRT, über 338 m lang, 1400 Mann Besatzung, Kapazität für 3328 Passagiere, 14 Etagen, hm, nein, Decks …Kann man sich auf einem so grossen Schiff noch wohl fühlen?

Na, mal sehen …

Die Anreise macht auf jeden Fall schon viel Spass: mit dem ICE nach Brüssel, nach (eher weniger spassigem) Check-in wie bei einer Flugreise weiter mit dem Eurostar unter dem Kanal hindurch nach London. Eine hatte Angst, klaustrophobisch zu werden beim Gedanken, dass so viel Wasser über ihrem Haupte fliesst, aber sie hat es einfach verschlafen.

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In London ist der alte Bahnhof St. Pancras gleich bei King’s Cross für den Eurostar wieder in Betrieb genommen worden Weiterlesen

Pascal Dubreuil mit Bachs Clavier-Übung I

Donnerstag, 18. September 2008

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(Bildnachweis: RAMÉE)

JOHANN SEBASTIAN BACH

PARTITAS

CLAVIERBUNG I (1731) – BWV 825-830
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ASCAL DUBREUIL, CEMBALO

Titus Crijnen, nach H.Ruckers, 1996, (2 CDs )

„Man hatte noch nie so vortreffliche Claviercompositionen gesehen und gehört. Wer einige Stücke daraus recht gut vortragen lernte, konnte sein Glück in der Welt damit machen; und noch in unserm Zeitalter wird sich ein junger Künstler Ehre damit erwerben können, so glänzend, wohlklingend, ausdrucksvoll und immer neu sind sie.“

Johann Nikolaus Forkel, der erste Biograph von Johann Sebastian Bach, schrieb diese Sätze 1802 Weiterlesen

Markus Elsner – der Polaroid-Künstler

Dienstag, 16. September 2008

Wir haben viel über Fotokunst berichtet auf dieser Seite. Aber es gibt immer noch Überraschungen der besonderen Art.

Die Produkte von Markus Elsner zum Beispiel. Auf so eine Idee muss man erst einmal kommen. Was tut er?

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Dolls & toys

Elsner hat sich der Polaroid-Fotografie verschrieben. Das war mutig, denn die Polaroid-Technik stirbt – ist eigentlich bereits gestorben, wenn nicht von irgendwoher eine wundersame Wiederbelebung geschieht. Die ist derzeit aber nicht in Sicht. Die Kamera- und Filmproduktion wurde eingestellt. Elsner hat – auf allen erdenklichen Wegen und durchaus global – die Filmbestände aufgekauft, derer er habhaft werden konnte. Deren Verfallsdatum naht aber mit dem Ende des Jahres 2009, spätestens in 2010. Dann ist Schluss, aus und vorbei. Weiterlesen