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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Archiv für August, 2008

Kultur verträgt keine Zahlenspiele

2008, August 20.

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(Eingang zur Schirn, © PIA Stadt Frankfurt am Main, Foto: Tanja Schäfer)

Frankfurt kann sich freuen – und wir freuen uns natürlich mit: Die Museen der Stadt verzeichneten im ersten Halbjahr 2008 zusammen rund 270.000 Besucherinnen und Besucher mehr als im entsprechenden Zeitraum des vergangenen Jahres. Nehmen wir die fünf wichtigsten Häuser im Bereich der bildenden Künste für sich allein, so entfällt der Löwenanteil des Zuwachses auf die SCHIRN Kunsthalle mit ihren – man darf das in diesem Zusammenhang durchaus sagen – oft massenattraktiven Ausstellungen, allen voran „Die Impressionistinnen“. Als ein vergleichbarer Publikumsmagnet erwies sich, was nicht jeder erwartet hätte, die Schau des graphischen Werkes von Lucas Cranach dem Älteren im Städel Museum. Weiterlesen

Sandro Vadim – ein Kolorist in der Frankfurter Westend Galerie

2008, August 18.

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Ohne Titel, 2008, Eitempera auf Nessel, 110 x 100 cm

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Ohne Titel, 2006, Eitempera auf Nessel, 65 x 60 cm

„Lichtbrechungen“

nennt Sandro Vadim seine Ausstellung in der Frankfurter Westend Galerie, und er sieht sich als einen Koloristen. Er steht damit in der Tradition der venezianischen Renaissance, die wiederum vom koloristischen Realismus der flandrischen Schule beeinflusst war und in der Malerei Tizians ihren Höhepunkt erfuhr. Weiterlesen

Good bye, my love – „summermemories“

2008, August 15.

Monika Müller-Löwenberg zeigt im Frankfurter Künstlerclub Sommerfotos aus Dorset

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„vom airport heathrow bis waterloo station habe ich vier stunden gebraucht. es war anstrengend, auch wenn 10 tage der ruhe vor mir liegen.

ich komme an und fühle, das hast du schon mal gespürt, gerochen, empfunden. es ist nicht das erste mal, dass ich in london und great britain bin. diesmal jedoch ist es wie beim ersten mal. ich bin ganz alleine hier.

mein erstes mal in london. es war umwerfend, aufregend. eine woche mit dem stadtplan und fast nur zu fuss unterwegs.

ich kam zurück aus den usa. nein direkt danach war es nicht. direkt danach war ich mit meinen eltern in israel. sie waren der meinung, dass würde mich ablenken von meinem herz-schmerz. das tat es auch. es war meine schönste, intensivste reise.

als ich aus florida zurück kam, suchte ich mir eine kleine werbeagentur. ich wollte nach meinem abschied – für immer bei slesina – in die neue welt – nicht dort hin zurück. es wäre zu schmerzhaft gewesen befragt zu werden. viele hatten meine große liebe miterlebt, waren bei der hochzeit in der matthäuskirche dabei. (diese soll nun anno 2007 abgerissen werden)

in der frankfurter werbewelt blieb nichts geheim.

eines tages rief der geschäftsführer für creative an und holte mich zurück. mit den entsprechenden perspektiven war eine große agentur einfach reizvoller.“ Weiterlesen

Claudia Johann – Gedichte

2008, August 12.

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Claudia Johann

Harry V

Harry langweilte sich
mich jedoch
beschäftigte eine seltsame Geschichte
und ich erzählte sie:

es war einmal ein Mann
der hatte bei einem Unfall
eine Hand verloren
er litt unter dieser Verstümmelung
und so schien es wie ein Glücksfall
als die Nachricht eintraf
ein frischer Toter
verfüge über die passende Hand
er ließ sie sich annähen
und war glücklich
denn sie funktionierte ausgezeichnet
nach und nach aber
wurde ihm die neue Hand
fremd und fremder
er ertrug sie nicht mehr
und ließ sie wieder entfernen…

aus Harrys Stimme sprach Verständnislosigkeit:
undankbarer Typ, das…
hatte ich früher ein Handy?
nun ist es mit meiner Hand verwachsen
als sei es ein Teil von mir
man muss nur wollen!

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(Handabdrücke in der Cueva de las Manos/Argentinien, 10. bis 7. Jahrtausend v. Chr.; Foto: Christof01 wikimedis commons GFDL)

Der Hunger in der Welt und die Getreidepreise

2008, August 11.

Nein, wir können keine Ruhe geben bei diesem Thema, sondern wir legen nach:

Da titelte vor einigen Tagen eine grosse deutsche Zeitung im Aufmacher ihres Wirtschaftsteils: „An den Rohstoffmärkten fallen die Preise“. Auch von Weizen ist die Rede: Sein Preis fiel in Einheiten der jeweiligen Terminkontrakte um gut 41 %.

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Millionen Hungernde in der Welt könnten Hoffnung schöpfen. Wie aber ist die entsprechende Tabelle in dem Blatt überschrieben? „Verfall der Rohstoffpreise“ (!).

Die Sprache der Spekulanten und ihrer Lobby entlarvt deren Gesinnung.