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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Sandro Vadim – ein Kolorist in der Frankfurter Westend Galerie

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Ohne Titel, 2008, Eitempera auf Nessel, 110 x 100 cm

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Ohne Titel, 2006, Eitempera auf Nessel, 65 x 60 cm

Von Erhard Metz

„Lichtbrechungen“

nennt Sandro Vadim seine Ausstellung in der Frankfurter Westend Galerie, und er sieht sich als einen Koloristen. Er steht damit in der Tradition der venezianischen Renaissance, die wiederum vom koloristischen Realismus der flandrischen Schule beeinflusst war und in der Malerei Tizians ihren Höhepunkt erfuhr.

In Vadims Arbeiten dominieren die Farbe, ihre Materialität und ihre Wirkung, als nahezu auschliessliches Thema. Entsprechend zeichnen sie sich durch einen ausserordentlichen Reichtum an Nuancen aus. Die Farben sind von grosser Intensität und Leuchtkraft. Ihre Wirkung beruht auf einem spezifischen Farbauftrag, der die Oberfläche matt erscheinen lässt. Die charakteristische Leuchtkraft und die Sinnlichkeit der Farben entfalten sich insbesondere bei einer frontalen Bestrahlung mit einer Lichtquelle. Licht und Schatten, Strukturen oder Perspektiven spielen für diese Art Malerei kaum eine Rolle.

Sandro Vadim hat für seine Maltechnik eine besonders zusammengesetzte Eitempera entwickelt. Er löst die Farbpigmente in einer Emulsion aus Ei, Öl und Wasser. Das Material erlaubt eine erhebliche malerische Bandbreite von einem lasierenden bis hin zu einem pastosen Farbauftrag, untere Farbschichten scheinen durch anschliessende Übermalungen hindurch. Als Malgrund verwendet er Nessel, ein grobes, ungebleichtes und ungefärbtes Baumwolltuch in Leinwandbindung.

Vadim vermeidet in seinen Arbeiten jedwede Assoziation an Gegenständliches beziehungsweise Figuratives. Entsprechend gibt er seinen Bildern keine Titel. Er überlässt es allein dem Betrachter, mit einem Bild bestimmte Vorstellungen zu verbinden.

Sandro Vadim wurde 1964 in Rom geboren. Er studierte von 1983 bis 1988 an der Kunstakademie in Karlsruhe. Er lebt und arbeitet auch heute in dieser Stadt. Seit 1987 stellt er seine Arbeiten aus, in Deutschland bislang neben Karlsruhe unter anderem in Baden-Baden, Bruchsal, Emmerich, Frankfurt am Main, Halle, Landau, Schwäbisch Gmünd, Stuttgart und Trier, im Ausland in Florenz, Graz, Nancy, Velden und Wien. Eine grössere Anzahl von Galerien, Banken, Versicherungen, Behörden und Unternehmen kaufte Werke von Vadim an.

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Ohne Titel, 2006, Eitempera auf Nessel, 65 x 60 cm

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Ohne Titel, 2004, Eitempera auf Nessel, 110 x 100 cm

Die im Juni dieses Jahres eröffnete Ausstellung ist noch bis zum 5. September 2008 zu sehen.

Frankfurter Westend Galerie, Arndtstraße 12, 60325 Frankfurt am Main

(Bildnachweis: Frankfurter Westend Galerie; © VG Bild-Kunst, Bonn)

→  Sandro Vadim: Farbrauschen

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